Weniger Tierleid: Neuer Anlauf für Katzenschutzverordnung in Ansbach | FLZ.de

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Veröffentlicht am 13.01.2026 10:18

Weniger Tierleid: Neuer Anlauf für Katzenschutzverordnung in Ansbach

Dass sich Katzen gerne im Freien aufhalten, ist unter Tierfreundinnen und Tierfreunden bekannt. Die Grünen plädieren dafür, dass die Besitzenden ihre Tiere kastrieren lassen sollten. (Foto: Antonia Müller)
Dass sich Katzen gerne im Freien aufhalten, ist unter Tierfreundinnen und Tierfreunden bekannt. Die Grünen plädieren dafür, dass die Besitzenden ihre Tiere kastrieren lassen sollten. (Foto: Antonia Müller)
Dass sich Katzen gerne im Freien aufhalten, ist unter Tierfreundinnen und Tierfreunden bekannt. Die Grünen plädieren dafür, dass die Besitzenden ihre Tiere kastrieren lassen sollten. (Foto: Antonia Müller)

Das Tierleid in der Stadt Ansbach soll abgemildert werden. Deshalb stellt die Stadtratsfraktion der Ansbacher Grünen den Antrag, dass eine Katzenschutzverordnung erlassen werden soll. Ob der Antrag überhaupt behandelt wird, ist noch unklar.

„Die unkontrollierte Vermehrung von Katzen im Stadtgebiet führt jährlich ab März/April dazu, dass das Ansbacher Tierheim bis zur behördlich festgesetzten Aufnahmegrenze von 85 Katzen vollläuft”, betont Grünen-Stadtrat und OB-Kandidat Oliver Rühl. Ist diese Grenze erreicht, könnten freilaufende, meist kranke Tiere nicht mehr aufgenommen werden. „Bei einer kurzfristigen Überbelegung drohen dem Tierschutzverein hohe Geldstrafen.”

Die Streunerpopulation wächst weiter

Es gibt gemäß den Ausführungen der Grünen zu viele Besitzerinnen und Besitzer von Katzen, die ihre Tiere unkastriert ins Freie lassen. Die Folge: Wenige Wochen später führe dies zu vielen neuen Kitten. Hinzu kommt, dass die Streunerpopulation dadurch wachse, weil sich Freigänger-Katzen mit frei lebenden Katzen paaren.

Wenn es wieder wärmer werde, werden verwahrloste und kranke Katzen ohne Besitzerinnen und Besitzer, die von Passanten aufgegriffen werden, dem Tierheim in Obhut gegeben, so die Grünen weiter. „Die Ehrenamtlichen des Tierschutzvereins leisten hier seit vielen Jahren mit Kastrationen einen erheblichen Beitrag zur Linderung des Tierleids.”

„Die Situation ist nicht mehr hinnehmbar”

Aus Sicht der Grünen ist mittlerweile eine Situation erreicht, die nicht länger hinnehmbar ist. Sie fordern mit ihrem Antrag deshalb ein Maßnahmenpaket, um die Situation zu verbessern und das Tierleid deutlich abzumildern. Zum einen ist darin ein Runder Tisch vorgesehen, an dem unter anderem das Tierheim, der Tierschutzverein, die Tierärzteschaft und zuständige Behörden teilnehmen sollen.

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Über Presse- und Öffentlichkeitsarbeit soll die Stadtverwaltung auf das Tierleid aufmerksam machen. Und über eine Aufklärungskampagne soll versucht werden, um die Ansbacher dazu zu bewegen, ihre Katzen freiwillig kastrieren zu lassen. Zum anderen soll eine Katzenschutzverordnung ausgearbeitet und verabschiedet werden.

Es fehlt der Finanzierungsvorschlag

„Eine Katzenschutzverordnung dient dem Schutz freilebender Katzen vor erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden. Freilaufende Halterkatzen sind von ihren Katzenhalterinnen und Katzenhaltern durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt zu kastrieren und mittels Mikrochip oder Ohrtätowierung eindeutig und dauerhaft zu kennzeichnen sowie zu registrieren”, machen die Grünen deutlich.

Die Fraktion ist sich bewusst, dass eine solche Verordnung ein weitreichendes Mittel ist und dass es mit der Erstellung der Verordnung alleine nicht getan ist, wie Oliver Rühl darlegt. Ob der Antrag im Stadtrat oder in einem der Fachausschüsse überhaupt bearbeitet wird, ist derzeit unklar. Denn Rühl zufolge hat die Stadtverwaltung mitgeteilt, dass es der Antrag nicht auf die Tagesordnung schafft. Die Begründung: Es fehlt ein Finanzierungsvorschlag.

Unterstützung kommt von der ÖDP-Fraktion

Zurückziehen wird Rühl den Antrag allerdings nicht, wie er auf FLZ-Nachfrage klarstellt. „Probleme werden nicht gelöst, indem man sich nicht mit ihnen beschäftigt.”

Unterstützung bekommen die Grünen von der ÖDP. Die Fraktion hat in den vergangenen Jahren immer wieder einen Vorstoß gewagt, um eine solche Schutzverordnung zu realisieren – zuletzt im Januar und September des vergangenen Jahres. Auch in diesen Fällen lehnte die Verwaltung den Antrag ab. Das hindert die ÖDP indes nicht daran, ihren Antrag zu erneuern. „Die berechtigte Sorge steht weiter im Raum”, betont Friedmann Seiler.


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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