Weniger als halb so viele Bauernhöfe im Jahr 2030? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 14.02.2023 17:24

Weniger als halb so viele Bauernhöfe im Jahr 2030?

Unabhängig wie groß ein Stall ist: Kein Schwein will allein sein. Auch in großen Buchten legen sich die Tiere zusammen, weil sie Hautkontakt haben möchten. (Foto: Fritz Arnold)
Unabhängig wie groß ein Stall ist: Kein Schwein will allein sein. Auch in großen Buchten legen sich die Tiere zusammen, weil sie Hautkontakt haben möchten. (Foto: Fritz Arnold)
Unabhängig wie groß ein Stall ist: Kein Schwein will allein sein. Auch in großen Buchten legen sich die Tiere zusammen, weil sie Hautkontakt haben möchten. (Foto: Fritz Arnold)

Wenn die aktuelle Entwicklung anhält, wird es in sieben Jahren im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim nur noch die Hälfte an Tierhaltungsbetrieben geben. Das betrifft nicht nur die Schweinebauern, von denen von 2016 bis 2020 knapp 31 Prozent und 2022 noch einmal zehn Prozent aufgegeben haben, sondern auch die Milchviehhaltung.

Die Zahlen stammen aus einem Vortrag von Gerd Düll, dem Chef des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Fürth-Uffenheim beim Maschinenring Franken-Mitte über die künftigen „Entwicklungstendenzen der Landwirtschaft“.

Im Uffenheimer Amt wurden die Zahlen aus der Entwicklung der vergangenen Jahre hochgerechnet. Danach würde sich die Zahl der Schweinebauern von 328 in 2020 auf 142 im Jahr 2030 verringern.

Fleischkonsum sinkt von 50 auf 30 Kilo

Im gleichen Jahr würde es nur noch 142 Milchviehbetriebe geben. Vor zwei Jahren waren es noch 300 Kuhhalter. Damit einher ging auch eine Zunahme der Tierzahlen pro Hof, weil vor allem kleinere Betriebe aufhören. Die Zahl der Kühe im Landkreis würde sich von 16.800 auf 12.000 im Jahr 2030 reduzieren und je Betrieb von 56 auf 86 erhöhen.

Die Zahl der gehaltenen Schweine würde von 160.000 auf 115.000 sinken, aber der Bestand je Betrieb von 488 auf 810 ansteigen. Beeinflusst würde dies vom allgemeinen Ernährungstrend in Verbindung zu einem rückläufigen Fleischkonsum, der von 50 Kilogramm pro Kopf und Jahr auf 30 Kilo sinken könnte. Hinzu komme die Zunahme bei den Fleischersatzprodukten.

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Wie sieht es im Bereich Öko-Landwirtschaft aus? Wird das bis 2030 postulierte Ziel, 30 Prozent, erreichbar sein? Diese Frage stellt sich Gerd Düll nicht nur wegen der aktuellen Kaufzurückhaltung der Verbraucher gegenüber teureren Lebensmitteln, sondern auch wegen der Welternährung, da in der Biolandwirtschaft geringere Erträge erzielt werden.

Im Ackerbau rechnet der Chef des AELF mit einer Abnahme des Anbaus von Futtergetreide. Nicht abzuschätzen wagt er, wie es mit dem Flächenanteil des Rapsanbaus weitergeht, angesichts der politischen Ziele, den Pflanzenschutzmitteleinsatz herunterzufahren und in Natura-2000-Gebieten überhaupt nicht mehr zuzulassen.

18 Kontrollen im vorigen Jahr

Ein Diskussionsredner, der in seinem Betrieb 18 Kontrollen im vergangenen Jahr über sich ergehen lassen musste, brachte zu den Ausführungen noch die Bürokratie mit ins Spiel und meinte: „Wir fahren mit Vollgas gegen die Wand.“

Erstmals wurde im Maschinenring Franken-Mitte mit Eva Bauer aus Sugenheim eine Frau in die Führungsspitze gewählt. Sie ist nun zusammen mit Dieter Jaeckel Stellvertreterin des Vorsitzenden Herbert Weigand aus Hellmitzheim.

Im Jahresbericht unterstrichen Weigand und Geschäftsführer Manuel Burger die große Bedeutung der Betriebshilfe. Burger: „Keine Maschine ist so gefragt wie ein Helfer auf Zeit.“ Zwar habe kein anderer Maschinenring in Bayern so viel Betriebshelfer-Vermittlungen wie Franken-Mitte mit rund 100.000 Einsatzstunden, doch riet er dazu, sich auch im persönlichen Umfeld umzuschauen, wer einspringen könnte, wenn einmal eine Vermittlung nicht sofort möglich sei und die Tiere versorgt werden müssen.

Maschinenring hat vielfältige Aufgaben

Der Umsatz des 1540 Mitglieder zählende Maschinenrings belief sich auf 11,6 Millionen Euro. 54.500 Arbeitsstunden wurden über die bäuerliche Rübenabfuhr abgerechnet und ein Abrechnungsservice für 251 Lastwagen- und Lade-Mausfahrer geleistet, teilte Burger mit. Im Winterdienst wurde 278 Objekte in über 6300 Einsätzen betreut.

Abgewickelt wurden auch die Geschäfte der Zuckerrübenanbaugemeinschaft Uffenheim-Bad Windsheim-Rothenburg für deren 395 Gesellschafter mit 2339 Hektar Anbaufläche und vier Maschinen.

Die Liste der Dienstleistungen durch den MR umfasst unter anderem Mäharbeiten auf 240.000 Quadratmeter. Leitungstrassen wurden auf einer Länge von 32 Kilometern freigeschnitten und viele Außenanlagen komplett gepflegt. Als Dienstleister und Vermittler ist der Maschinenring bei der Reinigung von Photovoltaik-Anlagen, beim Kauf von Öl und Treibstoff, beim Bezug von Reifen, dem Autokauf und der Vermittlung von Stromtarifen tätig. Hilfestellung leistet der MR zudem bei Investitionen und Entscheidungen über die Betriebsentwicklung sowohl in Seminaren wie auch in Einzelberatungen.


Von Fritz Arnold
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