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Veröffentlicht am 29.03.2023 14:38

Welche Institutionen in der Region Gratis-Tampons bieten

Die Studentin Lisa Holtz füllt wöchentlich den Automaten mit kostenlosen Binden und Tampons auf, der an der Hochschule Ansbach auf der Damentoilette bei der Mensa angebracht ist. (Foto: Kristina Schmidl)
Die Studentin Lisa Holtz füllt wöchentlich den Automaten mit kostenlosen Binden und Tampons auf, der an der Hochschule Ansbach auf der Damentoilette bei der Mensa angebracht ist. (Foto: Kristina Schmidl)
Die Studentin Lisa Holtz füllt wöchentlich den Automaten mit kostenlosen Binden und Tampons auf, der an der Hochschule Ansbach auf der Damentoilette bei der Mensa angebracht ist. (Foto: Kristina Schmidl)

Die Regelblutung ist politisch geworden. Stichwort Periodenarmut. Von der sehen sich offensichtlich Personen mit so wenig Einkommen bedroht, dass Tampons und Binden für sie eine finanzielle Belastung darstellen. Dem soll durch Gratis-Menstruationsprodukte an Hochschulen und in öffentlichen Einrichtungen entgegengewirkt werden. Auch in Westmittelfranken.

Von Periodenarmut ist die Rede, wenn Menstruierende wegen finanzieller Engpässe keinen ausreichenden Zugang zu Hygieneprodukten haben. Laut Plan International, einer unabhängigen Organisation der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe, ist es in Deutschland für fast ein Viertel aller Mädchen und Frauen finanziell schwierig, sich ausreichend mit Binden und Tampons zu versorgen. Daher fordert Plan International bundesweit kostenlose Periodenprodukte an allen Schulen, Universitäten und öffentlichen Einrichtungen, um allen Frauen und Mädchen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen und zu verhindern, dass sie sich ausgegrenzt fühlen.

Schottland hat voriges Jahr zur Bekämpfung der Periodenarmut als erstes Land der Welt ein Gesetz verabschiedet. Es gilt seit dem 15. August 2022 und schreibt vor, dass städtische Einrichtungen kostenfrei Periodenprodukte zur Verfügung stellen müssen. Seitdem wächst auch in Deutschland die Sensibilität für dieses Thema.

Pilotprojekt an Hochschule Ansbach erfolgreich

So sind an den Hochschulen in Westmittelfranken bereits Automaten mit kostenlosen Tampons und Binden angebracht worden.

Die Studierendenvertretung der Hochschule Ansbach hat sich im Sommersemester 2022 für kostenlose Menstruationsartikel an der Bildungseinrichtung eingesetzt. „Gemeinsam mit dem Frauenbüro haben wir im Oktober 2022 einen Spender in der Toilette der Mensa aufgehängt, der wöchentlich befüllt wird“, erzählt Maria Siepmann von der Fachschaft. Für das Befüllen ist Lisa Holtz zuständig. Die zwei Studentinnen betonen, dass sie sich ein Gesetz wie in Schottland auch für Deutschland wünschen.

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Kürzlich sei gemeinsam mit Professor Dr. Sascha Müller-Feuerstein, dem Präsidenten der Hochschule Ansbach, das Fazit gezogen worden, dass das Pilotprojekt erfolgreich war, sagt Maria Siepmann. Daher solle im kommenden Jahr erst ein zweiter Automat angebracht werden und danach sei es das Ziel der Studierendenvertretung, dass auf jeder Toilette der Hochschule ein Automat mit Gratis-Binden und -Tampons installiert wird. „So wollen wir zumindest vor Ort Menstruationsprodukte für alle zugänglich machen“, betont Maria Siepmann. Das Angebot werde sehr gut angenommen.

Genderneutrale Toiletten in Triesdorf

Auch an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf können Studentinnen seit Mitte des vergangenen Jahres von kostenfreien Menstruationsprodukten profitieren. „Mit der Bereitstellung von Binden und Tampons möchte die Hochschule ihren Beitrag dazu leisten, der Periodenarmut und der Benachteiligung von menstruierenden Personen entgegenzuwirken“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Spender hängen in einigen genderneutrale Toiletten, die im vorigen Jahr an der Hochschule etabliert worden sind. Am Campus Triesdorf hängt ein solcher Spender bei den Toiletten im Gebäude E.

Die Idee stamme von der Studentin Louisa Kruczek aus Triesdorf, die als Mitglied des Studierendenparlaments dort ihr Vorhaben eingebracht habe. Ein standortübergreifender Arbeitskreis habe das Projekt dann in Zusammenarbeit mit der Hochschule realisiert.

An der Augustana-Hochschule in Neuendettelsau werden nach Auskunft des Studierendenpfarrers Dr. Janning Hoenen schon seit etlichen Jahren kostenlose Hygieneartikel für Menstruierende bereitgestellt. Verantwortlich dafür ist die Beauftragung Gender.

Während es andernorts in Bayern – etwa in Kempten – an öffentlichen Gebäuden im Stadtgebiet seit Herbst 2022 kostenlose Menstruationsartikel gibt, sei in der Stadt und im Landkreis Ansbach der Wunsch nach solch einem Angebot noch nicht laut geworden, teilen Sprecher auf FLZ-Nachfrage mit.

Stefan Guggenberger vom Geschäftsbereich Oberbürgermeister bei der Stadt Ansbach lässt wissen, der Wunsch nach einem kostenlosen Angebot von Menstruationsprodukten in öffentlichen Gebäuden sei „bislang weder von externen noch von internen Stellen an die Verwaltung der Stadt Ansbach herangetragen“ worden. Entsprechende Angebote gebe es in den Räumlichkeiten der Stadt Ansbach daher noch nicht.

Keine Anfragen bei den Landratsämtern

Fabian Hähnlein, Pressesprecher am Ansbacher Landratsamt, berichtet von ähnlichen Erfahrungen: „Konkret wurde bislang weder vom Personal, noch aus der Bevölkerung an das Landratsamt Ansbach der Wunsch herangetragen, Angebote wie beispielsweise einen Automaten für die Ausgabe kostenloser Tampons und Binden in öffentlichen Einrichtungen oder Schulen im Landkreis Ansbach umzusetzen.“

Sechs Schulen des Landkreises Neustadt/Aisch-Bad Windsheim haben rückgemeldet, dass sie kostenlose Menstruationsprodukte bereithalten – entweder im Sekretariat oder auf Damentoiletten. Die Spender werden laut Christina Bogendörfer aus dem Büro des Landrats von Schülerinnen, Sekretärinnen oder oder Lehrerinnen befüllt. Finanziert würden die Produkte durch Spenden und in einem Fall durch die Schule selbst. Das Angebot komme sehr gut an.

Im Landratsamt Neustadt/Aisch-Bad Windsheim selbst gebe es keine Spender für kostenlose Menstruationsprodukte. Anfragen von Bürgeinnen oder Mitarbeiterinnen diesbezüglich seien für das Landratsamtsgebäude nicht bekannt.

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