Deutlich teurer wird ab August der Besuch des Flugpioniermuseums in Leutershausen. Eineinhalb Jahre nach der Eröffnung hat der Stadtrat einstimmig beschlossen, die Eintrittspreise kräftig anzuheben. Ab 1. Juli werden die Öffnungszeiten verlängert.
Um 50 Prozent steigt der reguläre Eintrittspreis: von bislang fünf auf künftig 7,50 Euro pro Person. Der ermäßigte Preis wird um zwei Euro von 3,50 auf 5,50 Euro angehoben. Familien (zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder unter 16 Jahren) zahlten bisher zwölf Euro, ab August sind es 19 Euro.
Die Familien-Jahreskarte wird fortan für 76 Euro angeboten. Bislang waren es 48 Euro. Für Kindergeburtstage werden künftig 110 Euro (bisher 90) fällig. Und die Gruppenführungspauschale wird von 45 auf 60 Euro angehoben (zuzüglich ermäßigtem Eintritt für alle Teilnehmenden). Bei einer Gruppe mit 20 Personen komme man somit dann auf 8,50 Euro pro Kopf, bislang sind es 5,75 Euro, rechnete Museumschefin Dr. Laura Gebauer vor, als sie sich nun im Stadtrat aus der Elternzeit zurückmeldete. „Je größer die Gruppe, desto billiger“, sagte sie. Gebauer wies darauf hin, dass aus Sicht von Reiseveranstaltern, mit denen man gesprochen habe, die neuen Konditionen kein Problem seien. „Wir hatten am Anfang sehr niedrige Preise. Viele Gäste sagen, wir könnten ruhig mehr verlangen“, erläuterte Gebauer. Mit der Resonanz auf das Weißkopf-Museum seit der Eröffnung sei man „sehr zufrieden“.
Die Besucherzahlen, die Zahl der Führungen und der Museumsshop „entwickeln sich ganz toll“. Es sei immer Bewegung im Haus und „immer was geboten“. Das Feedback der Gäste falle durchweg positiv aus, so Gebauer.
Zu den üblichen kleineren Anpassungen nach ein, zwei Jahren Betrieb zählt Gebauer optimierte Öffnungszeiten. Derzeit ist das Museum im Alten Landgericht von Donnerstag bis Montag jeweils von 10 bis 16 Uhr geöffnet, Dienstag und Mittwoch sind Ruhetage. Es habe sich aber gezeigt, dass viele Individualbesucher entweder vormittags oder ab 14.30 Uhr kommen. Für den Rundgang brauche man etwa eineinhalb Stunden, so Gebauer. „Es ist schade, wenn man dann hetzen muss“, sagte sie. Deshalb werde man künftig bis 17 Uhr öffnen, was der Stadtrat unisono billigte. Auch Gruppen kämen den Worten der Museumsleiterin zufolge gerne später, weil sie danach direkt zum Abendessen gingen.
Auf Nachfrage von Stadtrat Harald Kapp berichtete Gebauer, das Museum habe im Jahr 2024 bei Betriebskosten von rund 200.000 Euro etwa 75.000 Euro Defizit gemacht. Die erwarteten Mehreinnahmen durch die höheren Ticketpreise von rund 7000 Euro in diesem Jahr könne man gut gebrauchen, um den Eigenanteil der Stadt zu reduzieren und „ein bisschen wirtschaftlicher zu arbeiten“.