Weintourismus in der Region: Zukunft liegt in Erlebnissen und Nachhaltigkeit | FLZ.de

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Veröffentlicht am 08.11.2025 17:59

Weintourismus in der Region: Zukunft liegt in Erlebnissen und Nachhaltigkeit

Imposante Ausblicke bieten sich im Herbst in den Weinbergen nahe Ulsenheim im Bereich des Lehrpfads „Natur und Wengert”. (Foto: Kurt Güner)
Imposante Ausblicke bieten sich im Herbst in den Weinbergen nahe Ulsenheim im Bereich des Lehrpfads „Natur und Wengert”. (Foto: Kurt Güner)
Imposante Ausblicke bieten sich im Herbst in den Weinbergen nahe Ulsenheim im Bereich des Lehrpfads „Natur und Wengert”. (Foto: Kurt Güner)

„Der Weintourismus in Frankens Mehrregion ist ein sehr stabiler und wachstumsfähiger Bereich”, so Elena Schuster auf FLZ-Anfrage. Sie ist am Landratsamt Neustadt/Aisch-Bad Windsheim für Tourismus zuständig. Ihr zufolge wandeln sich jedoch die Anforderungen und Erwartungen der Gäste, die gezielt in Weingütern oder Weinbergen Urlaub machen.

„Es wird zunehmend wichtiger sein, neue Erlebnisformen, differenzierte Angebote und nachhaltige Konzepte zu entwickeln”, so Schuster. Für viele Betriebe bedeute das, „in Erlebnis, Kommunikation und Vermarktung” zu investieren, sich von Mitbewerbern abzuheben und gezielt bestimmte Zielgruppen anzusprechen. Sie fügte hinzu: „Obwohl der Weintourismus stark ist, stehen die Winzer generell unter Druck, da Produktionskosten steigen und Marktanteile rückläufig sind.”

Weingüter stehen unter Druck

Eine weitere Schwierigkeit seien „die steigenden Betriebsauflösungen” und nicht mehr genutzte Weinberge. Dadurch könne langfristig das regionale Landschaftsbild, das derzeit als großer Pluspunkt für den Tourismus gilt, beeinträchtigt werden.

Elena Schuster nannte ein Beispiel aus dem Raum Ipsheim im Hinblick darauf, wie die regionale Weinlandschaft für Touristen noch attraktiver gestaltet werden kann: „Erst kürzlich wurde das Kleinprojekt 'Ipsheimer Panoramablick', eine moderne Installation mit Sitzmöglichkeit in den örtlichen Weinbergen, durch Michaela Kaniber, Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, eingeweiht.” So sei ein „Mehrwert” für den Aufenthalt in den Ipsheimer Weinbergen geschaffen worden.

Durch das Regionalbudget gefördert

Das Projekt wurde durch das Regionalbudget vom bayerischen Landwirtschaftsministerium gefördert. Über dieses Programm, so die Behördenvertreterin, können etwa Gemeinden, Vereine und Privatpersonen Zuschüsse für Kleinprojekte beantragen. Sie verwies darauf, dass auch über das Freizeitportal des Landkreises der Weintourismus gefördert wird. So enthält das Portal beispielsweise eine knapp vier Kilometer lange Tour in den Weinbergen bei Ulsenheim auf dem Lehrpfad „Natur und Wengert”.

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Im Hinblick auf den Raum Ipsheim erwähnte die Expertin zudem das dortige „terroir f”. Dieser Begriff macht die regionale Erlebnisorientierung im Weintourismus deutlich. Das Angebot umfasst nicht nur Veranstaltungen von Winzerinnen und Winzern sowie deren Weinbauvereinen, Gästeführungen und Weinproben: Attraktionen seien auch Kutschfahrten durch die Weinberge oder die Übernachtung in einem Weinfass. Wer ein konventionelleres Domizil vorzieht, findet auf Weingütern etwa Wohnmobilstellplätze vor. Auch im Weintourismus nehme Camping einen immer höheren Stellenwert ein, so Elena Schuster.


Von Kurt Güner
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