Der Reichsstädtische Weihnachtsmarkt ist zu Ende. Laut Birgit Grübler von der veranstaltenden KKT, die auch das neue Konzept zu verantworten hatte, seien viele Besucher und Besucherinnen gekommen und der Streit im Vorfeld sei durchaus weihnachtlicher Stimmung gewichen.
Zur Erinnerung: Erstmals war der Weihnachtsmarkt nicht nur von Donnerstag bis Sonntag geöffnet, sondern an allen Wochentagen im Advent. Zum anderen sollte die Eislaufbahn von Florian und Lisa Kirschbaum aus Burgbernheim eine neue Attraktion darstellen, für die allerdings der Glühweinstand der Familie Krzenck weichen musste. Dies hatte im Vorfeld für Proteste und sogar eine Stadtratspetition gesorgt.
Birgit Grübler, Geschäftsführerin der Kur-, Kongress- und Touristik-GmbH (KKT) fühlt sich im Nachhinein bestätigt: „Unser Angebot ist nur so gut, wie die Besucher es empfinden, und da kann ich nur sagen: Es wurde mit den Füßen abgestimmt (...) und den Kufen darunter”, bilanziert sie gegenüber der Redaktion. Der Markt sei durchgängig gut besucht gewesen, wobei dazu auch das passende Wetter beigetragen habe.
Eine Einschätzung, die Florian Kirschbaum teilt. „Ich bin sehr zufrieden”, sagt er. Die Eisbahn sei „brutal gut” von einem altersmäßig sehr gemischten Publikum angenommen worden. Kirschbaum erzählt unter anderem von einem älteren Ehepaar, das seit 20 Jahren nicht mehr auf Schlittschuhen gefahren sei und nun das Angebot der Eisbahn genutzt habe.
Die Schlittschuhbahn sei der Magnet für Familien gewesen, meint auch Grübler. Die vielen Stände hätten ein rundes Bild ergeben. Die Schlittschuhbahn mit ihren umfangreichen Öffnungszeiten sei ein eindeutiger Gewinn für den Weihnachtsmarkt und für die Altstadt gewesen.
„Immer wieder haben uns auch Touristen angesprochen und gesagt, wie schön es sei, auch außerhalb des Wochenendes einen Glühwein gemeinsam trinken zu können”, schreibt Grübler in ihrer Bilanz. Ihre Schlussfolgerung: Es gebe keinen Grund, Gravierendes zu verändern oder gar die Schlittschuhbahn im nächsten Jahr nicht mehr anzubieten. Eine „Echteisbahn” allerdings sei nach wie vor nicht bezahlbar und auch ökologisch nicht vertretbar. „Aber träumen ist ja erlaubt”, meint sie.
Grübler bescheinigt allen Akteuren, sehr gute Arbeit geleistet zu haben und schloss dabei die professionellen Marktbeschicker ebenso ein wie die Vereine. Dabei erinnert sie auch an das ehrenamtliche Christkind und die unzähligen Musikkapellen und Künstler. Auch dass es keinen einzigen polizeirelevanten Vorfall gegeben hatte, sei sehr positiv zu werten.
Gegenüber der Redaktion bekannte Florian Kirschbaum, es habe durchaus die Angst gegeben, dass die Querelen im Vorfeld zu einem Boykott des Marktes durch viele Windsheimer führen könnten. Das habe sich nicht bewahrheitet – im Gegenteil: Er habe am ersten Wochenende sogar das Personal aufstocken müssen und viele positive Rückmeldungen bekommen.
Die Querelen im Vorfeld seien unschön gewesen, sagt auch Grübler. Allerdings, so sagt sie, habe sie auch registriert, dass viele gekommen seien, obwohl sie sich vielleicht vorher in die Petition für den „Erhalt des traditionellen Weihnachtsmarktes“ eingetragen hätten. Auch sie spricht von einer durchweg positiven Resonanz ihr gegenüber.
Bezüglich der nicht zum Zuge gekommenen Schaustellerfamilie Krzenck/Straetemans verweist Grübler auf das schwebende Verfahren, weshalb sie keine Stellung bezieht. „Ich möchte das Thema wirklich ad acta legen”, sagt sie.