Die Buden stehen nicht mehr lange. Eine letzte Tasse Glühwein kann am Mittwoch noch getrunken werden. Dann geht der Ansbacher Weihnachtsmarkt nach insgesamt vier Wochen zu Ende. Mit dem Besucherzuspruch und der Kauflust sind viele Händlerinnen und Händler zufrieden. Für einen hatte der neue Standort aber negative Folgen.
Im Großen und Ganzen fällt die Bilanz positiv aus. Allgemein war auf dem Weihnachtsmarkt in diesem Jahr allerdings weniger los. Das berichten mehrere Fierantinnen und Fieranten. „Wir sind auf jeden Fall zufrieden”, sagt Eva Hausmann vom Fischhof in Altendettelsau (Gemeinde Petersaurach). Das vierte Jahr in Folge ist ihre Familie mit einem Stand auf dem Martin-Luther-Platz vertreten.
„Der absolute Renner ist das Karpfenknusper.” Wie begeistert die Besucherinnen und Besucher sind, zeichnet sich vor der Bude ab. Sie kommen ins Schwärmen und geben Empfehlungen. Für viele sei das ein Highlight, weil sie Karpfenknusper das Jahr über nur selten essen, sagt Eva Hausmann. Sie hält seit Beginn des Marktes die Stellung für ihre Familie – dabei wird sie von Freunden unterstützt. „Das ist natürlich ein Kraftakt”, sagt sie. „Mir macht das auch Spaß. Man lernt hier viele neue Leute kennen.”
Mehrere Tausend Liter Glühwein gehen beim Ausschank an der Engel-Pyramide Jahr für Jahr über die Theke. Der Kundschaft reichen roter und weißer Glühwein an Auswahl schon lange nicht mehr. Sie wollen Vielfalt, weiß Mirko Hiebenthal, der seit zwei Jahrzehnten für den Betreiber des Standes arbeitet. „Wir sind sehr zufrieden, es läuft ganz gut”, sagt er. Jedoch: „Es ist an manchen Tagen relativ ruhig geworden.”
Die meisten Menschen sind hauptsächlich abends auf den Weihnachtsmarkt gegangen– wenn die vielen Lichter ein besonders schönes Ambiente schaffen. Doch auch in ihrer Mittagspause statteten einige dem Weihnachtsmarkt einen Besuch ab. Am 24. Dezember wird es beim traditionellen Glühwein-Austrinken an der Pyramide noch Getränke zu kaufen geben. „Das lohnt sich noch”, sagt Hiebenthal.
Auf den letzten Tag wird Florian Kirschbaum aus Burgbernheim verzichten. Er betreibt eine Süßwaren-Bude und einen Imbiss. „Der 24. gehört der Familie.” Sobald die letzten Gäste am Dienstag den Weihnachtsmarkt verlassen, wird er mit seinem Team zusammenpacken und die Buden zur nächsten Veranstaltung fahren.
In diesem Jahr hatte er das erste Mal auch einen Stand auf dem Bad Windsheimer Weihnachtsmarkt. „Man kann das nicht vergleichen.” Lobende Worte findet der Schausteller aber für die Stadt Ansbach. „Sie sind immer zur Stelle.” Man könne sich darauf verlassen, als Stand-Betreiber, dass Probleme unkompliziert gelöst werden. Der Ansbacher Weihnachtsmarkt hat sich für Kirschbaum rentiert. Trotzdem sagt er: „Man ist eigentlich froh, wenn es wieder vorbei ist. Aber man freut sich auch wieder auf das nächste Jahr.”
Im vergangenen Jahr hat die Lebende Krippe am Stadthaus nicht nur für Freude bei den Kleinsten, sondern auch für Empörung bei Tierschützerinnen und Tierschützern gesorgt. Vom Zentrum wurde das provisorische Gehege an die Riviera verlagert. An diesem Standort am Beginnen der Bay-City-Brücke gab es bislang noch keine Weihnachtsmarkt-Buden. Vor Beginn des Marktes kam also die Frage auf, ob dann noch viele Menschen die Tiere besuchen. Zum Zeitpunkt des Gesprächs mit der FLZ tummelten sich mehrere Familien vor dem Gehege, machten Fotos und versuchten das Kamel zu streicheln.
Dass der Platz nicht optimal ist, bestätigt Janine Brumbach vom Kalber Gnadenhof. „Es lief nicht so gut wie letztes Jahr.” Über die gesamten Einnahmen zeigt sie sich enttäuscht. Auf dem Martin-Luther-Platz war die Krippe mitten im Geschehen, mehr Spenden sind dadurch eingegangen.
Viele Leute hätten Kamel Zamu und seine Gefährten heuer aktiv gesucht und nur schwer gefunden, erzählt Brumbach. Doch die Stadt habe deutlich gemacht: „Entweder der Platz oder gar nicht mehr.” Der Betreiber sei froh, überhaupt Teil des Marktes sein zu dürfen. Am Dienstag können Groß und Klein ein letztes Mal Karotten an die Tiere verfüttern.