Wolfgang Ringel liegt die Kommunalwahl noch bitter im Magen. Er hat in Weihenzell bei der Wahl um den Bürgermeisterposten eine herbe Niederlage kassiert. Nun gibt er den CSU-Vorsitz ab. Das Mandat für den Gemeinderat nimmt er nicht an.
Mit 67,1 Prozent gewann Volkan Mertkan von der Unabhängigen Liste Weihenzell bei der Kommunalwahl am 8. März. Ab Mai löst er Rathauschef Gerhard Kraft ab, der sich in den Ruhestand verabschiedet. „So ein deutliches Ergebnis schmerzt schon sehr”, sagte Wolfgang Ringel, der gegen Mertkan angetreten war, im Gespräch. „Das muss man ernst nehmen und kann nicht einfach zur normalen Tagesordnung übergehen.”
Dass der CSUler nur ein Drittel der Wählerstimmen bekommen hat, ist für ihn kein Leichtes. Seine Partei hat zudem ein Mandat im Gemeinderat verloren, ebenso wie die Freie Wählergemeinschaft-Umland. Zunächst müsse die CSU das Wahlergebnis noch verdauen, so Ringel. „Und dann werden wir schon hinterfragen: Woran hat es gelegen?”
Wir haben zuwenig gemacht. Das gebe ich zu.
Zumal die CSU seiner Aussage nach einige Aktionen in den vergangenen Jahren für die Gemeinde organisiert und Projekte ins Rollen gebracht hat. Nachdem das wohl nicht überzeugen konnte, ist er sich sicher: „Dann waren das die falschen Rezepte.” Auch den vorher geführten Wahlkampf und die -werbung reflektierte der 54-Jährige. „Wir haben zu wenig gemacht. Das gebe ich zu.”
Etwas Wehmut schwang mit, als Ringel verkündete, dass er sein Mandat im Gemeinderat nicht annehmen wird. Er wolle Raum für Neues schaffen. Zudem sei es anstrengend gewesen, Ehrenämter und seine Arbeit als Beamter unter einen Hut zu bekommen, sagte er. Der 54-Jährige war viele Jahre zweiter Vorsitzender des CSU-Ortsverbands in Weihenzell und ist seit vergangenem Jahr Vorsitzender. Diesen Posten gibt Ringel nun an Jürgen Popp weiter.
Über die Arbeit im Gemeinderat sagte der 54-Jährige: „Das hat alles Spaß gemacht. Es sind schöne sechs Jahre gewesen.” Er ist sich sicher, dass der neue Gemeinderat unter Volkan Mertkan künftig gut zusammen arbeiten wird. „Aber da muss ich nicht unbedingt dabei sein.”