Damit der Volksfestsonntag in Wassertrüdingen keine halbe Sache ist, soll es künftig wieder jedes Jahr bei der Großveranstaltung am Wochenende nach Pfingsten einen Umzug durch die Innenstadt geben. Das hat der Stadtrat beschlossen.
Im Jahr 2017 hatten Kulturausschuss und Stadtrat festgelegt, dass der bunte Tross mit Wagen und Fußgruppen nur noch alle zwei Jahre Bestandteil des Programms sein soll. Hauptsächlich ging es dabei um die Kosten, denn der Stadt ging es zum damaligen Zeitpunkt finanziell schlecht und man musste sparen. Daneben sollten die mitwirkenden Vereine entlastet werden, für die das Schmücken der Wagen mit einem enormen Aufwand verbunden ist. Allerdings zeigte sich auch, dass in den Jahren ohne Umzug der sonntägliche Besuchermagnet fehlte.
Zuletzt war dies im zurückliegenden Juni so. Bürgermeister Stefan Ultsch ließ in der Sitzung des Stadtrates seine Eindrücke Revue passieren, wonach nachmittags im Festzelt nur wenig los gewesen sei. Und dies missfiel offensichtlich auch der Festwirtsfamilie Papert. Denn wie es im schriftlichen Sachvortrag der Verwaltung heißt, seien Wirt und Schausteller mit dem zweijährigen Turnus nicht einverstanden, da das Heimat- und Volksfest ohne Umzug am Sonntag nur sehr schlecht frequentiert sei. Auch von Seiten der Bevölkerung habe es Kritik gegeben.
Wie im Sachvortrag weiter geschildert wird, lagen die Kosten für den Umzug im Jahr 2024, an dem vier Musikkapellen und 19 Vereine mitgewirkt hatten, bei rund 8000 Euro. Eine Anfrage beim Festwirt, ob er der Stadt unter die Arme greifen und sich an den Kosten beteiligen würde, habe dieser abgelehnt und darauf verweisen, dass die Stadt künftig mehr Geld in die Hand nehmen müsse, um die Zukunft der Großveranstaltung zu sichern.
Bürgermeister Stefan Ultsch sah in der Weichenstellung die Grundsatzfrage, ob die Stadt für ein attraktives Volksfest sorgen wolle. Wie er deutlich machte, gehöre aus seiner Sicht ein Umzug mit dazu. Dieser liege wiederum im Interesse eines jeden Festwirts. Jörg Edelmann (Parteiunabhängige Fraktion) und Thomas Kredel (CSU) bewerteten es indes als nicht gut, wenn der Festwirt hier Druck aufbaue.
Max Pelczer (CSU) befand, dass sich die Stadt durchaus um einen sehenswerten Umzug bemühen sollte. Allerdings komme dieser zur Entlastung der Vereine auch mit weniger Wagen aus. Gerade die Teilnehmenden in den Fußgruppen täten sich leicht, mit dem Publikum in Kontakt zu treten, was der Stimmung guttue.
Zustimmung erhielt Pelczer im Grundsatz von Michael Dommel (Grüne), der zudem anregte, dass die Stadt bei der Finanzierung der Kosten nach Sponsoren Ausschau halten könnte. Peter Wittmann (CSU) stellte klar, dass der Festzug für die Bevölkerung gedacht sei und nicht für den Festwirt. Und wer mitwirke, tue dies aus Freude. Wittmann regte aber an, über eine Aufbesserung bei den Wertgutscheinen nachzudenken, die die Teilnehmenden für Getränke und Essen ausgehändigt bekommen.
Die Vergütungen – von Schleppereinsatz bis zu den Wertgutscheinen – waren neben dem Veranstaltungsturnus Bestandteil der Beschlussvorlage. Auf Wunsch von Katharina Bucher (Parteiunabhängige Fraktion) wurde die Entscheidung über die Vergütungen aber nochmals vertragt. Bucher war der Ansicht, dass zunächst ein Stimmungsbild bei den Vereinen eingeholt werden sollte. Das Ratsgremium entschied schließlich, dass der Volksfestumzug wieder jedes Jahr stattfindet. Es gab eine Gegenstimme.