Wasserspielplatz in Reinhardshofen: Neues Schiff begeistert | FLZ.de

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Veröffentlicht am 22.05.2025 14:22

Wasserspielplatz in Reinhardshofen: Neues Schiff begeistert

Planer, Fördergeber, Handwerker: Sie alle stachen am Mittwochmorgen auf dem Reinhardshöfer Wasserspielplatz gemeinsam in See. (Foto: Johannes Zimmermann)
Planer, Fördergeber, Handwerker: Sie alle stachen am Mittwochmorgen auf dem Reinhardshöfer Wasserspielplatz gemeinsam in See. (Foto: Johannes Zimmermann)
Planer, Fördergeber, Handwerker: Sie alle stachen am Mittwochmorgen auf dem Reinhardshöfer Wasserspielplatz gemeinsam in See. (Foto: Johannes Zimmermann)

Mit dem Schiff in See stechen und dabei noch etwas über die heimische Vogelwelt lernen? Im Gutenstettener Ortsteil Reinhardshofen ist das jetzt möglich. Im Rahmen der Dorferneuerung wurde ein Holz-Schiff gebaut, „eine neue Attraktion für den Wasserspielplatz“, freut sich Bürgermeister Gerhard Eichner.

Vogelgezwitscher, eine Weitsicht bis nach Pahres und grüne Idylle: All das können Kapitäne des neuen Schiffes am Ortsrand von Reinhardshofen genießen. Wer von Pahres in das Dorf fährt, wird das Wassergefährt gleich erblicken – ein „echter Blickfang“, attestiert Martin Payer, Vertreter des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) aus Ansbach, das für die Dorferneuerungen mit zuständig zeichnet und Fördergeber ist. Payer ist sich sicher: Reinhardshofen wird im Volksmund schon bald das „Dorf mit dem Schiff“ sein.

Auf Namenssuche für das Holzboot

MS Reinhardshofen, Aischgrund-Diver oder Taka-Tuka? Nein, einen Namen hat das Holz-Boot noch nicht, Eichner will das die Kindergartenkinder entscheiden lassen, mit einer Art Namenswettbewerb. Gefertigt hat das Schiff Mario Mahkorn, ums Fundament hat sich die Firma Willner gekümmert. Den Anker hat die Brauerei Hofmann im so typischen Design spendiert, ein hübscher roter Farbtupfer. Ein Steuerrad, ein Fernglas: Es ist alles da, was so ein Seebär eben braucht.

Eichner bedankt sich beim Bauherren Mahkorn, dem Planerteam und allen Spendern. Zwar sei das Projekt anfangs durchaus ein wenig skeptisch im Dorf beäugt worden, aber der Erfolg gibt den Kümmerern jetzt schon recht: „Die Kinder sind begeistert“, sagt Eichner, aus anderen Ortsteilen der Gemeinde seien schon Rufe laut geworden, dass sie auch gerne so ein Schiff hätten.

Aber Braumeister Georg Hofmann findet: „Das geht eigentlich nur mit der Nähe zur Aisch.“ Auf dem Reinhardshöfer Wasserspielplatz ist die gegeben – und wenn wieder einmal ein Hochwasser den Aischgrund heimsucht, hat man vom Schiff aus – wenn darunter nicht gerade selbst Land unter ist – beste Sicht darauf.

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Hochwassersituation im Aischgrund einberechnet

Apropos Hochwasser: Das neue Kinderspielgerät steht auf Metallstreben und schwebt in der Luft. Planer Bernd Krampe erzählt einen kleinen „Funfact“, wie es im Neudeutschen so schön heißt: Für jene Stahlstützen musste sogar die Hochwasserauswirkung errechnet werden – doch Krampe kann beruhigen: „Sie werden die Hochwassersituation in Uehlfeld nicht verschärfen.“ Die Bürokratie und ihre Ausuferungen eben. Fest steht: Das Schiff ankert in Hochwassersituationen problemlos und wird nicht davongespült.

Damit in Reinhardshofen auch für die Straßensanierung Mittel aus der Dorferneuerung fließen, mussten Planerin Christine Krampe und ALE-Vertreter Joachim Reindler noch ein paar Bewertungspunkte für das Gesamtprojekt holen – schließlich war ein Zuschlag für die Zuschüsse längst nicht gewiss. Und deshalb ist dieses Reinhardshöfer Schiff nicht nur ein Schiff, wie Architekt Bernd Krampe betont, sondern auch noch eine Vogelbeobachtungstation. Das brachte vier Zusatzpunkte für die Dorferneuerung – und so gelang schließlich eine hohe Gesamtförderung. Ja, tatsächlich ist im Boot ein kleiner Naturlehrpfad über Vögel integriert. Feldlerche, Weißstorch – mit Hilfe eines QR-Codes und eines Smartphones können Gäste sich sogar Vogelgezwitscher anhören und auf den Tafeln Wissenswertes über die Arten und ihre Eigenheiten erfahren.

Ein pädagogisches Begleitkonzept

Dr. Catharina Denk, Tochter der Krampes, ist Lehrerin und hat auch gleich noch ein pädagogisches Konzept für Schulen und Kindergärten ausgearbeitet. Begleitmaterial für Lehrkräfte als kleiner „Anstups“, was sich mit dem Lehrpfad alles unterrichten lässt, und ein Praxisbogen für Kinder sind da ebenso inbegriffen wie eine kindgerechte Fantasiereise mit den Vogelarten, die im Schiff genauer beleuchtet werden, so Denk.

Kapitän Goldschnabel nimmt alle mit auf eine kleine Tour in die Welt der Vögel. Der Reinhardshöfer Wasserspielplatz mit einer kleinen Aischgrund-Runde, da sind sich die Initiatoren sicher, wäre auch eine feine Sache für einen Wandertag. Jener Lehrpfad ist jederzeit auch um weitere Tafeln erweiterbar – und alle sind überzeugt, dass besagte Erweiterung auch noch geschehen wird.

Der Wasserspielplatz ist jedenfalls „hoch frequentiert“, sagt Eichner. Und wenn es nach ALE-Vertreter Martin Payer geht, dürfte Reinhardshofen schon bald im Volksmund das „Dorf mit dem Schiff“ sein.

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