Wenig Freude hat die Gemeinde Ergersheim zurzeit mit zwei historischen Gebäuden, die in ihrem Besitz sind: Das eine, Ermetzhofen 61, soll möglicherweise unter Denkmalschutz gestellt werden, das andere in der Seenheimer Straße 11 in Ergersheim, steht bereits unter Denkmalschutz.
Weder das eine noch das andere baufällige Haus darf vorläufig abgerissen werden, solange deren schützenswerte Existenz nicht eindeutig widerlegt sei, wie Bürgermeister Dieter Springmann in der Gemeinderatssitzung vom Montag bekannt gab. Jetzt wartet die Gemeinde gespannt darauf, wann die vom Landesamt für Denkmalschutz in München angekündigte Überprüfung des Anwesens Ermetzhofen 61 stattfinden solle und welches Ergebnis diese bringen werde. Erst dann könnte konkret gehandelt werden.
Für die Seenheimer Straße 11 in Ergersheim sei der Weg bereits vorgezeichnet, wie Dieter Springmann erläuterte: „Wir werden wohl in den sauren Apfel beißen und dieses marode Gebäude endlich sanieren müssen, da die Gemeinde aufgrund eines anonymen Schreibens an das Bayerische Denkmalschutzamt, in dem der aktuelle Zustand dieses denkmalgeschützten Gebäudes kritisiert wird, die Auflage erhielt, etwas gegen dessen Verfall zu unternehmen. Das Landratsamt habe daraufhin angekündigt, zu überprüfen, ob Fenster und Dach des Gebäudes so instand seien, dass kein Regenwasser eindringen könne.
Im Zusammenhang mit dem Zustand, der möglichen Renovierung und einer neuen Nutzung dieses Gebäudes, hatte bereits am 18. September 2024 ein Ortstermin stattgefunden, bei dem Tobias Lange vom Bayerischen Landesamt für Denkmalschutz, Armin Gackstetter von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landratsamtes, Kreisheimatpfleger Georg Schöck, sowie Martin Nadler, und seitens der Gemeinde Jörg Rabenstein und Dieter Springmann anwesend waren. Dieser Ortstermin habe ergeben, dass es sich bei dem Gebäude um ein mittelalterliches Haus aus dem 15. Jahrhundert handle, das nach Aussage von Tobias Lange besonders schützenswert sei. Denn in ganz Mittelfranken seien nur noch wenige Häuser aus dieser Zeit erhalten.
Um die Gemeinde bei der Bestandsaufnahme, der Erstellung eines Nutzungskonzepts, der Vorentwurfsplanung sowie der Berechnung der Kosten eines Sanierungskonzepts zu unterstützen, übermittelte Lange dem Bürgermeister die Adressen dreier Architekturbüros, die mit der Begutachtung und der Neunutzung denkmalgeschützter Gebäude vertraut sind. Viel getan habe sich bisher allerdings noch nicht, wie Springmann bestätigte, weshalb sich der am 8. März neu gewählte Bürgermeister und Gemeinderat in den nächsten Monaten mit diesem Thema auseinandersetzen müssen.