Wenn alle schlafen, wenn auch in der Ortsmitte Stille eingekehrt ist und maximal ein Glockenschlag durch die verwaisten Straßen hallt – dann kommt die dunkle Limousine. Vermummte steigen aus, laufen in den Vorraum der Bank. Und mit einem lauten Knall bricht die Hölle los. So geht es seit Jahren quer durch die Republik, seit die Automatensprenger umgehen. Aus diesem üblichen Vorgehen lässt sich auch viel für den jüngsten Fall in Herrieden ableiten.
Und der hat es in sich. Denn neben der Sprengung der Automaten kam nun auch noch ein Feuer im Erdgeschoss der Sparkasse am Marktplatz hinzu. Die Bilanz: verheerend. Laut Landeskriminalamt (LKA) liegt der Schaden bei mindestens 200.000 Euro. Eine Bewohnerin des Hauses wurde durch den entstandenen Rauch des Feuers leicht verletzt. Überall liegen Trümmer, die Fassade ist rußgeschwärzt. Auch eine Zahnarztpraxis im Haus wurde in Mitleidenschaft gezogen.
Ob die Täter Beute machten, konnte das LKA bislang nicht sagen. Auch konkrete Verbindungen zu anderen Vorfällen in der Region zieht die Polizei noch nicht. Eines steht für die Ermittler aber schon fest: „Die kriminalistische Erfahrung lehrt uns, dass wir bei fast allen Sprengungen einen ähnlichen 'Modus Operandi' haben”, sagt LKA-Sprecher Alexander Groß. Heißt: Die Kriminellen gehen meist ziemlich ähnlich vor.
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