Auf gepackten Koffern sitzt niemand von den in Katterbach und Ansbach stationierten US-Soldaten. Die Wahl von Donald Trump zum neuen Präsidenten in Übersee hat keine unmittelbaren Konsequenzen für den Standort. Zumindest noch nicht.
Trump hatte im Laufe des US-Wahlkampfs mehrfach darauf hingewiesen, die Reduzierung der in Europa stationierten Truppen erneut zum Thema machen zu wollen. Bereits in seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 hatte Trump angekündigt, US-Truppen aus Europa abziehen zu wollen. „Bring the Boys home“, lautete die plakative Ansage. 9500 der rund 34.500 in der Bundesrepublik stationierten GIs sollten nach den damaligen Plänen in die Heimat zurückkehren oder an andere Standorte verlegt werden.
„Das Wahlergebnis ist in der Garnison zur Kenntnis genommen worden.”
Gut möglich also, dass der damals nicht umgesetzte Abzug in den kommenden vier Jahren doch noch realisiert wird und damit auch bereits auf den Weg gebrachte Pläne hinfällig werden. Gerlinde Hoyle, Sprecherin der US-Garnison Ansbach, will sich an Spekulationen allerdings nicht beteiligen: „Ich weiß heute nichts, ich werde morgen nichts wissen und ich werde bestimmt auch nächste Woche nichts wissen. Das Wahlergebnis ist in der Garnison zur Kenntnis genommen worden, jetzt heißt es auf Nachrichten aus Washington warten.“
Es wäre zweifellos eine Rolle rückwärts. Denn erst im Juli 2023 hatte die US-Armee hochtrabende Pläne für die Soldaten in Ansbach angekündigt. In den Barton Barracks in der Meinhardswindener Straße, Hauptquartier der 7. Pionierbrigade, und am nahen Hubschrauber-Stützpunkt in der Katterbach-Kaserne sollen umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen realisiert werden.
In Katterbach ist etwa ein Millionen-Projekt vorgesehen: Dort soll eine Brücke über die Bundesstraße gebaut werden, um die beiden Kasernen besser zu verbinden. In den Barton Barracks sollen aufgrund der vorgesehenen Aufstockung der Truppen unter Trump-Vorgänger Joe Biden gar bis zu 300 Millionen Dollar investiert und der Standort bis 2030 zu einer modernen Militär-Basis ausgebaut werden.
Wird nun alles umgekrempelt, schließlich ist Trump als Präsident auch Oberbefehlshaber der Army? Für Ansbach hätte das auch und gerade in wirtschaftlicher Hinsicht Konsequenzen. Oberbürgermeister Thomas Deffner (CSU) warnt daher vor Spekulationen.
„Auch in der ersten Amtszeit von Trump waren Truppenabzüge geplant. Die sind dann aber auch nicht erfolgt. Insofern muss man abwarten.“ Allerdings sieht auch Deffner durch die „vollkommen geänderte weltpolitische Lage“ aufgrund des russischen Angriffskrieges in der Ukraine einige Fragezeichen. Viele der nach Trumps Wiederwahl nun einsetzenden Gedankenspiele kämen aber einem Blick in die Glaskugel gleich.
Der Ansatz, die von den Amerikanern militärisch genutzten Areale in und rund um Ansbach nach einem möglichen Truppenabzug zivil umzunutzen, erscheint Deffner unrealistisch. Zumal diese Grundstücke allesamt dem Bund gehören. „Ich gehe davon aus, dass alles so bleibt, wie es bisher war.“