Warum sind die Abfallgebühren im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim so hoch? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 05.12.2025 08:59

Warum sind die Abfallgebühren im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim so hoch?

Viel Geld kostet es, die verschiedenen Arten von Abfall, die im Landkreis anfallen, zu entsorgen aufzubereiten oder – im besseren Fall – aufzubereiten. (Symbolbild: Antonia Müller)
Viel Geld kostet es, die verschiedenen Arten von Abfall, die im Landkreis anfallen, zu entsorgen aufzubereiten oder – im besseren Fall – aufzubereiten. (Symbolbild: Antonia Müller)
Viel Geld kostet es, die verschiedenen Arten von Abfall, die im Landkreis anfallen, zu entsorgen aufzubereiten oder – im besseren Fall – aufzubereiten. (Symbolbild: Antonia Müller)

Der Teilbereich „Abfallwirtschaft” des Landkreises Neustadt/Aisch-Bad Windsheim betrifft die Bürger und Bürgerinnen direkter als viele andere. Denn zum allergrößten Teil muss sich dieser Bereich selbst tragen – über die Abfallgebühren. Er wurde in der Sitzung des Ausschusses für Kreislauf- und Abfallwirtschaft diskutiert.

Die Abfallgebühren in dem Landkreis gehören bayernweit zu den höchsten. Es sei aber sehr schwierig, die Gebühren unterschiedlicher Kreise zu vergleichen, hieß es im Ausschuss, wo Harald Trabert (Grüne) das Thema ansprach.

Zwei Punkte, die den Preis erklären, sind die sehr hohen Investitionen, die der Landkreis im laufenden und kommenden Jahr tätigt – in die Bauschuttdeponie Uffenheim, die Abdeckung zweier Deponieabschnitte in Dettendorf und die Erneuerung der dortigen Werkstatt. Das andere sei, wie Gerhard Droßel, der Leiter der Abfallwirtschaft im Landratsamt, zu bedenken gab, dass man einen guten Service leiste. Er persönlich sei nicht scharf darauf, dass – wie anderswo – gelbe Säcke auf den Gehsteigen liegen. Oder dass der Sperrmüll nicht abgerufen wird, sondern – wie früher – in der ganzen Kommune weiße Sprinter auf der Suche nach Möbeln, Altmetall und Haushaltsgeräten durch die Siedlungen streifen.

Ein allgemeines Problem: Die Kostensteigerungen im Sektor „Transport und Entsorgung” liegen mit fast 3,7 Prozehnt deutlich über der allgemeinen Inflation, die 2,3 Prozent beträgt. Das merkte der Kreisausschuss auch bei der Vergabe unterschiedlicher Transport- und Verwertungsverträge im Juli. Die Unternehmen, die bei der nicht-öffentlichen Vergabe den Zuschlag erhielten, wurden jetzt genannt: Ab Januar bis Ende 2030 wird demnach die Firma Tremel Entsorgungs- und Transport in Bechhofen das Grüngut übernehmen und transportieren. Die Haushalte haben immer häufiger Biotonnen, die Grüngutcontainer werden immer stärker genutzt. „120 Tonnen täglich, etwa zehn Lkw, macht das aus”, erläuterte Droßel.

Sogar Unternehmen aus den Niederlanden dabei

Das Abholen und Verwerten des Inhalts der (blauen) Papiertonne bleibt für die nächsten zwei Jahre bei der Firma „Edelhäuser Wertstoffe” in Rothenburg. Neu wird derselbe Betrieb die Waren, die in den Wertstoffhöfen im Kreis gesammelt werden, in den nächsten drei Jahren in die Kreisdeponie nach Dettendorf bringen. Das hat bisher das Unternehmen „Hofmann” erledigt.

Ebenfalls neu ist, dass ein Unternehmen aus den Niederlanden zum Zuge kommt: Bei den Kartonagen, die in den Wertstoffhöfen gesammelt werden, wird künftig „Waste Paper Trade” die Entsorgung übernehmen. Die Kosten für die Verwertung werden dabei jeden Monat nach einem Index des Statistischen Bundesamtes neu festgesetzt. Droßel rechnet damit, dass insbesondere die Preise für Papier, Pappe und Kartonagen weiterhin stark schwanken werden.

Neben den Aufträgen, die der Kreis direkt vergibt, gibt es den Verpackungsmüll, für den die Dualen Systeme verantwortlich sind, also der Inhalt der Gelben Tonne, Glas oder der Anteil der Verpackungen an den Kartonagen. In diesem Bereich wird hart verhandelt: Denn die Menge des Altpapiers nimmt laut Droßel stetig ab, der Anteil des Verpackungsmülls dagegen zu. Die schwankenden Preise machen die Verhandlungen nicht einfacher.

Weniger Müll wird verbrannt

Die Gelben Tonnen wird die Firma Knettenbrech & Gurdulic auch in den kommenden drei Jahren leeren. Altglas wird von „Veolia Umweltservice Süd” abgeholt. Dahinter verbirgt sich die bisherige Firma Hofmann. Bis zum Jahresende sollen etwa 150 veraltete Müllgroßbehältnisse durch zeitgemäße 1,5-Kubikmeter-Depotcontainer ersetzt werden.

Zum Glück habe der Anteil des Mülls, der in der Müllverbrennung in Würzburg landet, wieder etwas abgenommen. Da diese Heizkraftwerke künftig auch in den Zertifikathandel einbezogen werden, stehen im kommenden Jahr aber auch für diesen Bereich Preissteigerungen ins Haus. „Es ist aber noch nicht ganz klar, wie es 2027 abläuft”, erläuterte Droßel.

Angesichts der Kostensteigerungen ist es als Erfolg zu verbuchen, dass der Haushalt nur gering über dem Vorjahresniveau liegt – bei einem Volumen von knapp 20 Millionen im Verwaltungs- und gut sechs Millionen im Vermögenshaushalt. Noch eine beeindruckende Zahl aus der Präsentation Droßels: Pro Einwohner oder Einwohnerin fielen demnach im vergangenen Jahr 111 Kilogramm Restmüll an.


Ulli Ganter
Ulli Ganter
Redakteurin
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