Beeinträchtigungen, Zugausfälle, Verspätungen: An diese Begriffe haben sich Bahnfahrer zwischen Windsbach und Wicklesgreuth in den vergangenen Wochen vermutlich längst gewöhnt.
Immer wieder stehen auf der Nebenstrecke der Deutschen Bahn (DB) im östlichen Landkreis Ansbach kurzfristig über Stunden oder gleich den ganzen Tag die Räder still. Alleine in den vergangenen zwei Wochen kam es an mindestens drei Tagen zu langen Ausfällen. Ist die Linie etwa die Achillesferse des Konzerns in der Region?
Das müsste eigentlich verwundern: Immerhin gehört die Linie als Nebenast der Hauptstrecke Nürnberg-Ansbach nicht gerade zu den intensiv befahrenen Gleisen in der Region. Für den Betrieb im Pendelverkehr reicht ein Triebwagen.
Wenn man den von der DB an Fahrgäste kommunizierten Gründen für die Zugausfälle folgt, liegt aber genau da der Hund begraben: Mal fallen die Fahrten wegen „Reparatur an einem Zug” aus, mal ist es Personalengpass, mal mangelnde „Fahrzeugverfügbarkeit”. Ist kein Zug fahrbereit, geht logischerweise nichts mehr.
Das bestätigt auf FLZ-Nachfrage auch eine Sprecherin der Bahn. Der Flotte an Triebwagen der Baureihe 642, die auf der Strecke fahren, sei eingeschränkt, teilt sie mit: „Leider ist der Reservebestand dieser Fahrzeugbaureihe sehr gering, auch eine Kompensation mit anderen Baureihen ist kaum möglich.”
Die Baureihe 642, von Siemens unter dem Produktnamen „Desiro Classic” vertrieben, fährt seit den 2000er-Jahren in der Region und gehören zum DB-Bestand des „Dieselnetzes Nürnberg”.
Das Problem verschärft habe laut Bahn zuletzt der Unfall an einem Bahnübergang bei Burgbernheim, wo ein weiterer Triebzug der Reihe 642 beschädigt wurde. „Unsere Werkstatt arbeitet mit Hochdruck daran, die Fahrzeugverfügbarkeit im Dieselnetz stabil zu halten”, verkündet die DB.
Es werde sich auch nicht im Zweifel bei Personal- oder Triebzugmangel auf andere Strecken fokussiert, betont die Sprecherin. Allerdings spielten auch die Einsatzstelle und der Ausbildungsstand der Lokführer etwa eine Rolle.