Seit mehr als 30 Jahren ist der Weltladen in der Klostergasse 20 zu finden. Jetzt allerdings will die Kirchengemeinde St. Jakob das Haus verkaufen. Daher muss der Laden umziehen.
Die Kündigung flatterte im Dezember 2025, kurz vor Weihnachten, ins Haus. „Das war schon erst mal ein Schock”, sagt Manuela Keith. Sie bildet gemeinsam mit Axel Pauli und Joachim Foß das Vorstandsteam der Eine-Welt-Initiative Rothenburg.
Zwar war bekannt, dass sich die evangelische Kirche aufgrund ihrer finanziellen Situation von Gebäuden trennen muss, „und wir hatten das auch bereits thematisiert”, sagen die drei. Aber erst als sie es dann schwarz auf weiß vor sich stehen hatten, sei klar geworden, dass es „jetzt ernst wird”. Zunächst habe man überlegt, ob der Laden überhaupt weitergeführt werden kann. „Aber es kann doch nicht sein, dass eine Fairtrade-Stadt wie Rothenburg keinen Weltladen mehr besitzt”, sei die einhellige Meinung gewesen.
Viele Gespräche mit den Mitgliedern und Mitwirkenden und auch innerhalb des Vorstandes haben „ein klares Bekenntnis zu einem weiteren Fortbestand des Weltladens” ergeben.
Bis Ende des Jahres haben Keith, Pauli und Foß nun Zeit, neue Räume zu finden. Die Konditionen der Kirchengemeinde seien „sehr günstig gewesen. Die drei sind sich bewusst, dass die Mietkosten „definitiv höher sein werden”. Dazu kommen in Zukunft weitere Kosten auf den Laden zu, beispielsweise muss ein Kassensystem angeschafft werden.
„Um diese höheren Fixkosten abdecken zu können, müssen wir mehr Umsatz generieren”, sagt Axel Pauli. Ziel wäre es deshalb, eine günstigere Lage für den Laden zu finden, innerhalb der Stadtmauer und entlang der Hauptachsen – weniger abgelegen als die Klostergasse, sodass auch Touristinnen und Touristen leichter den Weg dorthin finden.
„Wenn wir den Kraftakt des Umzugs schon bewältigen, sollte sich auch einiges verbessern”, finden die Vorstandsmitglieder. Größere Schaufenster, ein größerer Verkaufsraum mit Nebenraum – aktuell werden die Waren auf etwa 25 Quadratmetern angeboten.
Erste Objekte haben die drei schon besichtigt, noch ist allerdings nichts spruchreif. Sie hoffen, dass ein neuer Laden auch einen Motivationsschub für alle Vereinsmitglieder bringt. Und nicht nur das: „Wir hoffen außerdem, neue Ehrenamtliche für die Mitarbeit bei uns begeistern zu können”, sagt Manuela Keith.
43 Mitglieder zählt der Verein aktuell, 20 von ihnen sind aktiv im Vorstand, in der Planung, im Ein- und Verkauf, in der Buchführung und in der Dekoration und bei der Organisation von Bildungsveranstaltungen. Überall wäre Unterstützung „absolut erwünscht”, da sind sich die drei einig. Auch eine Person, die sich um die Homepage und die sozialen Medien kümmert, wäre „herzlich willkommen”. Und das nicht erst, wenn der neue Laden öffnet, sondern „jederzeit”, betonen sie.