Schön gestaltet ist jetzt der Platz um den Hexenbrunnen beim Lichtenauer Rathaus. Eine Infotafel, die Reiner Heller vom Museumsverein mit seinem Enkel gestaltet hat, informiert über die Ursprünge.
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts ließ der jüdische Stahlbrillenfabrikant Abraham Schweizer in der Lichtenauer Strafanstalt Brillen fertigen. Sohn Max übernahm die Firma nach seinem Tod. Er war es wohl, der dem Verschönerungsverein 1910 den Brunnen stiftete. Der Stein auf dem Sockel sieht aus wie ein Hexengesicht - daher stammt möglicherweise der Name. Ursprünglich floss aus dem Mund Wasser in den Trog.
Zunächst stand der Brunnen im Eichelgraben bei Malmersdorf. Dieser wurde im Volksmund „In der Hex” genannt, auch daher könnte der Name hergeleitet sein. Später wurde er an seinen jetzigen Platz versetzt. Den Trog zierten einst zwei Davidsterne. Sie wurden in den 1930er Jahren unkenntlich gemacht, um den Brunnen vor den Nazis zu retten. Zudem tarnte man den Trog als Sitzbank. Den Brunnenstock ohne Becken brachte man zurück in den Eichelgraben. Dort steht noch heute der Sockel, während der Rest erneut im Rathausgarten Platz fand.
Damit der historische Brunnen ein schönes Umfeld erhält, half der Obst- und Gartenbauverein, das alte Pflaster zu entfernen. Außerdem wurde das Beet davor bepflanzt, sodass sich im Frühjahr hoffentlich eine wahre Blumenpracht entfaltet. Die Wege wurden von einer Baufirma gestaltet, außerdem reinigte man den Sandstein. Die Maßnahme wurde über das Regionalbudget gefördert. Was jetzt noch fehlt, wäre ein Wasseranschluss, damit es aus dem Hexenmaul wieder sprudelt.