Warum der Lichtenauer Hexenbrunnen vor den Nazis gerettet werden wurde | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 26.10.2025 08:13

Warum der Lichtenauer Hexenbrunnen vor den Nazis gerettet werden wurde

Für die Infotafel zum Hexenbrunnen hat Reiner Heller spannende Fakten zusammengetragen. (Foto: Andrea Walke)
Für die Infotafel zum Hexenbrunnen hat Reiner Heller spannende Fakten zusammengetragen. (Foto: Andrea Walke)
Für die Infotafel zum Hexenbrunnen hat Reiner Heller spannende Fakten zusammengetragen. (Foto: Andrea Walke)

Schön gestaltet ist jetzt der Platz um den Hexenbrunnen beim Lichtenauer Rathaus. Eine Infotafel, die Reiner Heller vom Museumsverein mit seinem Enkel gestaltet hat, informiert über die Ursprünge.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts ließ der jüdische Stahlbrillenfabrikant Abraham Schweizer in der Lichtenauer Strafanstalt Brillen fertigen. Sohn Max übernahm die Firma nach seinem Tod. Er war es wohl, der dem Verschönerungsverein 1910 den Brunnen stiftete. Der Stein auf dem Sockel sieht aus wie ein Hexengesicht - daher stammt möglicherweise der Name. Ursprünglich floss aus dem Mund Wasser in den Trog.

Den Trog zierten früher zwei Davidsterne

Zunächst stand der Brunnen im Eichelgraben bei Malmersdorf. Dieser wurde im Volksmund „In der Hex” genannt, auch daher könnte der Name hergeleitet sein. Später wurde er an seinen jetzigen Platz versetzt. Den Trog zierten einst zwei Davidsterne. Sie wurden in den 1930er Jahren unkenntlich gemacht, um den Brunnen vor den Nazis zu retten. Zudem tarnte man den Trog als Sitzbank. Den Brunnenstock ohne Becken brachte man zurück in den Eichelgraben. Dort steht noch heute der Sockel, während der Rest erneut im Rathausgarten Platz fand.

Damit der historische Brunnen ein schönes Umfeld erhält, half der Obst- und Gartenbauverein, das alte Pflaster zu entfernen. Außerdem wurde das Beet davor bepflanzt, sodass sich im Frühjahr hoffentlich eine wahre Blumenpracht entfaltet. Die Wege wurden von einer Baufirma gestaltet, außerdem reinigte man den Sandstein. Die Maßnahme wurde über das Regionalbudget gefördert. Was jetzt noch fehlt, wäre ein Wasseranschluss, damit es aus dem Hexenmaul wieder sprudelt.

Das könnte Sie auch interessieren
Abschluss der Renovierung: Bischof besucht St. Peter und Paul in HalsbachÄlteste Pfarrkirche am Hesselberg: St. Peter und Paul in Halsbach erstrahlt wiederSeuffert-Orgel: Markt Bibarts alter Schatz soll endlich wieder erklingenScheinfeld bekommt seinen Marktplatz-Brunnen – in einer umkämpften VarianteZukunft für Landjugend: Gerolfingen plant Sanierung des LagerhausesSanierung des Bosseckherweges in Leutershausen soll nicht teurer werdenNeustadts Neptunbrunnen wird wieder einmal aufgehübschtSanierung des Grünen Baums in Dinkelsbühl: Fachleute untersuchen Mittelalter-HausKita-Umbau sorgt in Lichtenau für Verdruss: „Ich habe Bauchweh, das zu hören”Scheinfeld und Wilhermsdorf müssen warten: Verzögerung bei der SportmilliardeWeihenzell plant umfangreiche Kanalarbeiten – und will pfiffige Technik einsetzenDie Plätze in der Gemeinde Oberdachstetten sollen schöner werdenWärmedämmung mangelhaft: Probleme in der Hans-Popp-Halle in WeihenzellZukunft der Aussegnungshalle Lehrberg: Sanierung, Erweiterung oder Neubau?Generalsanierung des Gemeindehauses: Wittelshofen setzt auf „Innen statt Außen”

Andrea Walke
Andrea Walke
... ist Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach und seit Dezember 2012 bei der FLZ. Sie fühlt sich in Rathäusern genauso wohl wie in Gerichtssälen und trifft am liebsten Menschen, die eine interessante Geschichte zu erzählen haben. Seit 2017 betreut sie redaktionell die Aktion "FLZ-Leser helfen".
north