Wandern mit der Familie: Das ist vor allem dann ein besonderes Erlebnis, wenn man mit einem Ranger des Naturparks Frankenhöhe unterwegs ist. Wolfgang Wenk ist einer von ihnen. Er nahm jüngst 22 Erwachsene und Kinder in Neuhof mit auf eine spannende, rund 4,5 Kilometer lange Entdeckerrunde zum Thema Wasser.
In den Genuss der vielen Informationen, die Wenk lieferte, können auch diejenigen kommen, die die Runde mit Hilfe der App des Naturparks Frankenhöhe drehen. Bei der zwölf Stationen umfassenden digitalen Entdeckertour, die auch am Spielplatz in Neuziegenrück startet, erzählen Ranger und andere Akteure ebenfalls viel über den Naturpark, der sich über 1100 Quadratkilometer erstreckt – über die dort herrschenden ökologischen Zusammenhänge und die Kulturlandschaft. Verfolgen kann man dies auf seinem Handy.
Bei der von Wenk geführten Tour ließen die Teilnehmenden das Handy aber in der Hosentasche oder im Rucksack und lauschten seinen Ausführungen. Für Auflockerung und jede Menge Spaß bei Groß und Klein sorgten unterwegs diverse Spiele. Dabei drehte sich ebenfalls alles ums Wasser, es ging um dessen Nutzung in der Vergangenheit und heute sowie seine Bedeutung für die Natur.
Los ging die Runde auf dem Richtung Wald führenden asphaltierten Weg, an der ersten Abzweigung hieß es: links abbiegen. Wenk wies beim ersten Stopp darauf hin, dass es viele Quellen im Naturpark Frankenhöhe gibt. Auch der Feuerbach entspringt dort. Ihm folgte die Gruppe ein Stück auf seinem Weges.
Dabei erfuhren die Teilnehmenden, dass es sich um einen naturnahen Bach handelt, der sich in vielen Kurven durch die Landschaft schlängelt. Ein schöner Anblick. Nach einer Spielrunde auf einer schattigen Wiese folgte der nächste Halt an einem Weiher. Dort gab es viele Infos rund um Karpfen, die ursprünglich aus Asien stammten und von den Römern hierzulande heimisch gemacht wurden. Die vielen Teiche in der Region sind nicht nur für die Karpfen, sondern auch für die Wasserrückhaltung wichtig, stellte Wenk fest.
Etliches wusste er über die Schwarzerlen zu berichten, die wenig später auftauchten. Früher wuchsen viele in den Auenwäldern, entlang der Flusstäler, erzählte er. Unter Auenwäldern versteht man Wälder, die an feuchten Standorten entlang von Bächen und Flüssen wachsen.
Nächste Station war eine Feuchtwiese, die in der Nähe von Flusstälern, Seen oder Senken zu finden ist – in Bereichen also, die durch das Grundwasser feucht gehalten oder regelmäßig überschwemmt werden. Natürliche Feuchtwiesen werden immer seltener, merkte Wenk an, der anschließend viele Infos zum Wald gab. „Dieser ist ein erstklassiger Wasserspeicher. Ein Hektar kann bis zu drei Millionen Liter Wasser aufsaugen.“ Waldboden filtere und reinige das Nass zudem.
Weiter führte der Weg bis zu einer Gabelung, an der linker Hand teils trockene Weiher liegen. Dort hieß es, rechts abzubiegen und dem Weg bis zur links liegenden Scheune zu folgen. Dort ging es links ab in einen Wiesenweg. Nach einem kurzen Stück war die an der Zenn liegende Eichenmühle in der Ferne zu sehen. Den Weg weiter wandernd, bot sich ein fantastischer Blick auf Neuhof. Über den Ort und seine Geschichte wusste neben dem Naturpark-Ranger auch Bürgermeisterin Claudia Wust einiges zu berichten.
Nach einer kleinen Geschichtsstunde, zu der auch die Kinder – wie an den anderen Stationen – viel beitragen konnten, marschierte die Gruppe weiter auf dem Höhenzug bis zu einem artenreichen Magerrasen. Dieser entwickelt sich oft an warmen und trockenen Standorten, erläuterte Wenk. Nicht selten sind es Hänge, wie in diesem Fall. Das steile Areal wird als Streuobstwiese genutzt und als Weidefläche für Schafe, die derzeit zum Bedauern der Kinder jedoch nicht anzutreffen waren. Den steilen Hang hieß es nun hochzukraxeln. Ein schweißtreibendes Unterfangen. Die Kinder hielten jedoch auch hier wieder wacker durch, Mama und Papa halfen beim Aufstieg.
Oben angekommen, mussten viele erst einmal kräftig durchschnaufen, bevor es so lange rechts entlang des dichten Gebüsches weiterging, bis sich eine Lücke auftat. Nun stand wieder ein Weg zur Verfügung, in den man links einschwenkte und von Schatten empfangen wurde.
Auf die nächste Abzweigung rechts abgebogen, war auch Altziegenrück wieder schnell erreicht. Der Spielplatz reizte die Kinder jetzt aber nicht mehr, dafür waren sie zu müde. Gefallen hat die Tour allen – egal, ob Groß oder Klein.