Wander-Tipp: Am Hohenlandsberg auf den Spuren der Vergangenheit | FLZ.de

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Veröffentlicht am 06.06.2024 15:46

Wander-Tipp: Am Hohenlandsberg auf den Spuren der Vergangenheit

Wie riesige Wattebäusche sehen die Wolken aus, die die Wandergruppe auf ihrer rund elf Kilometer langen Tour begleiten. (Foto: Ute Niephaus)
Wie riesige Wattebäusche sehen die Wolken aus, die die Wandergruppe auf ihrer rund elf Kilometer langen Tour begleiten. (Foto: Ute Niephaus)
Wie riesige Wattebäusche sehen die Wolken aus, die die Wandergruppe auf ihrer rund elf Kilometer langen Tour begleiten. (Foto: Ute Niephaus)

Abschalten, die Ruhe genießen und sich den Wind um die Nase wehen lassen – dazu lädt die rund elf Kilometer lange Wanderung ein, die in Weigenheim beginnt. Dabei kann man in die Geschichte eintauchen. Tafeln informieren über Interessantes aus der Historie wie etwa die Burgruine Hohenlandsberg, die das Ziel der Wanderung ist.

Für diese empfiehlt sich eine gute Grundkondition. Da ein Großteil der Strecke nicht beschattet ist, sollten Sonnencreme und -hut nicht fehlen. Festes Schuhwerk mit gutem Profil zahlt sich bei den steileren Passagen aus. Los geht es an der Kirche in Weigenheim, wo auch E-Ladesäulen bereit stehen. Mit dem Rücken zur Kirche stehend, heißt es, in linke Richtung zu starten.

Frösche quaken, Grillen zirpen

Weiter geht es über die Markt- und Alte-Reuscher-Straße zum Sportplatz. Nach diesem gilt es, rechts abzubiegen. Linkerhand sieht man bald in der Ferne Schloss Frankenberg. Es ist ruhig, nur das Quaken der Frösche ist zu vernehmen, das Summen eines Motorfliegers, der in luftiger Höhe seine Kreise zieht, und das Zirpen der Grillen. Am Ende des Pfades nun links auf die mit W 1 gekennzeichneten Weg abbiegen.

Wer jetzt schon eine Pause braucht, kann auf dem Areal vor dem ehemaligen Gasthaus rasten. Zu Sitzgarnituren umfunktionierte alte Pferdeschlitten laden im Schatten der Bäume dazu ein. Gestärkt geht es dann weiter in Richtung der schon in der Ferne zu sehenden und als solche gekennzeichneten Bauschutt- und Erdaushubdeponie.

Fakten zum Weg

Was muss ich zur Wanderung wissen?

  • Länge: rund elf Kilometer
  • Dauer: etwa drei Stunden
  • Start- und Zielpunkt: Kirche in Weigenheim
  • Geeignet für: Wanderer, Naturliebhaber mit einer guten Grundkondition, da ein gutes Drittel der Strecke aufwärts führt. Nicht geeignet für Kinderwagen und Gehbeeinträchtigte
  • Höhenmeter: 150 Meter Differenz zum Startpunkt
  • Wegbeschaffenheit: Befestigte und naturbelassene Wege; Schatten gibt es nur wenig.

Die Natur hat sie sich zurückerobert, überall sind rote blühende Farbtupfer zu sehen. Danach heißt es, dem unteren Weg folgen. Auf diesem verlaufen der Fränkische Marienweg, der Jakobsweg und der Weinparadiesweg. Fernblicke gehören hier zum Programm, ebenso wie der nach und nach beginnende leichte Anstieg. Wer Glück hat, stößt auf dem Weg zur Burgruine Hohenlandsberg auf Schäfer Ernst Beck. Der Unternesselbacher hat die Schafweide in Weigenheim gepachtet und betreibt mit seinen Tieren hier Landschaftspflege.

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Dichtes Vlies bietet Schafen Schutz

Beck, der in diesem Jahr in Rente geht, hat Zeit für einen Plausch. Dabei ist es ihm wichtig, klar zu machen, weshalb die Schafe noch nicht geschoren sind. Das fragen ihn Spaziergänger immer wieder. Die Tiere haben, so Beck, fast die gleiche Anpassung an die Hitze ihrer Umwelt erreicht, wie das etwa von Kamelen bekannt ist.

Selbst bei starker Sonneneinstrahlung erwärmen sich, so Beck – Bezug nehmend auf die Fachliteratur – nur die Spitzen der Wollhaare bis zu einer Tiefe von 15 Millimetern. Das dichte Vlies stelle einen schattenspendenden Schutz dar. Bei den geschorenen Tieren dringe die Hitze hingegen auf die Haut und mache ihnen zu schaffen. Nach diesen interessanten Ausführungen geht es weiter. Dabei ist es wichtig, auf die Beschilderung zu achten, um den Aufstieg in Richtung Hohenlandsberg nicht zu übersehen, der Weg beginnt hinter einer Absperrung. Bergauf gibt es Schatten, das tut gut.

Bevor man den Trampelpfad zum Ziel der Wanderung nimmt, empfiehlt sich ein Blick auf die Info-Tafel, um mehr über die alte Reichsburg Hohenlandsberg zu erfahren. Nach dem Passieren des schummrigen Durchgangs taucht man in die Geschichte ein, von der noch Spuren zeugen.

Fledermäuse sind inzwischen Hausherren

Inzwischen haben Fledermäuse die verschlossenen Hauptgewölbe der Kasematten und der angrenzenden Nebengebäude erobert. Beim Begehen der Ringwallanlage ist Vorsicht geboten, gerade wenn es nass und glitschig ist. Die Aussicht muss früher hier in rund 500 Metern Höhe großartig gewesen sein. Die umliegenden Bäume lassen dies nur noch erahnen, sorgen vielmehr für wildromantisches Ambiente. Auf dem Rückweg geht es stetig bergab. Nun erst einmal dem Weg nach Reusch folgen, später den gekennzeichneten Hohlweg nach Weigenheim einschlagen, der an der Wetterschutzhütte endet. Von dort aus geht es zurück in Richtung Kirche – es ist dieselbe Teilstrecke wie auf dem Hinweg.

Wer sich nach der Wanderung stärken und einen guten Tropfen genießen möchte, wird sicherlich in Weigenheim oder umliegenden Orten fündig. Es empfiehlt sich aber, vorab die Öffnungszeiten abzufragen.

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