Großeinsatz für die Feuerwehr im Wald von Selgenstadt: Über 200 Feuerwehrleute bekämpften einen Brand, ein Dutzend Feuerwehren waren beteiligt.
Die Polizei hat mittlerweile die Brandursache festgestellt. Wie Janine Mendel von der Pressestelle des Präsidiums Mittelfranken mitteilte, war ein 71-jähriger Jäger gegen 18 Uhr mit seinem Pkw in das Waldstück gefahren. Dort fuhr er sich fest und konnte den Wagen nicht mehr befreien. Der Mann machte sich zu Fuß auf, um Hilfe zu holen.
Die vom Auto ausgehende Hitze entzündete in der Folge das trockene Gras unterhalb des Pkw. Das Feuer ergriff das Auto, das vollständig ausbrannte. Besonders tragisch: Der Hund des Jägers war in dem Wagen eingesperrt und verbrannte bis zur Unkenntlichkeit.
Die Flammen griffen auf den Wald über und erfassten eine Fläche von rund 9600 Quadratmetern. Schon um 18.10 Uhr ging der Alarm los und die angerückten Feuerwehren nahmen sofort die Brandbekämpfung auf. Unterstützung bekamen sie dabei von Landwirten, die mit der Beschaffung von Wasser in dem abgelegenen Areal halfen.
Kreisbrandmeister Manuel Wechsler hatte die Einsatzleitung und zieht Bilanz: „Ein Waldbrand ist immer etwas Besonderes, vor allem in so einer abgelegenen Gegend.” Er schätzt, dass eine Schlauchstrecke von zwei Kilometern die Kräfte mit Löschwasser versorgte.
Aber was sind die wichtigsten Schritte bei so einem Großbrand? Wechsler erklärt: „Zunächst lokalisieren wir den Brand. Dann verschaffen wir uns einen Überblick.” Wichtig sei dabei, gleich festzustellen, ob Menschen in Gefahr sind.
Das heiße Wetter machte es für die Feuerwehrleute noch einmal schwieriger. Nachdem die Gefahrenlage klar war, erlaubte Wechsler die leichtere Schutzkleidung und verzichtete auf Atemschutzmasken: „Damit wollten wir vermeiden, dass wegen der hohen Temperaturen noch einer umkippt.” Zusätzlich kamen gegen 21 Uhr noch einmal neue Einsatzkräfte, um zu entlasten und Pausen zu ermöglichen.
Bis 20.15 Uhr war der Brand bis auf einige Glutnester gelöscht. In der Folge überflogen Drohnen das Gebiet und Feuerwehrleute suchten mit Wärmebildkameras und Spaten nach einzelnen Glutherden.
An dem Einsatz waren die Feuerwehren aus Selgenstadt, Haundorf, Biedenbach, Mitteleschenbach, Wolframs-Eschenbach, Merkendorf, Windsbach, Heglau, Lichtenau, Heilsbronn, Petersaurach und Neuendettelsau beteiligt. Wechsler spricht ihnen seinen Dank aus.
Bürgermeister Michael Dörr bereitete sich gerade auf die Stadtratssitzung vor, während der Alarm erklang. „Die Sitzung war wichtig, sonst wäre ich schon raus”, sagt er. Währenddessen wurde er zweimal vom Landratsamt kontaktiert.
„Ich möchte ein großes Lob an unsere Feuerwehren aussprechen”, sagt Dörr, „und auch an die Landwirte, die so schnell mit Wasser aushalfen.” Ihm zeige dieser Einsatz noch einmal die Bedeutung von Sirenenanlagen.
Den Jäger suchten Polizeibeamte übrigens während der Einsatz lief in seiner Wohnung auf. Er war in gesundheitlich schlechtem Zustand und stark dehydriert. Ein Rettungsdienst brachte ihn ins Krankenhaus.
Dass das Gras um das Auto herum so schnell zu brennen begann, ist indes gar nicht so überraschend. Am Mittwoch, also am Tag des Unglücks, hatte der Waldbrand-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes an seinen Stationen im Landkreis Ansbach die Stufe 5 (sehr hohe Gefahr) gemeldet. Das ist die höchste Warnstufe.
Aufgrund des zuvor tagelang ausgebliebenen Niederschlags, der hochsommerlichen Temperaturen und des immer wieder kräftigen Windes gilt in Westmittelfranken schon seit Tagen erhöhte Waldbrandgefahr. Die Regierung von Mittelfranken ordnete bereits mehrfach entsprechende Luftbeobachtungsflüge an.
Am Donnerstag zeigten die Messstationen in Westmittelfranken Stufe 3 (Gollhofen, Weidenbach-Weiherschneidbach, Feuchtwangen-Heilbronn) und 4 (Markt Erlbach-Hagenhofen, Rothenburg). Für das Wochenende wird für alle Messstationen in der Region die zweithöchste Warnstufe 4 (hohe Gefahr) prognostiziert.