Waldbrand am Saurüsselkopf – Katastrophenfall ausgerufen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 04.05.2026 07:40, aktualisiert am 04.05.2026 16:19

Waldbrand am Saurüsselkopf – Katastrophenfall ausgerufen

Dichter Rauch ist über dem Berg zu sehen. (Foto: Gabriel Neumayr/dpa)
Dichter Rauch ist über dem Berg zu sehen. (Foto: Gabriel Neumayr/dpa)
Dichter Rauch ist über dem Berg zu sehen. (Foto: Gabriel Neumayr/dpa)

Das Landratsamt Traunstein hat wegen des Brandes am Saurüsselkopf in den Chiemgauer Alpen den Katastrophenfall ausgerufen. Die Entscheidung habe Landrat Andreas Danzer (Freie Wähler) am Morgen getroffen, teilte das Landratsamt mit. An dem Berg lodern seit Sonntagabend die Flammen. Das Gebiet ist schwer zugänglich. 

Im Zentrum der Einsatzmaßnahmen stehe das Trinkwasserschutzgebiet des Ruhpoldinger Ortsteils Laubau, erläuterte das Landratsamt. Ziel sei es, eine weitere Ausbreitung des Brandes innerhalb des Schutzgebiets zu verhindern und alle verfügbaren Kräfte und Mittel bestmöglich einzusetzen. „Die Lage ist weiterhin dynamisch“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung vom Nachmittag.

Die Feststellung des Katastrophenfalls, bei dem Einsatzkräfte, Fachstellen und Behörden zentral koordiniert werden, sei angesichts der Lage ein notwendiger Schritt, erläuterte Danzer laut Mitteilung. „Jetzt geht es darum, alle Kräfte bestmöglich zu koordinieren und das Trinkwasserschutzgebiet Laubau wirksam zu schützen.“ Zum Einsatzleiter sei Kreisbrandrat Christoph Grundner bestellt worden. 

Dichter Rauch und Löschversuche aus der Luft

Dichter Rauch steigt weiter aus einem bewaldeten Berg auf, wie auch aktuelle Bilder einer Webcam zeigen. Mehrere Hubschrauber starteten zu Löschflügen, um den Brand aus der Luft zu bekämpfen. 

Derzeit seien vier Polizeihubschrauber der Landespolizei sowie zwei Hubschrauber von Heli Austria bei den Löscharbeiten dabei. Auch Hubschrauber der Bundespolizei sowie ein weiterer der Landespolizei Baden-Württemberg kämen zum Einsatz, teilte das Landratsamt mit. Für Dienstag seien darüber hinaus Hubschraubereinsätze der Bundeswehr geplant.

Wenn nötig, solle auch aus Baden-Württemberg am Dienstag erneut ein Hubschrauber kommen, teilte das Innenministerium in Stuttgart mit. In der Nacht sei ein Löscheinsatz durch Polizeihubschrauber nicht möglich. Zusätzlich entsende die Polizei Baden-Württemberg den in Bayern nicht vorhandenen Flugfeld-Tankwagen zur Treibstoffversorgung direkt im Einsatzraum.

Die Feuerwehr kämpft parallel dazu am Boden gegen das Feuer, etwa mit Bewässerungsmaßnahmen entlang der Forstwege im Bereich Seekopf. Die Lage werde laufend überwacht und bewertet. Ein direktes Eingreifen am Boden sei wegen der steilen und schwer zugänglichen Lage „nicht zielführend und würde eine Gefährdung für die einzelnen Kräfte darstellen“, hatte die Gemeinde erläutert. 

Die Brandursache ist noch unklar. Für ganz Bayern gab der Deutsche Wetterdienst für Montag auf dem Waldbrandgefahrenindex die Stufe drei von fünf aus. In einigen Regionen unter anderem in Alpennähe war es Stufe vier. In den nächsten Tagen soll die Gefahr mit aufkommendem Regen sinken. Laut der Gemeinde Ruhpolding waren am Montagmorgen rund vier bis fünf Hektar Waldfläche betroffen. 

Feuerwehren aus Ruhpolding und umliegenden Orten wurden zusammengezogen. Laut Landratsamt sind rund 175 Kräfte im Einsatz. 

Ascheregen möglich 

Im betroffenen Gebiet südlich des Ortsteils Laubau und der Chiemgau Arena könnte es Ascheregen geben. In diesem Fall sollten Anwohner Fenster und Türen geschlossen halten und den Aufenthalt im Freien nach Möglichkeit reduzieren.

Aktuell bestehe aber keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung. Dennoch mahnte die Gemeinde, das Gebiet weiträumig zu meiden und die Zufahrtswege für Einsatzkräfte freizuhalten. 

Der Brand war am Sonntagabend nach tagelanger Trockenheit mit warmen Temperaturen und Sonnenschein ausgebrochen. 

„Es sind auch Polizeibeamte eingebunden“, sagte der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Stefan Sonntag. „Wenn sich Anhaltspunkte für eine Straftat ergäben, also etwa Brandstiftung, würde die Polizei ermitteln. Momentan gibt dafür aber keinen Anhaltspunkt.“ 

Es habe am Wochenende einige kleinere Brände an Wiesen, Hecken und am Schilfgürtel eines Sees gegeben, die wahrscheinlich auf die warme Witterung zurückzuführen seien. „Bei keinem Brand haben wir bisher Hinweise auf eine Brandstiftung.“

© dpa-infocom, dpa:260504-930-29730/6


Von dpa
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