Sommerzeit, Badezeit. Und dafür muss man nicht ans Meer. Im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim wenden die fünf Städte und drei weitere Gemeinden viel Mühe auf, um ihre Freibäder zu Erholungs- und Vergnügungsorten zu gestalten. Unsere Zeitung geht in allen auf Stippvisite. Nach dem Auftakt in Burghaslach besuchen wir im zweiten Teil unserer Sommerserie Neustadt.
Das Neustädter Waldbad ist nicht nur ein Bad. Angegliedert ist dort am Eilersweg auch eine „Adventure Golf-Anlage“ mit einem 18-Loch-Parcours auf fast 1800 Quadratmeter Fläche.
Sie ist in dem durchwachsenen Sommer ein Lichtblick. Im vorigen Jahr golften bis Anfang August gut 2000 Menschen, heuer waren es bis zu selben Zeitpunkt etwa 3200 – mehr als anderthalb Mal so viel. Der Badebetrieb liegt hingegen gegenüber dem Vorjahr etwas zurück – um knapp 10.000 Gäste, bedauert Betriebsleiter Julian Lindner.
Doch, so sagt er, ist die Anlage beliebt wie eh und je. Gäste hat man nicht nur aus dem eigenen Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, sondern auch darüber hinaus und besonders aus dem Großraum Nürnberg, Fürth und Erlangen in Scharen, wusste er.
Marion und Hennes haben es sich, bestens ausgestattet auf mitgebrachten Liegestühlen, im Schatten auf der großen Wiese bequem gemacht. Das Ehepaar, das in Rente ist, kommt aus Fürth. Sie bringen alles mit, was man den Tag über so braucht. Auch Kaffee und Lesestoff haben sie dabei. In Neustadt gefällt es ihnen besonders gut, da die riesengroßen Liegeflächen viel Platz böten und der Waldrand zudem viel Schatten spende, befinden die beiden.
Aber auch viele junge Familien suchen Spaß und Abkühlung bei heißen Temperaturen. Martina ist mit ihren beiden Kindern zum Schwimmen gekommen. Sie haben eine Dauerkarte. Tochter Marlene ist zehn Jahre alt und kann bereits schwimmen. Sie liebt es, vom Sprungturm ins Wasser zu springen. Sohn Philipp ist sechs Jahre und gerade dabei, das Schwimmen zu lernen. Das sei im Waldbad super, findet Mutter Martina. „Wir verreisen erst zum Ferienende, da wir vorher noch innerhalb Neustadts umziehen“, sagte sie. Der Strömungskanal und die Massagedüsen zur Erholung zählten zu den Höhepunkten der Beckenlandschaft.
Erst zum zweiten Mal ist Yvonne mit ihren Kindern im Waldbad. Auch ihr gefällt es sehr gut. Drei Jahre ist Sohn Mika und vier Tochter Romy. Das Babybecken sei genial und von der prallen Hitze durch die Sonnensegel gut geschützt. Außerdem habe man einen guten Blick von der angrenzenden Wiese ins Becken.
Kioskbetreiber Hartmut Glück ist indes mit seinem Umsatz heuer nicht so recht zufrieden. Der mäßige Sommer hat seinen Beitrag dazu geleistet. Am besten brummt das Geschäft mit den Familien, die ihrer Tage mit den Kindern dort verbringen. Die Dauerschwimmer, die auch bei trüben Tagen zum Sportschwimmen kommen, sind nicht so kauffreudig, weiß Glück aus Erfahrung.
Bei Sonnenschein verbringen viele den ganzen Tag im Waldbad und wollen es sich dann gut gehen lassen. Zu Glücks Sortiment gehört Freibadtypisches wie Pommes und Eis, neuerdings auch in einer Softeis-Variante. Das bisherige Minus gegenüber den Vorjahren aufzuholen, daran glaubt Glück trotz der wieder heißer angekündigten Tage nicht mehr.
Schwimmmeister Lindner möchte, falls das Wetter mitspielt, die Saison eine Woche länger laufen lassen, als es zunächst geplant war. Normalerweise ist mit dem Beginn der Schule Schluss, doch heuer sollen die Pforten bis zum 15. September geöffnet bleiben.
Im Waldbad tummeln sich im Übrigen nicht nur die Schwimmfreunde, die sich im Übrigen zweimal die Woche – dienstags und donnerstags – auch schon früh um 6 Uhr in die Fluten stürzen können; auch die Mitglieder des Tauchclubs kämen auf ihre Kosten. Jenseits des Wassers kann das Waldbad neben einem Beachvolleyballfeld sogar mit einem Beachhandballfeld aufwarten.
Waldbad in Neustadt