VSR-Gewässerschutz: Nitratbelastung im Grundwasser im Landkreis Ansbach zu hoch | FLZ.de

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Veröffentlicht am 03.07.2025 11:40

VSR-Gewässerschutz: Nitratbelastung im Grundwasser im Landkreis Ansbach zu hoch

Harald Gülzow analysierte die Wasserproben. (Foto: Ruben Wiltsch)
Harald Gülzow analysierte die Wasserproben. (Foto: Ruben Wiltsch)
Harald Gülzow analysierte die Wasserproben. (Foto: Ruben Wiltsch)

Der VSR-Gewässerschutz hat in den Mitte Mai in Ansbach abgegebenen 103 Brunnenwasserproben eine hohe Nitratbelastung festgestellt. Die gemeinnützige Organisation fordert in einer Pressemitteilung die Bundesregierung auf, Agroforst als wichtigen Baustein einer nachhaltigen Landwirtschaft voranzubringen. Agroforst ist eine Form der Landnutzung, bei der Bäume oder Sträucher mit landwirtschaftlichen Kulturen oder Tierhaltung auf derselben Fläche kombiniert werden.

Durch diese Agroforstsysteme lasse sich die Nitratbelastung nachweislich senken, ohne den Ertrag auf dem Acker zu verringern. Die Nitratrichtlinie verpflichte dazu, Überschreitungen des Grenzwertes für Nitrat von 50 Milligramm pro Liter zu verhindern.

In jeder dritten Probe eine Überschreitung von 50 Milligramm pro Liter

Harald Gülzow stellt bei der Auswertung der Messergebnisse fest, dass die Nitratbelastung im Brunnenwasser trotz vieler Auflagen zu Düngemenge und Düngezeitpunkt nicht wie erhofft sinkt. „In jeder dritten Probe aus den privat genutzten Brunnen stellten wir eine Überschreitung von 50 Milligramm pro Liter Nitrat fest“, erklärt er.

Besonders erschreckend fand der Gewässerexperte die Belastung in je einem Brunnen in Wolframs-Eschenbach mit 116 Milligramm Nitrat pro Liter (mg/l), in Burgoberbach mit 96 mg/l, in Sachsen bei Ansbach mit 96 mg/l, in Sauernheim mit 94 mg/l, in Ansbach mit 94 mg/l, in Petersdorf mit 91 mg/l und in Eyb mit 83 mg/l. Etwas weniger hoch belastet ist das Brunnenwasser in Lichtenau mit 76 mg/l Nitrat und in Oberfelden mit demselben Wert.

„Bäume helfen Nitratbelastung im Grundwasser zu verringern”

Im Landkreis Ansbach bestehen die landwirtschaftlichen Flächen zu 68 Prozent aus Ackerflächen. Es dominieren Felder ohne Bäume. Das leichtlösliche Nitrat im Dünger wird durch Regenfälle schnell in tiefere Bodenschichten verlagert. Dort können die Feldfrüchte die Nährstoffe nicht mehr zum Wachstum verwenden. Im Gegensatz dazu können Bäume mit ihren tiefen Wurzeln das in die Tiefe transportierte Nitrat für sich nutzen. „Bäume auf den Feldern helfen, das Nitrat wieder an die Oberfläche zu befördern und so die Nitratbelastung im Grundwasser zu verringern.“

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Diese Agroforstsysteme tragen außerdem zum Klima- und Artenschutz bei. Es fehlten bislang jedoch die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, um die breite Umsetzung zu ermöglichen.

Bündnis von Agrarexperten und Beratern fordern Agroforstsysteme

Aus diesem Grund haben ein Bündnis von Agrarexperten und Beratern in dem Positionspapier „Agroforst Jetzt!“ dargelegt, wie notwendig und dringlich die Durchsetzung von Agroforstsystemen in Deutschland ist. „Wir unterstützen den Aufruf: Agroforst Jetzt“, so Gülzow. Man fordere die Bundesregierung auf, klare Rahmenbedingungen für die Agroforstwirtschaft zu schaffen.

Es werde dabei dargelegt, dass diese effiziente Form der Landnutzung die Anpassungsfähigkeit der Landwirtschaft an den Klimawandel verbessere. Durch den Schutz vor Bodenerosion sowie die Förderung der Taubildung können Agroforstsysteme mit einer ertragsstabilisierenden Wirkung dazu beitragen, die Lebensmittelversorgung auch bei zunehmenden Extremwetterereignissen zu sichern.

Weitere Infos finden Sie hier sowie auf der Homepage der Initiative.

Sauberes Wasser

Der VSR-Gewässerschutz wurde 1980 als Zusammenschluss von Bürgerinitiativen gegründet und setzt sich seit über vier Jahrzehnten für sauberes Wasser ein. Das Labormobil ist von April bis September unterwegs, um Brunnenwasser zu untersuchen und zu informieren. Im Winter werden Flüsse und Bäche beprobt, um festzustellen, inwieweit Nitrat im Grundwasser dort zur Belastung führt. Für viele Bäche stellt das Zusickern des belasteten Grundwassers eine Hauptursache für die starke Nitratbelastung dar.


Michael Heinz
Michael Heinz
Redakteur in der Lokalredaktion Ansbach seit 2002
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