Die AfD hat nach offiziellen Angaben mit 38,2 Prozent der Stimmen die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern gewonnen. Das teilte die Landeswahlleitung mit. Auf Platz zwei folgt die SPD mit 35,5 Prozent, zudem ziehen die Linke (6,5 Prozent) und die Grünen (5,7 Prozent) in den Landtag ein. Die CDU (4,9 Prozent) sowie das BSW (4,8 Prozent) scheitern knapp.
Die AfD kommt demnach im neuen Parlament auf 32 Sitze, die SPD auf 29, die Linke wie die Grünen auf 5 Sitze.
Erstmals wird die AfD damit stärkste Fraktion im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Gegenüber der Wahl von vor fünf Jahren haben die Rechtspopulisten ihr Ergebnis mehr als verdoppelt (damals 16,7).
Der Kandidat der AfD für das Amt des Ministerpräsidenten, Leif-Erik Holm, leitete daraus einen Regierungsauftrag für seine Partei ab. Er werde mit den anderen Parteien über die Möglichkeit einer Zusammenarbeit sprechen. Allerdings haben bis auf das BSW bisher alle anderen politischen Kräfte eine Kooperation mit der AfD ausgeschlossen - und das BSW schaffte es am Ende nicht.
Die SPD erlitt leichte Verluste (2021: 39,6 Prozent). Angesichts des Bundestrends zeigte sich die Partei mit dem Ergebnis dennoch zufrieden. „Was für eine Aufholjagd“, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kurz nach Bekanntwerden der ersten Prognosen. In Umfragen vor der Wahl hatte die SPD lange deutlich unter 30 Prozent gelegen.
Die Aufholjagd der SPD ging aber vor allem auf Kosten der kleineren Parteien, allen voran der Union. Erstmals wird die CDU nicht in einem Parlament eines Bundeslands vertreten sein. Empfanden die einst in Schwerin regierenden Christdemokraten schon das Ergebnis von 2021 (13,3 Prozent) als Niederlage, so holten sie diesmal nicht einmal die Hälfte der Anteile. Es ist das schlechteste Abschneiden der CDU bei einer Landtagswahl in der Geschichte der Bundesrepublik.
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