Trinken, trinken, trinken. Das ist bei den derzeitigen Temperaturen das Gebot der Stunde. Und das gilt auch für die 45.000 Metal-Fans auf dem Summer-Breeze-Festival. Die Gruppe um Carolin Maul und Christian Dommel kann sich dort stets auf gekühlte alkoholische und alkoholfreie Getränke freuen – dank des Durstlöschfahrzeugs.
Das knallrote Auto ist nicht zu übersehen. Früher waren damit die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Gerolfingen im Einsatz. Als es ausgemustert wurde, ersteigerte es Christian Dommel 2018. Was dann folgte, nennt er heute mit einem Augenzwinkern „eine dumme Idee“: Er begann das Fahrzeug zu einem Ausschankwagen umzubauen. Während der Corona-Pandemie hatte er „viel Zeit“, das Projekt zu beenden.
Bevor der Gerolfinger anfängt, aufzuzählen, was alles zum Durstlöschfahrzeug gehört, drückt er Interessierten einfach einen Flyer in die Hand. Darauf ist zu lesen, dass die Ausstattung unter anderem eine Ausschankanlage für zwei Fässer, einen Umluftkühlschrank für zirka 70 Flaschen, eine Gläserspülmaschine inklusive Klarspüler, eine Hygienestation mit Warmwasser, eine Fünf-Meter-Theke aus einer Feuerwehrleiter, eine Musikanlage mit Bluetooth sowie sämtliche notwendige Kabel und Schläuche umfasst.
Dommel vermietet den Ausschankwagen. Die Nachfrage sei groß, sagt er. Das Durstlöschfahrzeug leistete etwa schon bei Vereins-, Betriebs-, Geburtstags- und Hochzeitsfeiern seine Dienste. Auf Festivals hingegen darf es nur, wenn der Gerolfinger selbst mit von der Partie ist. „Da ist mir sonst die Gefahr zu groß, dass was kaputtgeht“, erklärt er.
Seine Premiere bei Summer Breeze hatte das Gefährt 2019, damals war es jedoch noch nicht ganz fertig. Bei der ersten Auflage nach Corona 2022 war es dann komplett.
„Luxus“ sei vor allem die Spülmaschine, sagt Carolin Maul und grinst dabei. Wohl die wenigsten könnten von sich behaupten, auf einem Festival über eine Spülmaschine zu verfügen.
Die Gruppe um Carolin Maul, die aus Dürrwangens Ortsteil Haslach stammt, und Christian Dommel schätzen die entspannte Stimmung bei Summer Breeze. Neuen Leuten, die sie kennenlernen, wird am Durstlöschfahrzeug ein kühles Getränk angeboten – „vorausgesetzt, sie sind nett“, heißt es.
Carolin Maul besucht das Metal-Festival in Dinkelsbühls Stadtteil Sinbronn seit 2008 jedes Jahr und erlebte dabei mit, wie Summer Breeze kontinuierlich wuchs. Mitglieder der Gruppe erinnern sich an die früheren Preise für ein Ticket für alle Tage. Die lagen anfangs im mittleren zweistelligen Bereich. Jetzt muss eine niedrige dreistellige Summe gezahlt werden. Ein gewisses Verständnis hat die Gruppe dafür, dass für bestimmte Sachen Extragebühren erhoben werden: Es gelte schließlich, eine solche Großveranstaltung zu finanzieren.