Mit einem großen Fest haben die Marktgemeinde Lichtenau und der am 21. Mai 2022 gegründete Freibad-Förderverein das 90-jährige Bestehen des Freibades gefeiert.
Bei freiem Eintritt wurde der Aktionstag begangen. Nach der offiziellen Eröffnung durch Bürgermeister Markus Nehmer gab es viele Angebote und Attraktionen für Kinder: eine Hüpfburg, eine Seifenblasenwerkstatt, einen Ballonkünstler oder Hip-Hop-Vorführungen von der Tanzschule Dance 14s. Abende spielte die Band RDL.
Zur Eröffnung gab Markus Nehmer ein Bekenntnis zum Freibad ab: „Dieses Bad ist uns wichtig.“ Es sei eine schöne und angesehene Freizeiteinrichtung, befand Lichtenaus Bürgermeister. Er bezeichnete das Freibad als einzigartig und „von allen geliebt“. Nehmer verhehlte in seiner Ansprache aber nicht, dass ihm und dem Marktgemeinderat die jährlichen Defizite Sorgen bereiten.
Auch Rainer Ströbel, der Vorsitzende des Freibad-Fördervereins, begrüßte die Badegäste. Der Verein habe mittlerweile rund 260 Mitglieder und versuche, die Marktgemeinde beim Betrieb und beim Erhalt des Freibads zu unterstützen. Gleichzeitig sei das Ziel, Lobby-Arbeit leisten, damit die Einrichtung noch lange bestehen kann. „Wir wollen auch noch das 100. Jubiläum des Freibades feiern“, betonte Ströbel.
Der Verein bemühe sich auch mit immer neuen Ideen, das jährliche Defizit zu drücken. Eine davon sei die Einführung des Kassenautomaten, mit dem langfristig die Personalkosten gesenkt werden können.
Bürgermeister Nehmer zitierte aus einem Artikel der Fränkischen Zeitung aus dem Jahr 1935. Damals schwärmte der Lokaljournalist „Das Lichtenauer Schwimmbad darf zu den schönsten Bädern der Umgebung“ gezählt werden.
Diese Beschreibung, so Nehmer, habe nicht von ihrer Wahrheit verloren. Das Freibad gehört für Generationen von Bürgern zum Sommer und sei nicht nur ein Ort zum Schwimmen, sondern auch „Herzstück des Zusammenlebens“, befand der Bürgermeister.
Es wurde, so blickte der Bürgermeister zurück, im Jahr 1935 von 200 Männern des Reichsarbeitsdienstes für 3000 Reichsmark errichtet. Damals sei ein Ort der Freude, der Erholung und der Bewegung entstanden. Das Becken war 50 Meter lang und 16 Meter breit und hatte ein Volumen von 1400 Kubikmeter. Im Frühjahr 1951 wurde es um 200 Quadratmeter erweitert und zur Kirchweih eingeweiht. Im Februar 1956 wurden die Holzkabinen erneuert und eine Umwälzanlage sowie eine Heizanlage eingebaut. 1967 wurden die Parkmöglichkeiten vergrößert.
1971 sei das Bad grundlegend saniert worden, erzählte Nehmer weiter. 1978 wurde das Planschbecken errichtet. In den Jahren 1990 bis 1992 entstanden die Wasserrutsche und ein neues Kinderbecken. In jener Zeit wurde auch das Schwimmerbecken neu ausgekleidet.
Nehmer dankte allen, die sich für den Erhalt und Betrieb des Freibades einsetzen. Er schloss dabei auch alle Bademeister der vergangenen 90 Jahre ein und jetzt die Firma Neptun, die für die Sicherheit und die Ordnung verantwortlich ist. Auch die Wasserwacht sorge bereits seit vielen Jahrzehnten ehrenamtlich und verlässlich für Sicherheit.
Das Freibad sei ein Ort, an dem sich die Gesellschaft spiegele, wo Alt und Jung zusammenkämen. Dort finde Integration statt und Kinder lernten neben dem Schwimmen auch den Umgang miteinander. Mit dieser Geschichte im Rücken, so Nehmer, und mit den engagierten Ehrenamtlichen „sehe ich einer positiven Zukunft für das Freibad Lichtenau entgegen“.