Zu exakt 1806 Einsätzen mussten die insgesamt 172 Feuerwehren im Landkreis im Jahr 2025 ausrücken. Rund 26.000 Stunden haben die Frauen und Männer geleistet, um Menschenleben zu retten und Sachwerte zu schützen. Die Zahlen sind noch einmal gestiegen und „weiterhin auf einem sehr hohen Niveau”, wie es seitens der Kreisfeuerwehr heißt.
Vom Klein- bis zum Großbrand über Katzen auf Bäumen, Wohnungsöffnungen und Ölschäden bis hin zu Verkehrsunfällen: 2025 war wieder fast alles im Einsatz-Portfolio vertreten. Üblicherweise werden die Feuerwehren besonders häufig für technische Hilfeleistungen alarmiert. Mittlerweile macht diese Art der Einsätze zwei Drittel der Gesamtstatistik aus, was vor allem auch der medizinischen Erstversorgung geschuldet ist.
252 First-Responder-Einsätze und zusätzlich 73 Alarme zur Unterstützung des Rettungsdiensts wurden gezählt. Mit der Lebensretter-App, so die Hoffnung von Landrat Dr. Christian von Dobschütz und Noch-Kreisbrandrat Alfred Tilz, könnten die Feuerwehren in diesem Bereich entlastet werden, schließlich sei die medizinische Erstversorgung keine Kernaufgabe der Brandbekämpferinnen und Brandbekämpfer.
Aber auch Verkehrsunfälle und Unwetterschäden fallen unter dieses Stichwort. „Die Anforderungen werden nicht weniger”, betonte von Dobschütz. Extreme Wetterlagen nehmen zu, bei Stürmen oder Hochwasser sind die Feuerwehrkräfte im Dauereinsatz. Der Landrat erinnerte nochmals an den Juli 2021, als Starkregen die Flüsse anschwellen ließ und so manches Dorf von der Außenwelt abgeschnitten war, beispielsweise der Diespecker Ortsteil Stübach.
Aber auch extreme Hitze und Trockenheit lassen die Zahlen im Kernaufgabenbereich der Feuerwehr weiterhin ansteigen. Brände auf Feldern und in der freien Flur seien dabei in Trockenperioden längst keine Seltenheit mehr, wie von Dobschütz erläuterte. Insgesamt 489 Mal war ein Feuer der Grund, weshalb in den Landkreis-Orten Sirenen schrillten und/oder die Piepser schrillten. Mit 41 Großbränden war 2025 auch ein Jahr, das wegen so mancher Einsätze in Erinnerung blieb und bleiben wird, befand der Kreisbrandrat.
Alfred Tilz griff drei solcher Ereignisse heraus. Etwa einen Balkonbrand am 1. April in Markt Erlbach. Am Nachmittag wurden die ersten Feuerwehren alarmiert, später zahlreiche Einsatzkräfte nachgeordert. Der Brand breitete sich aus, die Photovoltaik-Module auf dem Dach erschwerten die Löscharbeiten, so Tilz. Das gesamte Dachgeschoss des Sechs-Familien-Hauses stand in Flammen, Rauch zog über Markt Erlbach, weshalb letztlich auch über die Nina-App gewarnt wurde. Bis in die Morgenstunden zog sich der Einsatz hin.
Für die beteiligten Feuerwehrleute bleibt auch ein verheerendes Feuer am 1. Mai um Mitternacht in Burgbernheim in Erinnerung. Ein Zimmerbrand im ersten Geschoss schnitt einer Person den Weg ab, diese sprang aus dem zweiten Obergeschoss und wurde verletzt. Für einen Senior kam hingegen jede Hilfe zu spät, er wurde tot aufgefunden. Rund 100 Einsatzkräfte kämpften über fünf Stunden gegen die Flammen.
Auch den Ullstadt-Fall aus dem November sprach Tilz an. Am Mittag waren damals einige Feuerwehren alarmiert worden, beim Eintreffen der ersten Kräfte brannte der Dachstuhl bereits lichterloh. „Es war unklar, ob noch Personen im Haus sind.” Nach geraumer Zeit kam die Entwarnung: Die Betroffenen konnten sich selbst ins Freie retten, mussten allerdings vom Rettungsdienst behandelt werden. Brisant für die Brandbekämpfer: Im Hof lagerten Gasflaschen. Diese drei Großbrände nannte der Kreisbrandrat stellvertretend, betonte aber auch: „Es gäbe noch viele Einsätze, die kurz beleuchtet werden könnten.”
1806 Alarmierungen im Jahr bedeuten fünf pro Tag, im Schnitt muss also alle 4,8 Stunden mindestens eine Feuerwehr im Landkreis ausrücken. „Bei diesen Einsätzen konnten über 670 Menschen gerettet, betreut oder medizinisch versorgt werden”, berichtete Tilz. Für mehr als 30 Personen kam allerdings jede Hilfe zu spät, zumeist bei Wohnungsöffnungen durch die Feuerwehren, aber auch bei Bränden und tödlichen Verkehrsunfällen.
„Ich darf mich bei allen bedanken, die hier Dienst leisten”, betonte der Kreisbrandrat. „Aber auch bei denen, die Verständnis für den Feuerwehrdienst zeigen, bei den Familienangehörigen und vor allem bei den Arbeitgebern für die berufliche Freistellung.”
Eines sei klar: „Ohne ehrenamtliche Dienste könnte diese Aufgabe nicht geleistet werden, oder man müsste sie teuer bezahlen.” 5848 Männer und Frauen über 18 Jahre stehen bereit, wenn Bürgerinnen und Bürger, Nachbarn oder Menschen aus anderen Gemeinden Hilfe brauchen. Tilz dankte aber auch ausdrücklich den Kommunen, die viel Geld in die „Pflichtaufgabe Feuerwehr” investieren – in neue Häuser, Fahrzeuge und generelle Ausrüstungsgegenstände.