Mancherorts in Deutschland haben die Sommerferien gerade erst begonnen, woanders neigen sie sich bereits wieder dem Ende zu: zunächst in Hessen, in Rheinland-Pfalz, im Saarland, dann kurz später in Niedersachsen, Bremen und dann in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.
Das bringt viel Verkehr auf die Autobahnen - und zwar fast überall. So erwartet der Auto Club Europa (ACE) am gesamten kommenden Wochenende (7. bis 9. August) größere Verzögerungen. Es füllen sich sowohl die klassischen Anreiserouten in südliche Richtung als auch die Wege zu den Küsten von Nord- und Ostsee. Daher lautet auch die Prognose des ADAC: „Staus, wohin das Auge reicht“. Der Reiseverkehr bringe Deutschlands Autobahnen auch an diesem Wochenende ans Limit. Und neu: Die Staus bei der Rückreise dürften demnach nun länger werden als auf den Anreiserouten.
Vor allem am Freitagnachmittag bis in den Abend hinein und am Samstagvormittag sowie am Sonntagnachmittag ist mit langen Staus zu rechnen. Gebremst wird der Verkehr vielerorts durch etliche Baustellen - der ADAC zählt derzeit rund 1.000.
Wer beim Termin für den Reisestart etwas flexibel ist, sollte das nutzen und besser unter der Woche am Montag, Dienstag oder Mittwoch außerhalb des Berufsverkehrs aufbrechen.
Gar kein guter Startzeitpunkt ist der Freitag. Denn hier treffen die Berufspendler auf die Erholungsreisenden, was sich meist bis in den späten Abend hinein mit dichtem Verkehr und hoher Staugefahr bemerkbar macht.
Wer unbedingt am Wochenende starten muss, sollte das laut ACE möglichst früh am Morgen tun oder überlegen, in der Nacht zu fahren. Das allerdings erfordert höhere Aufmerksamkeit, präzise Selbsteinschätzung und regelmäßige Pausen. Vom Wochenende ist der Sonntag noch der beste Reisetag - mit den erst am Mittag zu erwartenden Staugefahren.Der ACE und der ADAC erwarten in den Großräumen Hamburg, Berlin, Rhein-Main, Rhein-Ruhr, Stuttgart und München, dazu auf den Fernstraßen und Nebenstrecken zur Nord- und Ostsee sowie auf folgenden Autobahnen mehr Verkehr und Staus (oft in beiden Richtungen):
Auch im benachbarten Ausland bleibt die Lage angespannt. Das gilt auch für Österreich, wo vor allem die Transitstrecken stark belastet sind - verstärkt auch auf den Heimreisespuren. So ist insgesamt sowohl am Samstag als auch am Sonntag mit deutlich verlängerten Fahrzeiten zu rechnen.
Zudem machen einige Baustellen den Reisenden das Leben weiterhin schwer - etwa im Zuge der mehrjährigen Generalsanierung der Luegbrücke auf der Brennerautobahn (A 13). Auch auf der Reschenpass (B 180) ist im Bereich kurz vor Nauders wegen Bauarbeiten noch mit Verzögerungen zu rechnen. Dort wird ein überdachter Straßenabschnitt zum Schutz vor Steinschlag errichtet.
Zudem weisen die Clubs auf Restriktionen auf den Ausweichstrecken in Tirol hin. So gelten laut ADAC hier seit 1. Mai generell Abfahrtssperren und Fahrverbote an Samstagen, Sonn- und Feiertagen auf den Ausweichstrecken im Raum Reutte (Fernpassroute), Kufstein (Inntalautobahn) und im Großraum Innsbruck für den Transitverkehr.
Wegen der stichprobenhaften Einreisekontrollen an der deutschen Grenze und des stärkeren Rückreiseverkehrs kann es speziell an den Übergängen von Österreich – Suben (A 3), Walserberg (A 8) und Kiefersfelden (A 93) – zu Wartezeiten kommen.
Die aktuellen Reisezeiten in Echtzeit lassen sich für viele wichtige Transitkorridore des österreichischen Autobahnnetzes in nördlicher und südlicher Richtung auf der Webseite der Asfinag ansehen.
Der starke Transitverkehr macht sich ebenfalls in der Schweiz bemerkbar. Auch hier wird es bereits ab Freitagnachmittag voll. Neben den Hauptachsen wie etwa der A 1 (Bern – Zürich – St. Gallen) oder der A 3 (Basel – Zürich – Chur) ist hier die Gotthardroute (A 2) besonders belastet.
Der Gotthardtunnel wird zum Nadelöhr, wo die Staugefahr vor dem Tunnel durchgehend hoch bleibt - Blockabfertigungen sind möglich. An allen drei Tagen werden Wartezeiten zwischen eineinhalb und drei Stunden erwartet - sowohl vor dem Nord- als auch Südportal. Am Samstag und Sonntag dürfte sich die Lage hier meist nur während der Nachtstunden entspannen, wobei auch dann Verzögerungen laut ACE nicht ausgeschlossen sind.
Ab einer Stunde Wartezeit vor dem Gotthardtunnel kommt dem ACE zufolge ein Ausweichen über die San-Bernardino-Route (A 13) infrage. Letztere dürfte allerdings auch stark befahren sein. Reisende sollten entsprechend Wartezeiten einkalkulieren.
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