Am Dienstag klaffte auf dem Schießwasen noch eine große Lücke. Zum Start des Volksfests zur Kinderzeche am Freitag soll diese mit dem Kettenkarussell „Wellenflug” gefüllt sein. Mitte der Woche wurde auf dem Platz noch viel gewerkelt, während Festwirt Christian Papert von einer Neuerung berichtet.
Vieles dürfte beim Volksfest zur Kinderzeche so sein, wie es langjährige Besucherinnen und Besucher kennen: die Fahrgeschäfte, die zirka 50 Stände beim Krämermarkt und das große Festzelt. Neu wird in diesem Sommer sein, dass es entlang der Seite des Zelts zum Festplatz hin einen Biergarten geben wird. Der Grund dafür ist in der alten Eiche zu sehen, die seit Jahr und Tag den Festplatz ziert.
Nach einem Ortstermin mit Vertretern des Landratsamtes hat man sich darauf geeinigt, die Schutzzone um den 1841 gepflanzten Baum zu vergrößern. Das geradezu historische Wurzelwerk soll geschützt werden und die Festbesucherinnen und Festbesucher sollen vor herabfallendem Geäst bewahrt werden.
Wer in dem neu geschaffenen Areal Platz nimmt, sitzt nun zwischen Zelt und Fahrgeschäften. Nahe dran am Treiben auf dem Festplatz.
Neu ist in diesem Jahr auch der Preis für die Maß Bier. Mit 11,20 Euro müssen die Gäste 30 Cent mehr berappen als im vergangenen Jahr. Christian Papert spricht von einer „inflationsbedingt moderaten Erhöhung”.
Für den Festwirt und seine Familie dürfte es ein besonderes Volksfest werden, denn es gilt eine Art Jubiläum zu feiern: 1965, also vor 60 Jahren, war Christian Paperts Opa erstmals der Festzeltbetreiber auf dem Schießwasen. Mit einem „Holzzelt” hat alles angefangen. Weiter ging es mit einem Zelt, dessen Unterkonstruktion aus Stahlrohren bestand, wie der Enkel und heutige Geschäftsführer im Gespräch mit der FLZ berichtet. Sehr zeitintensiv beim Auf- und Abbau sei das gewesen.
Inzwischen verfügt das mittelständische Familienunternehmen, das im Sommer inklusive Kellnerinnen und Kellnern bis zu 150 Leute beschäftigt, über ein Aluminiumzelt.
Geändert hat sich auch das musikalische Programm des Festzeltbetriebs. In den 1960er Jahren habe es ausgereicht, eine Band für sechs, sieben Tage zu buchen. „Das wäre heute undenkbar”, sagt Papert. Längst ist Standard, dass jeden Tag eine andere Band oder Kapelle für Stimmung sorgen soll.
Christian Papert verkörpert die dritte Generation des Familienunternehmens. Doch auch ein Mitglied der ersten Generation beobachtet das Geschehen nach wie vor mit Interesse. Seine 91-jährige Oma Margarete hat den Wunsch geäußert, auch in diesem Jahr in gewohnter Tradition in Dinkelsbühl ein Hähnchen verspeisen zu wollen, wie der Enkel berichtet.
Los geht es an diesem Freitag um 18.30 Uhr mit dem traditionellen Bieranstich, bei dem Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer zuschlagen wird. Auf dem Schießwasen warten auf die Gäste Fahrgeschäfte wie der Autoscooter „Thunder-Road”, die Berg- und Talbahn „Dance Express”, der Irrgarten „Glasfabrik”, die Familienachterbahn „Bugs Bees”, der Baby-Flug oder auch der dann weithin sichtbare Kettenflieger „Wellenflug”.
Die Marktleute bieten an ihren Ständen wieder ein buntes Warensortiment mit Bürsten, Besen, Gewürzen, Hüten, Schürtzen, Schmuck, Lederwaren und vielem mehr an. Auch in kulinarischer Hinsicht wird von Pizza über Döner bis hin zu Langos einiges angeboten.
Auf den Besuch von feierfreudigen Gästen freuen sich die Betreiber des Partyzelts auf dem Gelände der Firma Nikolaus. Bei der „Ladies Night” am Samstag, 19. Juli, ist freier Eintritt für alle Frauen.
Die Stadt Dinkelsbühl weist darauf hin, dass in der Von-Raumer-Straße (bis Lidl) und in der Rudolf-Schmidt-Straße täglich ab 10 Uhr absolutes Durchfahrtsverbot für Kraftfahrzeuge aller Art gilt.
Indes wünscht sich Christian Papert für das Volksfest vor allem, dass das Wetter mitspielt und die Tage nicht wärmer als 30 Grad Celsius werden. Und Hauptamtsleiter Thomas Staufinger hofft, dass es auf dem Festplatz und in der Stadt friedlich zugehe.