Volles Haus in der Werner-von-Linde-Halle in München: Zu den Bayerischen Hallenmeisterschaften gaben 1132 Leichtathleten aus 176 Vereinen 1656 Einzelmeldungen ab. Westmittelfranken war stark vertreten und es gab auch vier Titel für Sportler aus der Region.
Mit einer Gold- und einer Bronzemedaille erwies sich die U18-Athletin Sanja Kropf (TSV Burghaslach) als erfolgreichste Westmittelfränkin. In 58,98 Sekunden entschied sie ihren 400-Meter-Zeitlauf und damit auch die Gesamtwertung für sich. Im gleichen Zeitlauf war ihre Vereinskameradin Friederike Mayer dabei, sie wurde mit 60,35 sec knapp Vierte. Bei den Männern war über diese Distanz Ben Dreßel (LAC Quelle Fürth/früher TSV Burghaslach) am Start, er belegte nach 54,09 sec Rang zehn.
Sanja Kropf ging zwei Stunden später auch über 200 m an den Start. Im Gegensatz zu den beiden Erstplatzierten hatte sie bereits den Langsprint in den Beinen und wurde in einer knappen Entscheidung nach 25,50 sec Dritte.
Das Burghaslacher Duo lief auch die 60 m. Kropf qualifizierte sich mit 7,96 sec als Vorlaufsiegerin direkt für das Finale, wo sie nach 7,98 sec Sechste wurde. Meyer egalisierte mit 8,31 Sekunden ihre persönliche Bestmarke, es reichte als 27. jedoch nicht zum Weiterkommen. Zoé Wilzin (TSV Ansbach) sprintete in neuer Bestzeit von 8,39 sec auf Rang 37, sie belegte zudem mit 1,50 m im Hochsprung Rang zwölf.
Bei den Frauen verfehlte die Sachsenerin Julia Brettschneider (TSV Deggendorf) zweimal knapp ihre persönlichen Bestmarken. Im Vorlauf über 60 m finishte sie nach 8,29 sec (25. Platz), über 200 m belegte sie nach 26,60 sec den zwölften Platz. Die Ornbauerin Amelie-Sophie Lederer (LG Stadtwerke München) entschied ihren 60-m-Vorlauf in 7,59 sec für sich und sicherte sich im Zwischenlauf nach 7,62 sec über die Zeitregel einen Platz im Finale. In diesem belegte sie nach 7,65 sec Rang fünf. Natalie Boß (TSV Ansbach) kam in ihrem Vorlauf nach 8,58 sec durchs Ziel (Platz 43).
Hannes Kreuzer (TSV Burghaslach) verbesserte sich im 60-m-Vorlauf der Männer um zwei Hundertstel auf 7,27 sec (Platz 24). Über 60 m der U20 steigerte sich Matias Neutzler (TSV Ansbach) um zwei Zehntel auf 7,31 sec und kam in den Finalläufen (7,40 sec) auf Rang zwölf. Ferdinand Kohl (TV Leutershausen) verletzte sich nach einem guten Start kurz vor dem Ziel am Beuger und konnte nicht mehr voll durchlaufen. Mit 7,72 sec blieb er knapp über seiner Bestleistung. Er wurde auf Platz 40 der U20 geführt.
Bundeskader-Mehrkämpfer Jakob Sand (TSV Ansbach) startete außer Wertung über 60 m Hürden bei der U18. Mit 8,39 sec lief der 15-Jährige eine herausragende Bestzeit, die ihn auf Rang sieben der deutschen Bestenliste seines Jahrgangs 2010 führte.
In der W15 waren bei 60 Teilnehmerinnen über 60 m neun Vorläufe erforderlich, um die 16 Besten für A- und B-Finale zu ermitteln. Emma Lautner (TuS Feuchtwangen) qualifizierte sich mit ihren 8,24 sec, lediglich eine Hundertstel über ihrem Hausrekord, als 15. für das B-Finale. Dort verbesserte sie ihre Bestmarke auf 8,21 sec und belegte in der Endabrechnung beider Finals Rang zehn.
In der Weitsprungentscheidung mit 21 Teilnehmerinnen verbesserte Lautner im zweiten Durchgang ihre Bestmarke um vier Zentimeter auf 5,16 m. Zwischenzeitlich auf Rang drei liegend, bedeutete dies in der Endabrechnung den fünften Platz.
Malin Hübsch (TuS Feuchtwangen) wurde im Weitsprung der U18 mit 5,09 m, drei Zentimeter unter ihrer Bestweite, Siebte. Im dritten Durchgang der Dreisprungentscheidung der U18 verbesserte Theresa Wetsch (TSV Dinkelsbühl) ihre persönliche Bestmarke um fünf Zentimeter auf 9,76 m und wurde Achte.
Am Ende eines zwölfstündigen Wettkampftages standen Mittel- und Langstreckenläufe auf dem Programm. Ben Vetter (TV Leutershausen) wollte über 3000 m der U18 ein sehr kontrolliertes Rennen laufen. Zunächst mit 40-Sekunden-Runden verhalten beginnend, machte er im Verlauf der 15 Runden Platz für Platz gut und belegte am Ende nach 10:03,68 min Rang fünf. Er verbesserte seine persönliche Bestmarke um drei Sekunden.
Die 3000-m-Läufer der Aktivenklasse und der U20 starteten in einem gemeinsamen Rennen. Damit war vom Startschuss weg für ein hohes Tempo gesorgt. Der U20-Athlet Valentin Herrmann (TSV Ansbach) ließ sich davon anfangs zu sehr verleiten. Lange lag er in seiner Altersklasse auf dem Bronzeplatz, doch in den drei Schlussrunden fehlten dem eigentlich spurtstarken Ansbacher die Kräfte. Seine 9:51,57 min bedeuteten Rang vier, zehn Sekunden fehlten zum Podium.
Die Weihenzellerin Christiane Hecht (TSV Zirndorf) sicherte sich über 800 m der U20 nach 2:25,38 min Bronze. Von Beginn an lag sie allein auf dem dritten Platz und konnte auch den Schlussangriff der Verfolgerinnen abwehren. Über 400 m verfehlte Hecht knapp ihre persönliche Bestmarke und belegte in 63,55 sec Platz zehn.
Der Leutershäuser Simon Körber, der seit Jahresbeginn für Munich Athletics startet, zeigte sich beim Hochsprung der Männer in bester Verfassung und sorgte mit 1,98 m für den höchsten Sprung des Tages. Nach seiner Anfangshöhe von 1,86 m folgten drei weitere fehlerfreie Sprünge bis 1,95 m. Für die 1,98 m benötigte er zwei Anläufe, doch überwand er die Höhe mit einem technisch sehr guten Sprung.
Als letzter verbliebener Athlet des Wettkampfes konnte er die nachfolgende Höhe selbst festlegen. Aus zweierlei Gründen entschied er sich, gleich auf 2,03 Meter zu steigern: Zum einen wäre es für ihn eine neue persönliche Bestmarke gewesen, zum anderen hätte er damit auch seinen Sportfreund Filip Hofmann, der zuschaute, um einen Zentimeter übertroffen. Der zweite und dritte Versuch sahen sehr vielversprechend aus, die Latte blieb jedoch nicht auf ihren Trägern liegen.
Der Ansbacher Filip Hofmann (TSV Gräfelfing) verzichtete wegen einer leichten Verletzung auf zwei Disziplinen und nahm lediglich am Kugelstoß der Männer teil. Dies jedoch mit einem sehr guten Ergebnis. Bereits im ersten Durchgang steigerte er seine Bestmarke um drei Zentimeter auf 13,40 m, um im fünften Versuch mit 13,70 m noch einen draufzusetzen. Dies bedeutete für ihn die Bronzemedaille.
Im Stabhochsprung gingen zwei Titel nach Westmittelfranken. Den einen holte Carina Kilian vom TSV Ipsheim, die seit acht Jahren jede Saison mindestens eine Medaille bei Bayerischen Meisterschaften in ihrer Paradedisziplin gewinnt. Diesmal schlug die 20-Jährige in der Frauenkonkurrenz zu.
Die Entscheidung zwischen den vier annähernd gleich starken Medaillenkandidatinnen fiel bei 3,20 m. Kilian sprintete nervenstark im ersten Versuch mit ihrem schnellsten Anlauf des Tages perfekt auf den anvisierten Absprungpunkt und setzte diese hohe Energie turnerisch sehenswert in eine souveräne Lattenüberquerung um. Die Konkurrentinnen mussten in den zweiten oder dritten Versuch, so war die Vergabe der Medaillen zugunsten der Ipsheimerin entschieden, denn über 3,30 m rissen alle drei Springerinnen dreimal.
Der andere Titel ging bei den U18-Junioren an den Feuchtwanger Leo Trumpp (TSV Gräfelfing). Der stieg erst bei 4,30 m in den Wettkampf ein, als alle Konkurrenten schon ausgeschieden waren. Mit 4,50 m siegte er. Bei den Männern belegte der Neustädter Janosch Bimüller (LAC Quelle Fürth) mit 4,00 m Rang sechs.
Bei den Staffeln wurde die Erfolgsgeschichte der erst wenige Wochen alten Startgemeinschaft Westmittelfranken fortgeschrieben. In der U18 starten Sprinterinnen von TuS Feuchtwangen und TSV Ansbach gemeinsam. Über 4x200 m verbesserten Startläuferin Malin Hübsch, Johanna Barth, Zoé Wilzin und Schlussläuferin Emma Lautner schon bei den Nordbayerischen den Kreisrekord um deutliche fünf Sekunden. In München steigerte sich das Quartett nun noch einmal um eine Sekunde und drückte den Kreisrekord auf 1:53,58 min, was Rang neun bedeutete.
Die Frauen-Staffel des TSV Ansbach über 4x200 m mit Natalie Boß sowie den U20-Läuferinnen Anna Wenk, Catharina Huber und Amelie Dietrich kam in 2:00,08 min auf Rang acht. Auch das war ein neuer Kreisrekord.