Viele Tonlagen beim Drei-Franken-Treffen der CSU | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 18.05.2023 19:03

Viele Tonlagen beim Drei-Franken-Treffen der CSU

Vor Beginn des offiziellen Teils: Digitalministerin Judith Gerlach (Jeansjacke) neben Innenminister Joachim Herrmann im Gespräch mit Gästen des Drei-Franken-Treffens der CSU. (Foto: Ulli Ganter)
Vor Beginn des offiziellen Teils: Digitalministerin Judith Gerlach (Jeansjacke) neben Innenminister Joachim Herrmann im Gespräch mit Gästen des Drei-Franken-Treffens der CSU. (Foto: Ulli Ganter)
Vor Beginn des offiziellen Teils: Digitalministerin Judith Gerlach (Jeansjacke) neben Innenminister Joachim Herrmann im Gespräch mit Gästen des Drei-Franken-Treffens der CSU. (Foto: Ulli Ganter)

Traditionell trifft sich die CSU an Himmelfahrt am Dreifrankenstein, der an der Grenze der drei fränkischen Regierungsbezirke steht. Natürlich feiert die CSU sich dabei selbst bei Bratwurstsemmel und dem Frankenlied. Neben dem Wahlkampfmodus waren aber auch andere Töne zu hören.

„Wir können Bierzelt“ ist Teil der DNA der CSU. Vor allem die beiden ersten Redner zeigten, dass das nach wie vor gilt. Steffen Vogel begrüßte die Gäste als Vorsitzender des – diesmal – gastgebenden Bezirksverbands Unterfranken, der Bundestagsabgeordnete Thomas Silberhorn vertrat die Oberfranken.

Beide gaben Sprüche zum Besten, die schlagzeilentauglich sind – vom Oberbayern-Bashing über die Kritik am queeren Zeitgeist bis zur Klimapolitik in Berlin. Beispiele gefällig? „Die Oberbayern haben die Berge – wir haben den Weitblick“, verkündete Vogel und empfahl den „Klima-Klebern“ den JU-Vorsitzenden Geiselwinds als Vorbild, der diese Veranstaltung organisiert habe und Deutschland damit wirklich voranbringe.

Silberhorn hatte den Eindruck, dass einige Parteien Politik für die Minderheiten machen. Auffassungen wie „gebärende Menschen sind nicht nur Frauen“ müsse man nicht verstehen. Manchmal habe er den Eindruck, dass Parteien sich die Hilfsbedürftigkeit derer erhalten wollen, die auf Sozialleistungen angewiesen seien. „Wir brauchen Menschen, die etwas lernen und leisten und unseren Wohlstand sichern.“

Bravorufe für das Steigerwälder Holz als Wärmequelle

„Bravo“- und „Jawohl“-Rufe gab es für Vogels Äußerung „es ist mir zehnmal lieber, der Steigerwälder holt den nachwachsenden Rohstoff Holz aus dem Steigerwald und heizt damit sein Haus“ als zum Beispiel energieintensiv gefördertes und transportiertes Fracking-Gas als Wärmequelle zu nutzen. Gegen die Heizungspläne der Regierung konnten die Anwesenden auch unterschreiben.

Das könnte Sie auch interessieren
Stadtrat in Herrieden wählt Posten: „Verpasste Chance für neues Miteinander”Stadtrat Dinkelsbühl: CSU scheitert mit Vorschlag zur Verjüngung der StadtspitzeSöder und der Wind: Ministerpräsident zu Besuch in Markt ErlbachProtestbrief an CSU-Generalsekretär: CSA-Beisitzer Georg Haas legt sein Amt niederSPD-Kandidatin Eva Didion erobert Rathaus von Heilsbronn nach einem WahlkrimiErste Bürgermeisterin in Wilhermsdorf: Alexandra Zipfel gewinnt Stichwahl 2026Stichwahl um Ansbachs Oberbürgermeister-Amt: Bei großem Abstand ein offenes RennenWahlkrimi um Ansbachs OB-Stichwahl: Deffner und Eff für die zweite Runde gesetztWahl bringt neuen Bürgermeister für Marktbergel: Martin Grosch offiziell gewähltBei der Wahl zum vierten Mal bestätigt: Kreß bleibt Markt Erlbachs BürgermeisterinBürgermeister-Wahl in Obernzenn: Johannes Weiß schlägt Amtsinhaber deutlichBürgermeister-Wahl in Uffenheim: Lampe muss gegen Schmitt in die zweite WahlrundeBürgermeister-Wahl in Burgbernheim: Klares Ja zu fünfter Amtszeit für SchwarzKommunalwahl in Diespeck: Kräfteverhältnisse im Gemeinderat verschieben sichTrautskirchen bleibt in SPD-Hand: Werner Wirth gewinnt Bürgermeister-Wahl

Sachlicher wurde der Ton dann, als der bayerische Innenminister Joachim Herrmann ans Rednerpult trat, der sich davor mit der Auffassung durchgesetzt hatte, dass von „Großer Gott, wir loben dich“ mehr als nur die erste Strophe gesungen werden sollte. Er betonte nicht nur das „C“ im Namen der christlich-sozialen Union, sondern verwies auf Zahlen: niedrigste Arbeitslosigkeit, niedrigste Kriminalitätsrate, gelungenste Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt in Bayern. Den kräftigsten Applaus gab es für die Arbeit der Polizei.

Hauptrednerin war die 37-jährige bayerische Digitalministerin Judith Gerlach aus dem Landkreis Aschaffenburg. Sie verzichtete darauf, die Besucher und Besucherinnen von der CSU zu überzeugen – „ich glaube, das sind Sie sowieso schon alle“. Die zuvor geäußerte Auffassung „andere brauchen einen Bürgerrat, wir sind nah bei den Leuten“ war bei ihr mehr Herausforderung als Selbstverständlichkeit.

„Viel tun, um Vertrauen zu behalten“

Corona habe mit seinen Videokonferenzen den persönlichen Kontakt erschwert. „Wir müssen viel dafür tun, dass wir im momentanen Getöse der Welt das Vertrauen behalten“, warb sie und berichtete von ihrem Projekt: Seit mehr als einem Jahr kellnere sie wieder – wie in Studienzeiten. Damit unterstütze sie Vereine, die ein Fest ausrichten und sammle Geld für einen guten Zweck. Sie komme aber auch ins Gespräch mit den Menschen.

„Wir können nicht alle Probleme lösen, aber wir brauchen das Vertrauen, dass wir es mit ganzer Kraft versuchen“, warb sie mit eher leisen Tönen. Trotzdem dürfe man keine Angst vor Entscheidungen haben und müsse die Zukunft gestalten. Das gelte ganz besonders für ihren Fachbereich, das Digitale.


Ulli Ganter
Ulli Ganter
Redakteurin
north