Julia Anwander strahlt über das ganze Gesicht. Sie muss nicht sagen, dass sie sich riesig freut, das sieht man. Am 1. Mai darf sie das Amt der Maienkönigin übernehmen und die Stadt repräsentieren.
Sie übernimmt den Posten von Lena Jakob, die zwei Jahre lang Maienkönigin sein durfte. Die 25-jährige neue Repräsentantin der Stadt stammt ursprünglich aus Ansbach und lebt seit drei Jahren in Uffenheim – und das sehr gerne. Sie freut sich bereits auf das Walpurgi-Fest. Sie darf in der Kutsche sitzend den Festzug anführen und nicht mehr nur als Zuschauerin von außen den Zug an sich vorbeiziehen sehen. Für sie ist es eine Ehre, das Amt ausüben zu dürfen.
Mit ihr freut sich auch Uffenheims Bürgermeister Wolfgang Lampe. Ein Bekannter habe Julia Anwander als Maienkönigin ins Gespräch gebracht. Ihr sei dann gesagt worden, sie solle sich darüber Gedanken machen und beim Stadtoberhaupt anrufen, erinnert sich Julia Anwander. Sie konnte sich das Amt vorstellen und schickte dem Bürgermeister eine Mail.
Das Amt der Maienkönigin sei eine alte Tradition in der Stadt, erinnert Wolfgang Lampe an die Entstehung des Walpurgi-Festes und des Umzugs. Der wichtigste Termin sei das Walpurgi-Fest. Viele weitere Termine würden, das zeige die Erfahrung, folgen. Denn mittlerweile ist die Maienkönigin auch häufig mit Weinhoheiten bei diversen Veranstaltungen unterwegs.
Offiziell gibt es für die Maienkönigin keine Krone, dafür aber eine Schärpe. Es sei ein sehr schönes Ehrenamt, das die 25-Jährige nun übernehme. Er habe noch keine Maienkönigin erlebt, der es nicht gefallen habe, so Lampe weiter.
Julia Anwander darf auch in die Partnerstädte von Uffenheim, Pratovecchio-Stia (Italien), Egletons (Frankreich) und Kolbudy (Polen) reisen. Deren Vertreter wird sie an Walpurgi kennenlernen. In diesem Jahr werden etwa 170 Gäste aus den Partnerstädten erwartet. Einen Besuch in den Partnerstädten müsse man einmal erlebt haben, betonte Lampe.
Darauf freut sich Julia Anwander besonders. Französisch hatte sie in der Schule, war auch als Austauschschülerin im Nachbarland. Sie fand es toll, neue Leute kennenzulernen, eine neue Stadt oder ein neues Land. In Polen sei sie noch nie gewesen, weswegen sie da besonders gespannt ist. Beim Deutsch-Polnischen Bierfest durfte sie schon einige Gäste von dort kennenlernen.
Derzeit macht sie nach dem Vermessungsstudium an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt ein Referendariat am Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) in Würzburg, das von der Vermessungsverwaltung und dem Amt für Ländliche Entwicklung gemeinsam angeboten wird. Im Rahmen des Dualen Studiums war sie auch in Ansbach am ALE. Da hatte sie Einblicke bekommen in die Dorferneuerungen Custenlohr und Welbhausen. „Ein schöner Beruf, etwas für die ländlichen Räume tun“, schiebt sie einen kleinen Werbeblock für den Studiengang ein.
Sie ist gerne draußen, geht joggen und wandern. Gärtnern gehört ebenfalls zu ihren Leidenschaften. Ihr Outfit an Walpurgi – das bleibt wie schon bei ihren Vorgängerinnen ein Geheimnis.