Verletzte ignoriert: Autofahrer wegen versuchten Mordes vor Gericht | FLZ.de

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Veröffentlicht am 21.11.2024 23:00

Verletzte ignoriert: Autofahrer wegen versuchten Mordes vor Gericht

An dieser Stelle wurde die Radfahrerin von dem Auto erfasst und in den Graben geschleudert.  (Foto: NEWS5 / Oßwald)
An dieser Stelle wurde die Radfahrerin von dem Auto erfasst und in den Graben geschleudert. (Foto: NEWS5 / Oßwald)
An dieser Stelle wurde die Radfahrerin von dem Auto erfasst und in den Graben geschleudert. (Foto: NEWS5 / Oßwald)

Ein ungewöhnlicher Prozess beginnt am 27. November vor dem Landgericht Ansbach gegen einen 75-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt: Er nahm nach dem Unfall den Tod einer Radfahrerin in Kauf und flüchtete. Die Große Strafkammer muss klären, ob es ein versuchter Mord war.

Der Mann lenkte seinen Pkw am 3. August 2022 abends auf der Strecke von Großhabersdorf in Richtung Ansbach. Kurz nach dem Dietenhöfer Ortsteil Münchzell (Landkreis Ansbach) fuhr er von hinten eine Radlerin an, die in dieselbe Richtung unterwegs war. Durch den Zusammenstoß stürzte die 24-Jährige lebensgefährlich verletzt in den Graben. Sie war zunächst bewusstlos und hätte dringend ärztlicher Hilfe bedurft.

Wagenteile führten zum Fahrzeug

Doch der Autofahrer hielt nicht an. Er meldete sich auch in den nächsten Tagen nicht auf die Medienberichte zu dem Unfall. Die Kripo konnte aus den gefundenen Fahrzeugteilen eindeutig den Wagentyp und dessen Farbe ermitteln. Auf die öffentliche Fahndung bekam sie nach acht Tagen den entscheidenden Hinweis.

Die Spuren gewinnen an Bedeutung. Ein Autofahrer sagt, er habe die Radlerin nicht gesehen, sondern sei von einem Wild ausgegangen. Beim Unfall war es noch hell. (Foto: NEWS5 / Oßwald)
Die Spuren gewinnen an Bedeutung. Ein Autofahrer sagt, er habe die Radlerin nicht gesehen, sondern sei von einem Wild ausgegangen. Beim Unfall war es noch hell. (Foto: NEWS5 / Oßwald)

Autofahrer verteidigt sich: Radlerin bei Münchzell mit Wild verwechselt

Eine Woche nach dem Unfall fand die Polizei den Verursacher. Doch der behauptet, er hätte die 24-Jährige nicht gesehen.
23.08.2022 15:22
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Der Gesuchte behauptete, er habe die Radlerin zunächst nicht gesehen und bei dem Aufprall gedacht, er habe ein Wild angefahren. Die Staatsanwaltschaft legt ihm jedoch zur Last, sehr wohl bemerkt zu haben, dass er einen Menschen so heftig verletzte, dass dieser im Graben landete.

Dies stuft sie als Körperverletzung ein. Weil der Mann weiterfuhr, habe er diese Körperverletzung durch die Fahrerflucht verdecken wollen. Dies sei eine unterlassene Hilfeleistung, weil die 24-Jährige an ihren schweren Verletzungen hätte sterben können, lautet der Schluss der Ermittler.

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Opfer durch Fahrerflucht in Lebensgefahr

Die Frau im Graben konnte sich später durch Winken bemerkbar machen. Um 21.15 Uhr sah sie ein Autofahrer. Sie kam ins Krankenhaus und überlebte. Der Unfall hatte sich irgendwann nach 20.30 Uhr ereignet. Der genaue Zeitpunkt ist bisher nicht bekannt. Ob es für den Unfall wichtig ist, dürfte sich erst im Gerichtssaal zeigen, wenn es um die Lichtverhältnisse geht. In den ersten Augusttagen geht die Sonne am Unfallort gegen 21 Uhr unter.

Die Anklage lautet auf fahrlässige Körperverletzung, unerlaubtes Entfernen vom Unfallort und versuchten Mord. Die Staatsanwaltschaft will nachweisen, dass der Senior durch seine Fahrerflucht die Körperverletzung vertuschen wollte und durch die damit unterlassene Hilfeleistung den Tod der 24-Jährigen bewusst in Kauf nahm. Ihr Tod sei ihm egal gewesen, er wollte unentdeckt bleiben, so der Vorwurf.

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