Veranstaltungen in Ansbach 2025: Hohe Kosten und steigende Sicherheitsauflagen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 08.02.2026 06:00

Veranstaltungen in Ansbach 2025: Hohe Kosten und steigende Sicherheitsauflagen

Das Altstadtfest (hier die Band Tape Jam am Martin Luther Platz) war im vergangenen Jahr ein Publikumsmagnet. Steigende Sicherheitsanforderungen auf der einen und interne Personalengpässe auf der anderen Seite machen das Fest in diesem Jahr zur Herausforderung. (Archivbild: Evi Lemberger)
Das Altstadtfest (hier die Band Tape Jam am Martin Luther Platz) war im vergangenen Jahr ein Publikumsmagnet. Steigende Sicherheitsanforderungen auf der einen und interne Personalengpässe auf der anderen Seite machen das Fest in diesem Jahr zur Herausforderung. (Archivbild: Evi Lemberger)
Das Altstadtfest (hier die Band Tape Jam am Martin Luther Platz) war im vergangenen Jahr ein Publikumsmagnet. Steigende Sicherheitsanforderungen auf der einen und interne Personalengpässe auf der anderen Seite machen das Fest in diesem Jahr zur Herausforderung. (Archivbild: Evi Lemberger)

Ansbach hat 2025 kräftig gefeiert: Streetfood-Festival, Graffiti-Festival, Frühlingsfest, Altstadtfest, Bardentreffen und Kirchweih auf der Ziegenwiese, Rokoko und der Weihnachtsmarkt. Das sind nur die Veranstaltungen, bei denen die Stadt Veranstalter war. Ein teures und aufwendiges Vergnügen.

Das Referat Kultur und Touristik hat alle Register gezogen und das vergangene Sommerhalbjahr bis oben voll mit Veranstaltungen gepackt. Selbst alteingesessene Ansbacherinnen und Ansbacher, die sonst auf allen Veranstaltungen anzutreffen waren, stöhnten: „Das schafft ja keiner mehr.” Je weiter das Jahr voranschritt, desto lauter waren solche Klagen zu hören.

Das Kulturreferat von Nadja Wilhelm hat für das Halligalli viel Geld in die Hand genommen. Wie die Verwaltung auf FLZ-Anfrage mitteilte, hat die Stadt für die aufgelisteten Veranstaltungen gut 570.000 Euro ausgegeben. Dem standen Einnahmen in Höhe von rund 105.000 Euro gegenüber. Also ließ sich Ansbach das große Feiern im vergangenen Jahr fast eine halbe Million Euro kosten. Kann sich die Stadt das in Zeiten leerer Kassen, eines teuren Klinikverbundes und maroder Schulen dauerhaft leisten?

Das Altstadtfest sticht heraus

Größter Ausgabenposten war die zugleich größte Feier, mit der Ansbach aufwarten kann: Das Altstadtfest kostete 132.000 Euro. Dem standen 41.000 Euro an Einnahmen gegenüber. Auf Platz 2 steht der Weihnachtsmarkt mit 110.000 Euro Ausgaben und 60.000 Euro Einnahmen. Frühlingsfest, Urban Impressions (Graffiti) und das Ziegenwiesenfest verursachten jeweils Ausgaben in Höhe von rund 45.000 Euro.

Markant ist, um wie viel die Sicherheit bei den Festen teurer geworden ist. Das ist kein Ansbacher Problem. Nach verschiedenen Anschlägen stiegen die Anforderungen. Das macht allen im Veranstaltungssektor zu schaffen, heißt es aus der Branche. Bei einer Veranstaltung wie dem Altstadtfest lassen sich die Kosten auch nicht einfach auf die Budenbetreiber abwälzen. Denn das sind in den meisten Fällen Vereine, die mit dem Fest ein Stück weit gefördert werden sollen.

„Der Anteil der Sicherheitskosten beträgt je nach Veranstaltung zwischen 15 und 30 Prozent”, teilte die Stadtverwaltung auf FLZ-Anfrage mit. In Summe kamen 2025 knapp 110.000 Euro an Ausgaben hierfür zusammen. Im Vorjahr sind es weniger als 60.000 Euro gewesen.

Obendrauf kamen 2025 noch die Ausgaben für die klappbaren Straßenblocker. Rund 140.000 Euro hat die Stadt hierfür nach eigenen Angaben bezahlt. Dabei machen die Teile noch immer Probleme, weil viele Fahrzeuge auf den heruntergeklappten Sperren aufsitzen.

Nicht erwähnt hat die Stadt in ihrer Antwort auf die FLZ-Anfrage die Ausgaben für die Konzertreihe Jazzarise. Hier war die Stadt neben dem Bayerischen Musikrat Mitveranstalter und musste sich unter anderem um die Werbung und um die Anmietung von Spielstätten kümmern. Was das gekostet hat, blieb trotz Nachfrage offen.

Veranstaltungsprofi hat gekündigt

Eine Besonderheit stellen die Bachwoche, Rokoko und die Ansbach Open dar, die jeweils im Zweijahresrhythmus stattfinden. Für die Bachwoche flossen laut Stadtverwaltung in den Jahren 2024 und 2025 in Summe 210.000 Euro. Die Rokoko-Festspiele schlugen mit 176.000 Euro zu Buche. Für das Ansbach Open ist ein Defizitausgleich von bis zu 100.000 Euro festgelegt, was ebenfalls auf zwei Jahre verteilt im Haushalt zu finden ist.

Unabhängig von steigenden Kosten für derartige Events gibt es noch ein weiteres Problem: ein personelles. Sebastian Buhl, der bislang im Referat Kultur und Tourismus tätig war, hat die Verwaltung nach vier Jahren auf eigenen Wunsch verlassen. Seit Jahresanfang arbeitet er nicht mehr an seinem Schreibtisch im Stadthaus. Zu den Gründen wollte er sich auf Anfrage der FLZ nicht äußern. Seine Kandidatur für den Bürgermeisterposten in Heilsbronn dürfte einer der Gründe sein, dem Vernehmen nach soll die Stimmung in der Abteilung ein weiterer sein.

Buhl hat unter anderem Altstadtfest und Weihnachtsmarkt maßgeblich organisiert. Die beiden Großveranstaltungen hat die Stadt vom Verein Citymarketing übernommen, als dieser sich 2020 auflöste. Als es um zusätzliche Stellen im Kulturamt fürs Stadtmarketing ging, ließ der Stadtrat die Muskeln spielen. Statt zwei Stellen gab es nach längerer Diskussion nur eine Dreiviertelstelle.

Eigentlich war Sebastian Buhl als Mann für den Tourismus eingestellt worden, doch mit seinen Erfahrungen im Organisieren von Großveranstaltungen wie dem Nürnberger Christkindlesmarkt liefen die Fäden für die Ansbacher Events rasch bei ihm zusammen. Die Händler schätzten seine pragmatische Art. Wenn sich am Samstagabend beim Altstadtfest in einem WC-Wagen das Wasser nicht abdrehen ließ, besorgte er eine Zange und behob das Problem. Selbst wenn er gar nicht im Dienst war.

Selbstläufer mit Tücken

Das Altstadtfest ist in vielerlei Hinsicht ein Selbstläufer. Es gibt einen festen Pool an Ausstellern, die jedes Jahr am selben Platz stehen. Dennoch: Den Organisationsaufwand für das fünftägige Fest darf man nicht unterschätzen. Da stecken etliche Wochen Arbeit drin. Wo fehlen Stromanschlüsse? Welche Band passt noch ins Programm? Wie kommt man an Ersatz für eine ausgefallene Essensbude?

Hierfür ist jemand erforderlich, der die Fäden in der Hand hält. Und neue Akzente lassen sich sicher nicht nebenbei setzen. Bislang ist Buhls Stelle nach FLZ-Informationen noch nicht einmal ausgeschrieben.

Vor dem Altstadtfest Anfang Juni wird Nadja Wilhelm somit kaum Ersatz bekommen. Dabei kämpft sie seit Jahren darum, dass ihre Abteilung von organisatorischen Aufgaben entlastet wird, während sie selbst immer neue Konzepte entwickeln will. Es wird spannend zu sehen, wie gut die Großveranstaltungen in diesem Jahr laufen werden.

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