US-Garnison bei Ansbach: 940 zusätzliche Soldaten und millionenschwere Projekte | FLZ.de

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Veröffentlicht am 10.02.2026 06:00

US-Garnison bei Ansbach: 940 zusätzliche Soldaten und millionenschwere Projekte

Auf diesem Luftbild ist gut zu sehen, wie die Bundesstraße 14 die Katterbach-Kaserne mit dem Flugfeld (rechts) von der Bismarck-Kaserne (links) trennt. (Archivbild: Alexander Biernoth)
Auf diesem Luftbild ist gut zu sehen, wie die Bundesstraße 14 die Katterbach-Kaserne mit dem Flugfeld (rechts) von der Bismarck-Kaserne (links) trennt. (Archivbild: Alexander Biernoth)
Auf diesem Luftbild ist gut zu sehen, wie die Bundesstraße 14 die Katterbach-Kaserne mit dem Flugfeld (rechts) von der Bismarck-Kaserne (links) trennt. (Archivbild: Alexander Biernoth)

Von wegen Truppenabzug, das Gegenteil wird 2026 passieren: Die US-Garnison in Ansbach und Illesheim wird 940 zusätzliche Soldatinnen und Soldaten bekommen. Rechnet man die Familien hinzu, wird die amerikanische Gemeinde dann mehr als 12.500 Menschen umfassen. Und: Die US-Armee hält an ihren millionenschweren Infrastrukturprojekten fest.

„Das Jahr 2025 war ein gutes Jahr für die US-Armee in Ansbach”, sagte Standort-Kommandant Colonel Aaron J. Southard in seiner Rede beim Jahresempfang der US-Garnison in der Katterbacher Bismarck-Kaserne. Man habe ein „massives Modernisierungsprojekt” in Höhe von 330 Millionen Dollar in der Barton-Kaserne gestartet. Für Southard eine „bedeutende Investition in die Zukunft der Präsenz der US-Armee in der fränkischen Region”.

Das Ganze startete im September vergangenen Jahres mit dem Abriss der historischen Tankstelle samt Tanklager, um Platz zu machen für einen umfangreichen Neubau-Komplex. Eigentlich soll dort im Sommer der Bau zweier Truppenunterkünfte für jeweils 100 Millionen Dollar beginnen. Sie werden dringend benötigt, weil das in der Barton-Kaserne stationierte Luftabwehr-Regiment 1/57 ADAR (1st Battalion 57th Air Defense Artillery Regiment) auf eine Stärke von 760 Soldaten wachsen soll. Insgesamt erwarte man 2026 in der Garnison einen Zuwachs von 940 Soldatinnen und Soldaten mit ihren Familien, so der Kommandeur.

Zäher Ablauf von Bauprojekten

Ende 2027 soll dann der Bau einer riesigen Wartungshalle für rund 850 Fahrzeuge folgen. Rund 114 Millionen Dollar soll das „Tactical Equipment Maintenance Facility (TEMPF)” kosten. Ob diese Zeitpläne allerdings angesichts der komplizierten Entscheidungsprozesse in Washington eingehalten werden können, darf bezweifelt werden.

Ein weiteres Beispiel für den zähen Ablauf von Bauprojekten in der US-Armee ist die geplante Fußgängerbrücke, die die Katterbach- und die Bismarck-Kaserne verbinden soll. Bald werde man die Arbeiten aufnehmen, kündigte Southard an. Das hatte der Colonel allerdings bereits beim Jahresempfang 2025 angekündigt – und vorgestellt im Bauausschuss des Ansbacher Stadtrates wurde das Projekt bereits im April 2023.

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Rund 30 Millionen Euro ausgegeben

Aktuell müssen Soldatinnen und Soldaten, ihre Angehörigen und die Zivilangestellten eine Fußgängerampel passieren, wenn sie von der südlich der B14 gelegenen Katterbach-Kaserne in die nördlich der Bundesstraße liegende Bismarck-Kaserne wechseln wollen. Die Kosten für das Bauwerk mit einer lichten Höhe von mindestens 5,20 Metern, um den Lkw-Verkehr auf der B14 nicht zu behindern, wurden vor zwei Jahren mit rund 2,3 Millionen Euro veranschlagt. Das dürfte jetzt nicht mehr reichen. Das ist es der US-Garnison offenbar wert, weil es aus ihrer Sicht nicht nur die Bequemlichkeit, sondern auch die Sicherheit erhöht.

Mit dem Bau der 17 Millionen Dollar teuren Grundschule in Illesheim habe man begonnen, sagte Southard, der mit ein paar Zahlen die wirtschaftliche Bedeutung der US-Armee in der Region umriss. Im Jahr 2025 hätten Soldatinnen, Soldaten, Familienmitglieder und zivile Angestellte der Garnison rund 30 Millionen Euro ausgegeben, 20 Millionen davon seien direkt in die lokale Wirtschaft geflossen. Darüber hinaus habe die Garnison rund 20 Millionen Euro an Versorgungskosten – Strom, Heizung und Wasser – verursacht, was zum Großteil lokale und regionale Anbieter unterstütze.

66 Babys der US-Familie auf die Welt gebracht

Die Verflechtung zwischen Garnison und Zivilgesellschaft spiegele sich auch auf anderen Ebenen. So wurden 2025 im Ansbacher Klinikum 1053 US-Patientinnen und -Patienten behandelt und die „unglaublichen deutschen medizinischen Fachkräfte” hätten 66 Babys der US-Familie auf die Welt geholt. Southard: „Ich sage gerne, während einige von uns die Missionen der nächsten fünf Jahre planen, planen andere bereits die nächste Generation.”

„Wir bauen die Zusammenarbeit weiter aus”, kündigte Southard an. Man aktualisiere derzeit ein Abkommen über gegenseitige Hilfeleistung, das sicherstelle, dass die Feuerwehren der Region weiter im Feuerlösch-Trainingszentrum der US-Armee in der Urlas-Kaserne üben können.

250 Jahre amerikanische Unabhängigkeit

„Es wird neue Herausforderungen geben”, sagte der Kommandeur, „in der Infrastruktur, über die Ausbildung bis hin zur sich wandelnden Sicherheitslage in Europa. Aber was mir Zuversicht gibt, ist dies: Wir werden diesen Veränderungen gemeinsam begegnen.”

Am 4. Juli wird der amerikanische Unabhängigkeitstag groß gefeiert, schließlich erklärten am 4. Juli 1776, also vor 250 Jahren, 13 amerikanische Kolonien ihre Unabhängigkeit von England. In welchem Umfang man das zusammen mit der deutschen Bevölkerung feiern wird, ist in der Garnison Gegenstand intensiver Überlegungen.


Winfried Vennemann
Winfried Vennemann
Redakteur
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