Viel Zuversicht herrscht beim Tourismusverband Romantisches Franken. „Wir blicken optimistisch in das kommende Jahr“, sagt Geschäftsführerin Regina Bremm. Nach der Pandemie geht der Trend anhaltend nach oben. Viele Urlauber aus Deutschland haben die Region nachhaltig entdeckt, Gäste aus dem Ausland kehren zurück.
Rothenburg wird heuer noch mehr im Zentrum stehen als ohnehin. Die Stadt lockt mit weitem Abstand die meisten Besucher ins westliche Mittelfranken. Durch die sechs Tore kommen inzwischen wieder mehr Individualreisende und Gruppen aus Asien und Amerika in die weltweit beliebte Altstadt. In diesem Jahr steht das Jubiläum „750 Jahre freie Reichsstadt“ an. Ein großes Festprogramm rund um die zentrale Feier am 15. Mai lädt über das ganze Jahr hinweg zum Mitfeiern ein.
Im harten Wettbewerb ist das ein echter Trumpf, um die Entwicklung aus dem Vorjahr fortzusetzen. „Wir hatten auch 2023 sehr viele deutsche Besucher“, verweist Regina Bremm auf die anhaltende Beliebtheit, seitdem die Pandemie den Inlandstourismus kräftig angekurbelt hat. Die tiefe Delle bei den Gästen aus anderen Ländern muss aber erst noch ausgeglichen werden. „Der Auslandstourismus ist für uns ganz wichtig.“
Das statistische Landesamt weist für den Tourismusverband Romantisches Franken für das Jahr 2023 insgesamt 1.792.954 Übernachtungen aus. Das sind rund elf Prozent mehr als im Vorjahr und im bisherigen Rekordjahr 2019.
„Die Städte spielen für uns allgemein eine wichtige Rolle“, sagt die Geschäftsführerin. „Touristen wollen nicht nur wandern oder radeln, sondern sich auch etwas anschauen. Es ist sehr beliebt, für die Strecke ein festes Ziel zu haben.“ Die kulturellen Angebote, Museen und historischen Bauwerke, die es neben Rothenburg auch in Dinkelsbühl, Feuchtwangen und Ansbach gibt, seien eine starke Ergänzung zur abwechslungsreichen Landschaft mit Wander- und Radwegen.
Den Tourismusverband Romantisches Franken mit Sitz in Colmberg tragen 60 Mitglieder. Dazu gehören Kommunen aus den Landkreisen Ansbach, Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und Fürth, aber auch große Anbieter im Fremdenverkehr. Im Westen sind die stolzen Reichsstädte die Magneten, in der Mitte Ansbach mit Residenz und Hofgarten. „Im Osten ist für uns die Cadolzburg das Highlight für den kulturellen Bereich“, so Bremm.
In dem imposanten Bauwerk wird die fränkische Adelsgeschichte multimedial präsentiert. Der prächtige Erkersaal bietet einen ungewöhnlichen Rahmen für Veranstaltungen. Zusätzlichen Aufschwung bringt der ErlebnisRadweg Hohenzollern. Dieser ist ein weithin beachtetes Vorzeigeprojekt. Eine eigene App ermöglicht eine Radtour ins Mittelalter. In der „Augmented Reality”-Perspektive werden elf besondere Sehenswürdigkeiten bei einem Stopp auf dem Handy zum Leben erweckt. Der ErlebnisRadweg Hohenzollern führt über 95 Kilometer von Ansbach über Windsbach, Heilsbronn und Cadolzburg nach Langenzenn, Fürth und Nürnberg.
Die digitalen Schienen sind inzwischen auch im Tourismus unverzichtbar. „Man braucht sie, um alle Zielgruppen mitzunehmen“, ist Regina Bremm sicher. Nur so sei für Gäste ganz schnell das gesamte Angebot von einer idealen Streckenführung beim Wandern und Radeln bis zu allen Angeboten am Wegesrand möglich. Hinterlegte Geo-Daten werden automatisch in andere Programm übernommen.
Papier bleibt trotzdem unverzichtbar. „Die Nachfrage nach gedrucktem Infomaterial ist nach wie vor groß.“ Was sich im Januar auf der CMT in Stuttgart, der weltweit größten Publikumsmesse für Urlaub und Freizeit mit 234.000 Besuchern, wieder gezeigt habe. „Sehr beliebt waren Übersichtskarten mit den Ausflugszielen sowie die Radkarten und die neue Wanderinformation.“ Das Umweltbewusstsein sei deutlich gestiegen, wie Bremm und ihre Kolleginnen bei den Kontakten am Messestand oft gehört haben. „Sehr viele Gäste interessieren sich für einen Urlaub, bei dem sie keine allzu weite Anreise haben.“
Das Romantische Franken ist einer von 16 Tourismusverbänden in Franken. Besonders eng ist die Verbindung zum südlichen Nachbarn, dem Fränkischen Seenland.