Beim Tourismusverband Fränkisches Seenland sorgen die Besucherreaktionen bei der weltgrößten Publikumsmesse für Freizeit und Tourismus im Januar für Optimismus. „Die Messe in Stuttgart war ein guter Start. Die Nachfragen sind positiv, das lässt uns hoffen“, sagte die stellvertretende Geschäftsführerin Karolin Hofmann auf FLZ-Anfrage.
Die Pandemie habe in den vergangenen Jahren viele Gäste zum ersten Mal angelockt, die von den Freizeitmöglichkeiten überrascht waren. Es habe sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass daraus Stammgäste werden können. „Wer das Seenland kennt, kommt wieder.“
Herausragende Attraktionen sind Brombachsee, Altmühlsee und Rothsee. Eigene Anhänger haben die kleinen Wasserflächen am Dennenloher See und am Hahnenkammsee. „Aber es sind nicht nur Badegäste, die zu uns kommen“, betont Hofmann. „Die abwechslungsreiche Natur und die kulturellen Angebote in der Nähe sind ebenfalls wichtig.“ Bei Tagesausflügen sind Nürnberg und Rothenburg sehr attraktiv, aber die kleineren Städte im Fränkischen Seenland werden besonders gern angesteuert.
„Wer das Seenland kennt, kommt wieder.“
Neben Auto und Zug spielen Zweiräder nicht nur bei kurzen Touren eine wachsende Rolle. Mehr-Tages-Trips nehmen stark zu. Dabei haben die Tourismusverbände seit kurzem einen neuen Trumpf. „Der Fränkische WasserRadweg wird sehr gut angenommen“, berichtet Karolin Hofmann.
Neben der ebenen Streckenführung mache die 2019 eröffnete Rundtour die Abwechslung besonders attraktiv. „Nach der Kultur in Rothenburg geht es gemütlich zu den Seen und dann ins Altmühltal, das an manchen engen Stellen mit steilen Abhängen an die Toskana erinnert.“ Der Boom beim Radwandern wird durch die E-Bikes anhalten, ist Hofmann überzeugt. „Die Reichweite für Tagesausflüge steigt und für mehrtägige Fahrten ist es deutlich weniger anstrengend.“
Der Fränkische WasserRadweg bietet eine große Schleife über rund 460 Kilometer, die fast immer an einem See oder Fluss verlaufen. Von Rothenburg geht es nach Süden und dann an Sulzach, Wörnitz und Altmühl entlang über Dinkelsbühl, Wassertrüdingen, Dennenlohe und Gunzenhausen bis Beilngries. Richtung Norden nach Neumarkt bietet der Ludwig-Donau-Main-Kanal eine unvergleichliche Atmosphäre, bevor der WasserRadweg über Roth, Windsbach und Ansbach im Rezattal bis Lehrberg verläuft und dann über Colmberg wieder bis Rothenburg führt. Zwei ausgeschilderte Querverbindungen erlauben auch kürzere Varianten, wie die Homepage fraenkischer-wasserradweg.de zeigt.
Das statistische Landesamt weist für den Tourismusverband Fränkisches Seenland für das Jahr 2023 insgesamt 1.322.611 Übernachtungen aus. Das sind rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Bei dem Tourismusverband mit Sitz in Gunzenhausen sind auch mehrere Gemeinden aus dem südlichen Landkreis Ansbach: Arberg, Bechhofen, Merkendorf, Ornbau, Mitteleschenbach, Weidenbach, Wolframs-Eschenbach, Unterschwaningen und Windsbach.
Sie profitieren durch ihre Nähe zu den beliebten Seen besonders von den Gästen und steuern ihre Vermarktung deshalb über diesen Verband. Nördlich davon deckt der Tourismusverband Romantisches Franken das Gebiet zwischen Rothenburg, dem Petersberg bei Marktbergel und Stein ab.