Die SG TSV/DJK Herrieden ist der Unentschieden-König der Fußball-Bezirksliga Süd. Siebenmal im bisherigen Saisonverlauf teilte sich der aktuell Tabellenzehnte die Punkte mit seinen Gegnern. Ihm am nächsten kommt der SV Alesheim, der sechs Unentschieden in seiner Bilanz stehen hat.
Der Saisonstart verlief denkbar schlecht für die Herrieder. Die ersten drei Spiele wurden allesamt verloren. Dann, am 3. Spieltag, ließen sie es krachen und entführten mit einem 6:1-Kantersieg beim Aufsteiger Alesheim drei Punkte. Es folgten ein 1:1 gegen Heideck und eine 1:7-Pleite in Wendelstein – typisch Herrieden, mal hui, mal pfui. Dafür gibt es Gründe. „Wir hatten einige verletzte Spieler, die Stück für Stück wieder zurückgekommen sind. Das schlug sich dann auch in den Ergebnissen nieder”, erklärt Trainer Mihail Kromidas.
Lichtblicke waren der 4:2-Derbysieg gegen Fortuna Neuses, das 5:0 in Schwand und – man höre und staune – der 2:1-Triumph beim Spitzenreiter SC Aufkirchen. Das letzte Spiel im Kalenderjahr 2025 wurde dann aber wieder mit 1:2 in Schwand verloren. „Diese Niederlage war besonders ärgerlich, weil wir das Spiel eigentlich dominiert hatten. Insgesamt lässt sich festhalten, dass wir das ein oder andere Tor zu wenig geschossen haben”, analysiert Kromidas.
Summa summarum ergibt die Bilanz für die SG Herrieden nach 20 Saisonspielen den 10. Tabellenplatz (6 Siege, 7 Unentschieden, 7 Niederlagen, Torverhältnis 36:32). Mit den eingesammelten 25 Punkten hat sie nur drei Zähler Vorsprung zum TSV Greding, der auf dem ersten Relegationsrang 12 platziert ist, aber eine Partie weniger absolviert hat. „Im letzten Saisondrittel wollen wir möglichst schnell raus aus der gefährdeten Region und das traue ich unserer Mannschaft auf jeden Fall zu. Sie ist jetzt wesentlich gefestigter als zu Saisonbeginn”, freut sich der Trainer über die positive Entwicklung.
Bemerkenswert: Auswärts (9. Platz, 3 Siege, 3 Unentschieden, 4 Niederlagen) ist die SG fast genauso gut wie zu Hause (8., 3-4-3). In der Fairnesstabelle liegt das Team um Kapitän Kai Regner auf dem erfreulichen 3. Platz (48 Gelbe Karten, 2 Gelb-Rote, 2 Zeitstrafen).
Mit der Verpflichtung des Ansbacher Regionalliga-Torjägers Michael Sperr ist den Herriedern vor der Saison ein Transfer-Coup gelungen. Es dauerte ein wenig, ehe der schnelle Angreifer seine Treffsicherheit unter Beweis stellte. In den ersten drei Saisonspielen ging er noch leer aus, dann aber ließ er es erstmals krachen: Zum 6:1-Heimsieg über den 1. FV Uffenheim steuerte Sperr drei Treffer bei. Kromidas schätzt die Qualitäten seines Vollblutstürmers: „Allein beim Blick auf die Torvorlagen erkennt man seinen Wert für die Mannschaft. In seiner Statistik stehen schon 13 Assists.”
Zweistellig ist inzwischen auch Sperrs Trefferausbeute: Mit seinen elf Toren liegt er in der Torjägerliste der Bezirksliga Süd auf Rang sieben. Vereinsintern kommt ihm Avdi Kodra mit fünf Treffern am nächsten, gefolgt von Peter Bernhard mit drei Toren.
„Als die Sperr-Verpflichtung öffentlich wurde, hoben uns viele Experten auf den Favoritenschild in der Bezirksliga Süd. Vereinsintern war und ist das aber nicht unser Ziel. Wir streben nach wie vor möglichst schnell den Klassenerhalt an”, versichert Kromidas, der seine zweite Saison in Herrieden tätig ist und weiter am sportlichen Umbruch arbeiten will: „Wir haben einige junge Spieler eingebaut und verfügen nun über einen breiteren Kader. Das macht sich langfristig bezahlt.”
Personell sind zur Winterpause keine Wechsel geplant. Mit der Vorbereitung auf das letzte Saisondrittel beginnt die SG Herrieden am 1. Februar 2026.