Umwelthilfe: Politiker fahren zu oft Spritschlucker | FLZ.de

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Veröffentlicht am 01.09.2026 11:02

Umwelthilfe: Politiker fahren zu oft Spritschlucker

Deutsche Politiker pusten mehr klimaschädliche Gase in die Luft als sie müssten, meint die Deutsche Umwelthilfe (Archivbild). (Foto: Sebastian Kahnert/dpa)
Deutsche Politiker pusten mehr klimaschädliche Gase in die Luft als sie müssten, meint die Deutsche Umwelthilfe (Archivbild). (Foto: Sebastian Kahnert/dpa)
Deutsche Politiker pusten mehr klimaschädliche Gase in die Luft als sie müssten, meint die Deutsche Umwelthilfe (Archivbild). (Foto: Sebastian Kahnert/dpa)

Zu viele deutsche Politiker in Bund und Ländern setzen nach Ansicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) auf Dienstwagen mit klimaschädlichen Verbrennungsmotoren. Nur 90 von 249 untersuchten Dienstwagen sind demnach rein elektrisch unterwegs. Ihr Anteil an der ausgewerteten Gesamtmenge ist damit gegenüber dem Vorjahr etwas gesunken. 

DUH: Vorbildfunktion verfehlt

Das sei eine „Kampfansage gegen zukunftsgerichtete Verkehrspolitik und ein desaströses Signal für die deutsche Klimapolitik“, kritisierte DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz. „Die Politikerinnen und Politiker der Bundes- und Landesregierungen verfehlen ihre Vorbildfunktion massiv.“ Bund und Länder sollten bei der Neubeschaffung konsequent auf Elektroautos setzen und keine Plug-in-Hybride kaufen.

Sogenannte Plug-in-Hybride sind Fahrzeuge, die sowohl mit Treibstoff als auch mit Strom gefahren werden können. Umweltschützer kritisieren, dass sie in der Praxis häufig mit Verbrennungsmotor gefahren werden. Sie machen den Angaben zufolge den größten Anteil der Dienstwagen-Flotte aus. Die Umwelthilfe nimmt für ihre Auswertung einen elektrischen Fahranteil von rund 11 Prozent an, um den CO2-Ausstoß der Autos zu ermitteln. 

Falls Politikern mehrere Dienstwagen zur Verfügung stehen, wurden jene mit dem höchsten CO2-Ausstoß berücksichtigt.

Umweltministerium liegt vorn

Innerhalb der Bundesregierung fährt Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan demnach mit 64 Gramm CO2 pro Kilometer den klimafreundlichsten Dienstwagen. Wenn man den Fuhrpark der Minister und ihrer Staatssekretäre berücksichtigt, liegt unter den Bundesministerien das Umweltressort auf Platz 1, gefolgt vom Innen- und Entwicklungsministerium auf Platz 2 vor dem Arbeitsministerium. 

Die Wagen von Kanzler Friedrich Merz (CDU) und einigen anderen Bundesministern wurden wie bereits in den vergangenen Jahren wegen ihrer schweren Panzerung nicht gewertet.

Özdemir spart Abgase

Unter den Länder-Regierungschefs ist Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir mit 66 Gramm CO2 je Kilometer laut DUH am klimafreundlichsten unterwegs. Unter Berücksichtigung der Dienstwagen aller Landesministerinnen und -minister muss sich sein Bundesland allerdings Berlin geschlagen geben, dessen Regierungsmannschaft 2026 zuletzt vollständig auf batterieelektrische Dienstwagen setzte.

Im Kreis der Umweltminister von Bund und Ländern erwähnt die Umwelthilfe Bremens Umweltsenatorin Henrike Müller lobend: Die Grüne sei mit einem Dienstrad unterwegs. Bei der Auswertung nach Parteien liegen die Grünen vorn.

© dpa-infocom, dpa:260901-930-613895/1


Von dpa
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