In den Vorstandsetagen weltweit blickt man einer Umfrage zufolge so pessimistisch auf das eigene Unternehmen wie lange nicht. Das Vertrauen in die Umsatzaussichten der Firmenchefs ist auf ein Fünfjahres-Tief gesunken. Das geht aus einer Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC unter rund 4.450 Unternehmenschefs in 95 Ländern und Regionen hervor, die zum Weltwirtschaftsforum in Davos veröffentlicht wurde.
Demnach sind nur drei von zehn Vorstandschefs zuversichtlich, dass der Umsatz ihres Unternehmens in den nächsten zwölf Monaten wachsen wird - vor vier Jahren waren es noch mehr als die Hälfte. In Deutschland rechnen sogar nur 22 Prozent der 93 befragten Chefinnen und Chefs mit einem Umsatzwachstum.
Vielen Unternehmen falle es aktuell schwer, ihre Investitionen in nachhaltige Gewinne zu überführen, erklärte PwC. Das gelte besonders für Künstliche Intelligenz, deren Einsatz für einen Großteil der Firmen bisher kaum zählbare Ergebnisse und Kostenvorteile bringe. Es gebe „eine Diskrepanz zwischen hohen Erwartungen und einer ernüchternden Realität“, sagte Petra Justenhoven von PwC Deutschland. „Wir sehen eine große Bereitschaft, in KI zu investieren – aber nur eine kleine Minderheit von Unternehmen erzielt damit auch messbare Ergebnisse.“ Hinzu kämen Besorgnis über Cyberrisiken, Zölle und geopolitische Konflikte.
Nur jeder zweite Vorstandschef plant der Umfrage zufolge in den nächsten zwölf Monaten internationale Investitionen - mehr als ein Drittel davon in den USA. Dahinter könne Deutschland seine Position als eine der Top-Destinationen für Auslandsinvestitionen allerdings behaupten.
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