Der Umbau des Gasthauses „Goldene Krone” in Feuchtwangen zum Hotel hätte längst abgeschlossen sein sollen. Doch nach einem Veto des Denkmalschutzes zu den ursprünglichen Plänen entwickelte sich ein zähes Geduldsspiel. Inzwischen ist „ein gangbarer Weg” gefunden, weshalb die Arbeiten seit dem Jahreswechsel laufen.
Einst zählte die „Krone” zu den beliebtesten Ausflugslokalen der Stadt. Die älteren Menschen in Feuchtwangen werden sich noch erinnern: In der Nachkriegszeit war das Gebäude mit seiner Gaststätte und den getäfelten Wänden im Erdgeschoss ein geschätzter Treffpunkt zum Kickern, Flippern und für das ein oder andere Getränk nach Feierabend. Denn in der „Krone” wurde neben Bratwürsten, Schäufele und Brotzeit auch ein selbstgebrautes Bier angeboten. Auch die Kegelbahn erfreute sich damals großer Beliebtheit. Doch bereits seit den späten 1960er-Jahren stand das Haus am Marktplatz 6 leer, ehe es die Stadt 2017 erwarb.
Seitdem gab es verschiedene Ideen, wie der in die Jahre gekommene Komplex in bester Lage in moderner Form zu nutzen wäre. Bürgermeister Patrick Ruh und weite Teile des Stadtrates favorisierten zunächst ein City-Outlet, von dem man aber längst abgerückt ist. Erst mit dem Kauf des Anwesens 2024 durch Hotelier Christoph Wagner kam wieder Bewegung in ein festgefahrenes Projekt.
Wagners Pläne sehen den Umbau der Gaststätte zum Hotel vor. Vorgesehen ist im Grundsatz, damit das Angebot des ebenfalls in seinem Besitz befindlichen und nur wenige Meter entfernt liegenden Hotels Greifen/Post um zwölf Zimmer zu erweitern. So weit, so gut. Doch Wagners Vorstellungen, wie der Umbau zu bewerkstelligen ist, ließen sich lange nicht mit den Auflagen des Landesamts für Denkmalpflege in München vereinen.
„Es gibt Vorschriften, über die man streiten kann. Da prallen zwei Welten aufeinander. Das war eine ganze Zeit lang ziemlich zäh”, umschreibt Wagner die Schwierigkeiten in der Abstimmung mit dem Denkmalschutz, die für die Verzögerung verantwortlich sind. Dabei räumt er ein, selbst auch „etwas blauäugig” an die Sanierung des Komplexes gegangen zu sein. „Wir wussten nicht, wie aufwändig das ist.”
In der Bayerischen Liste für Denkmäler ist der ehemalige Brauereigasthof als dreigeschossiger, traufständiger Satteldachbau verzeichnet. Demnach wurde das Gebäude 1764 errichtet und nach einem Brand 1836/1837 wieder aufgebaut. Davon zeugen etwa die historische Holztreppe aus dieser Zeit oder auch etliche bemalte Wände.
Das alles soll nach den Vorstellungen der Denkmalschützer erhalten werden, auf der anderen Seite galt es für den künftigen Betreiber, die Kosten im Blick zu behalten, um den Betrieb später wirtschaftlich sinnvoll führen zu können. Offensichtlich ein schmaler Grat. „Wir haben ein Jahr verloren”, muss Wagner heute konstatieren. Lange passierte wenig, lediglich die bis in den Hinterhof verlaufende Kegelbahn wurde zunächst abgetragen.
Erst die Vermittlung der Stadt habe Wagners Worten zufolge die festgefahrene Angelegenheit wieder in Schwung gebracht und bei ihm einen „Umdenkprozess” ausgelöst. „Da wurde ein Weg aufgezeigt, der für uns akzeptabel ist und mit dem der Denkmalschutz leben kann.”
Vereinfacht ausgedrückt: Der Umbau des einstigen Gasthauses erfolgt über ein „Raum-im-Raum-Prinzip”, erklärt Wagner. Dabei werden im gesamten Haus alle schützenswerten Wände, Decken und Türrahmen in Trockenbauweise mit Gipskartonplatten verschalt. So ändert sich zwar der Schnitt der Räume, gleichzeitig wird aber die Vergangenheit bewahrt. Zudem bleiben die Echtholzdielen in den verschiedenen Räumen größtenteils erhalten.
Der Bauantrag ist inzwischen genehmigt, die Denkmalschützer in München gaben grünes Licht für die Maßnahmen. Seitdem arbeitet Wagners firmeneigener Bautrupp emsig im Inneren. Ein Arbeiter füllt eimerweise letzte Schuttreste in einen Container, in anderen Räumen wird bereits verschalt, nachdem die Brandschutzertüchtigungen abgeschlossen sind. Die Sanierung des Daches inklusive des Einbaus statisch wichtiger Eisenträger folgt genau wie der Einbau der verschiedenen Versorgungsleitungen im Anschluss.
Im Endspurt der Maßnahmen soll dann auch der Innenhof aufgehübscht und mit verschiedenen Außensaunen versehen werden, erzählt Wagner. Mit dem Durchbruch einer Wand wird die Verbindung zum Schwimmbad des Hotels Greifen/Post hergestellt. Der hintere Bereich des Innenhofs der „Krone” ist für einige Stellplätze vorgesehen.
„Es wird gut werden”, blickt Wagner inzwischen optimistisch voraus. Einen konkreten Eröffnungstermin mag der Hotelier nicht prognostizieren, gleichwohl ist er sicher, „dass wir noch in diesem Jahr Gäste in der ,Krone‘ unterbringen können”. Es wäre ein Happy End nach langem Hin und Her.