„Uffrur“ auf dem Rothenburger Marktplatz: eine Reise in die Zeit des Bauernkriegs | FLZ.de

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Veröffentlicht am 25.06.2025 10:00

„Uffrur“ auf dem Rothenburger Marktplatz: eine Reise in die Zeit des Bauernkriegs

Auch ein Theaterstück wird Bestandteil von „UFFRUR! ... on the road“ sein. Das Publikum soll aber nicht nur zuschauen, sondern auch selbst aktiv werden. (Foto: Landesmuseum Württemberg)
Auch ein Theaterstück wird Bestandteil von „UFFRUR! ... on the road“ sein. Das Publikum soll aber nicht nur zuschauen, sondern auch selbst aktiv werden. (Foto: Landesmuseum Württemberg)
Auch ein Theaterstück wird Bestandteil von „UFFRUR! ... on the road“ sein. Das Publikum soll aber nicht nur zuschauen, sondern auch selbst aktiv werden. (Foto: Landesmuseum Württemberg)

Vor 500 Jahren herrschte Aufregung im Südwesten: Die Bauern kämpften damals um Freiheit, Menschenrechte und Partizipation. Auch vor den Toren Rothenburgs machte der Bauernkrieg nicht halt. Jetzt kommt er zurück – als interaktives Theater- und Musikspektakel.

Am Samstag, 28. Juni, gastiert das Landesmuseum Württemberg mit „UFFRUR! ... on the road“ auf dem Marktplatz. Das Uffrur-Theater-Ensemble und zahlreiche lokale Gruppen lassen an diesem Tag die Ereignisse der Jahre 1524 und 1525 lebendig werden, heißt es in der Ankündigung des Tourismus Service.

„Als wir von dem Format erfuhren, haben wir uns sofort bemüht, es in unsere Stadt zu holen“, sagt Tourismus-Chef Dr. Jörg Christöphler. Mit Erfolg: Rothenburg ist die einzige Stadt in Franken, die den Zuschlag bekommen hat.

Erlebniswelt mit Jahrmarktcharakter

Die mobile Theater-Roadshow ist eines von insgesamt fünf Projekten im Rahmen der Großen Landesausstellung „500 Jahre Bauernkrieg“. Bewaffnete Bauernhaufen zogen damals zu Burgen und Klöstern, belagerten und überfielen sie. Überall herrschte Aufruhr – bis die Erhebung durch die Truppen des „Schwäbischen Bundes“ niedergeschlagen wurde.

Die Besucherinnen und Besucher sind nicht nur Publikum, sondern können sich aktiv an der Szenerie beteiligen. Die Ankündigung verspricht eine „bildstarke Erlebniswelt mit Jahrmarktcharakter“ – mit performativen, musikalischen und multimedialen Elementen.

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Dabei steht der Unterhaltungsfaktor im Vordergrund – jedoch ohne den ernsten Hintergrund der historischen Geschehnisse aus den Augen zu verlieren. Inmitten dieser Kulisse erzählt ein Theaterstück die Geschichte des Bauernkriegs und die Beweggründe der Menschen von damals. Der Narr führt als Zeremonienmeister und Reiseführer durch die Erzählung. Die lokalen Ereignisse des Aufstands werden miteinbezogen: Was geschah 1525 in Rothenburg? Was trieb die Menschen zum großen „Uffrur“ – und was wäre passiert, wenn der größte Aufstand jener Zeit nicht blutig niedergeschlagen worden wäre? Das Stück soll den Veranstaltern zufolge zum Nachdenken und zu einem Austausch über diese Fragen anregen.

Die BBV-Kreisobmänner Reinhold Meyer (links) und Jürgen Dierauff (rechts) setzen bei Aktionen der Landwirte auf Geschlossenheit und ein organisiertes Vorgehen. (Foto: Thomas Schaller)
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Aus Rothenburg und der Umgebung beteiligen sich die Schwarze Schar Ohrenbach, der Schillingsfürster Bauernhaufen 1525, die Freiwillige Feuerwehr Rothenburg, die Ritterschar 1274 Rothenburg, das Reichsstadt-Gymnasium (mit Unterstufenchor und Bastelaktion), das Ensemble Windstring, die Festspiel-Gruppe Mummenschanz, der Spielmannszug des Festspiels sowie ein Ensemble des Akademischen Orchesters der Universität Würzburg. Für die Verpflegung sorgen das Historische Festspiel „Der Meistertrunk“, die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall und die Ratsstube mit Buden am Marktplatz. Bei der Tourist-Information gibt es außerdem Rezepte für ein historisches Picknick.

Das Programm im Detail

Von 11.30 bis 16 Uhr wird die Bühne aufgebaut, mit Musik von den „Diebacher Buam“, dem Spielmannszug und dem Mummenschanz.

Um 16 Uhr wird dann Oberbürgermeister Dr. Markus Naser die Gäste begrüßen, bevor um 16.30 Uhr die Erlebniswelt mit 18 Spielstationen öffnet. Dazu wird Musik von „Windstrings“, dem Mummenschanz, vom Kinderchor des Gymnasiums und dem Ensemble Popp vom Akademischen Orchester der Universität Würzburg zu hören sein.

Von 18.30 bis 19.30 Uhr gehört die Bühne dem Musiktheater zum Bauernkrieg, an dem auch der Kinderchor des Gymnasiums beteiligt ist.

Von 19.30 bis 21 Uhr ist das Publikum zur Aftershow-Party mit Yvonne Mimosa, einer DJ aus Würzburg, eingeladen.

Die Tourist-Information hat Rezeptideen gesammelt

Picknicken wie im Jahr 1525

Nicht nur verschiedene Essensbuden stehen am Samstag bei „UFFRUR! ... on the road“ zur Verpflegung bereit. Die Gäste sind außerdem eingeladen, ihr eigenes Picknick mitzubringen.

Im Picknickkorb könnten dabei auch Gerichte nach Rezepten aus dem Jahr 1525 landen. In der Tourist-Information liegen dafür kostenlose Rezeptideen aus. Und solange der Vorrat reicht, gibt es eine Picknick-Schachtel dazu, verrät Tourismusdirektor Dr. Jörg Christöphler. Er hat bereits selbst einige Rezepte getestet: zum Beispiel Hähnchen-Gemüse-Fritter, für das neben dem Fleisch unter anderem Zwiebeln, Lauch, Rübenblätter, Karotten oder Pastinaken als Zutaten dienen.

Die Picknick-Ideen sind von der Küche des 16. Jahrhunderts inspiriert, heißt es in dem Rezeptflyer. Dabei könne man erfahren, was die Menschen damals gegessen haben, welche Gewürze und Zutaten verwendet wurden. Kartoffeln zum Beispiel kommen noch nicht vor. Denn Früchte aus der Neuen Welt seien damals noch nicht bekannt oder verbreitet gewesen.
Stattdessen gibt es zum Beispiel gefüllte Eier mit Speck, einen Eintopf aus Wurzelgemüse oder frische Bohnen mit Mandelmilch. „Vielleicht schmeckt es anders als erwartet, vielleicht aber auch erstaunlich vertraut“, heißt es in der Beschreibung.
Die Gerichte könnten zu Hause zubereitet und dann bei der Veranstaltung gegessen oder auch mit anderen Besucherinnen und Besuchern getauscht werden.

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