Inklusion ist auch in der Fliegerei möglich: Gerd Schuster aus Ammelbruch, der seit 30 Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen ist, startete mit Fluglehrer Thomas Maier im Segelflug-Doppelsitzer des Luftsportvereins Irsingen/Hesselberg zu einem Rundflug.
Der MS-Patient Gerd Schuster bekam den Flug zu seinem runden Geburtstag. Wie es in einer Pressemitteilung heißt, hatte sein Betreuerkreis zuvor beim Verein angefragt, ob so etwas überhaupt möglich wäre. „Geht nicht, gibt’s nicht, es muss ausprobiert werden“, war die Antwort von Vorsitzendem Günter Pomp.
Am Segler selbst wurde zunächst die Cockpithaube abgebaut. Der Steuerknüppel musste ebenfalls entfernt werden, um die Beinfreiheit zu erhöhen. Mit einem Tragetuch, das von der Freiwilligen Feuerwehr Langfurth ausgeliehen wurde, hoben die an der Aktion Beteiligten Gerd Schuster in den Flugzeugsitz und sorgten für eine bequeme Sitzposition. Dann wurde der Fluggast angeschnallt und anschließend die Cockpithaube am Segler wieder montiert.
Am Seil der Winde ging es dann rasant in den Himmel, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Fluglehrer Maier gelang es bei der frühherbstlichen Wetterlage noch einen schwachen Aufwind zu finden, so dass der Erstflug länger ausgedehnt werden konnte, teilte der Verein mit.
Nach der Landung und dem Öffnen der Haube freuten sich die Helfer über einen begeisterten Fluggast. „Es war toll, das muss ich wieder machen, mir geht es ausgezeichnet“, so Schusters Resümee. Mit vereinten Kräften wurde der Mitflieger wieder aus dem Cockpit gehoben und konnte in seinem Rollstuhl Platz nehmen. Alle Beteiligten waren sich darüber einig, dass Gerd Schuster in der nächsten Flugsaison erneut im Segelflugzeug abheben wird und vielleicht dann seine Heimat aus der Vogelperspektive noch länger betrachten kann.