Trotz der Trockenheit: Erntebilanz in der Region fällt besser aus als erwartet | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.07.2025 07:00

Trotz der Trockenheit: Erntebilanz in der Region fällt besser aus als erwartet

In Ottenhofen konnte vor dem Regen fast überall der Mähdrusch abgeschlossen werden. Nur hier blieb noch ein Rest stehen, weil der Mähdrescher den Geist aufgab. (Foto: Fritz Arnold)
In Ottenhofen konnte vor dem Regen fast überall der Mähdrusch abgeschlossen werden. Nur hier blieb noch ein Rest stehen, weil der Mähdrescher den Geist aufgab. (Foto: Fritz Arnold)
In Ottenhofen konnte vor dem Regen fast überall der Mähdrusch abgeschlossen werden. Nur hier blieb noch ein Rest stehen, weil der Mähdrescher den Geist aufgab. (Foto: Fritz Arnold)

„Für Bauern ist jedes Jahr wieder spannend”, sagte Kreisbäuerin Renate Ixmeier beim Rückblick auf das bisherige Anbaujahr 2025. Die Erträge sind nicht so schlecht ausgefallen, wie das angesichts der Trockenheit und mancher Hitzetage erwartet wurde. Ernüchternd haben sich aber die Erbsen und Ackerbohnen wegen des Wassermangels entwickelt.

Dies berichteten BBV-Kreisobmann Jürgen Dierauff und Dr. Stefan Berenz vom Amt für Landwirtschaft in Uffenheim bei einem Treffen auf dem Hof von Michael Hardung im Marktbergeler Ortsteil Ottenhofen. Vor allem die Wintergerste habe positiv überrascht, sagten die Mitglieder der BBV-Kreisvorstandschaft übereinstimmend. Denn die am frühesten reife Getreideart konnte noch gut die Winterfeuchtigkeit nutzen.

Der Weizen hätte dagegen vor Wochen einmal einen durchdringenden Regen gebraucht. So kam es zu keinen Spitzenerträgen. Die Familie Hardung hatte es gerade noch geschafft, den Weizen vor dem Ende der Hitzetage zu dreschen. Weil ihr Hof das Stroh für die knapp 300 Kühe benötigt, konnte er es glücklicherweise noch einfahren, bevor die Gewitterfronten aufzogen.

Beim Weizen musste man schnell sein

Wer den Weizen nicht bis zum 17. Juli in die Silos brachte, der konnte wegen der Regenfälle nur noch Futterweizen ernten, der schlechter bezahlt wird als Brotweizen. Aktuell liegen die Weizenpreise auf einem Niveau von 16 bis 20 Euro. Der Ukrainekrieg dürfte dabei einen Abschlag von einem bis zwei Euro bedeuten, hieß es vor Ort. Weil Ottenhofen im Roten Gebiet liegt, wo Stickstoff nur 20 Prozent unter Bedarf gedüngt werden darf, ist es ohnehin schwierig, die Backqualitäten zu schaffen, sagt Manfred Hardung.

Im Gegensatz zu den Hardungs brauchen viele Ackerbauern ohne Viehhaltung das Stroh nicht und verkaufen es in den Landkreis Ansbach und/oder noch weiter Richtung Süden. Die an Ottenhofen vorbeiführende Bundesstraße 13 wird deshalb auch wegen der hier rollenden Strohtransporte scherzhaft als „Stroh-Highway” bezeichnet.

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Der Silomais wird dieses Jahr bei weitem nicht die Höhe des Vorjahres erreichen. Denn weithin haben die Pflanzen bereits die Fahnen geschoben, die für das Ende des Längenwachstums stehen. Trotzdem schauen die Landwirte der Ernte nicht unbedingt pessimistisch entgegen. Denn entscheidend für den Futterwert ist der Kolbenanteil – und der kann noch gut heranreifen.

So sieht es auf dem Hof der Familie Hardung aus

Der Silomais auf dem Hof der Familie Hardung ist wichtig, da er fast ein Drittel der Anbaufläche einnimmt. Er wird zum überwiegenden Anteil als Futter für die Kühe genutzt. Der Betrieb ist einer der immer weniger werdenden Vollerwerbsbetriebe in der Region. Die Eltern hatten nach dem Ende der Flurbereinigung in den Jahren 1997/98 ausgesiedelt und den Bestand an Kühen von ursprünglich 60 aufgestockt. Inzwischen sind es fast 300. Gemolken wird im 36er-Melkkarusell. Hinzu kommen 180 Exemplare weibliche Nachzucht. Die bewirtschaftete Fläche ist inzwischen auf rund 400 Hektar angewachsen.

Nach dem Getreide wird eine Zweitfrucht angebaut; diese wird im Herbst als Viehfutter geerntet und anschließend gepflügt, um im Frühjahr Silomais auszusäen. Von der Abwärme der hofeigenen Biogasanlage und der des Nachbarn werden 45 Haushalte versorgt. Als Nächstes ist noch eine Gülleseparierung vorgesehen, um das Grünland mit flüssiger Gülle düngen zu können. In Sorge sind derzeit die Zuckerrübenbauern, wie es mit den neuen Krankheiten SBR und Stolbur weitergeht. Dies werde sich erst Anfang September zeigen, sagte Dr. Berenz.


Von FRITZ ARNOLD
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