Trotz Bedenken: Gemeinderat stimmt Umfahrung von Lehengütingen zu | FLZ.de

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Veröffentlicht am 23.09.2025 18:00

Trotz Bedenken: Gemeinderat stimmt Umfahrung von Lehengütingen zu

So soll die neue Trasse der Bundesstraße 25 vorbei an Lehengütingen verlaufen. Einige Details bedürfen aber noch der Klärung. (Grafik: Staatliches Bauamt Ansbach)
So soll die neue Trasse der Bundesstraße 25 vorbei an Lehengütingen verlaufen. Einige Details bedürfen aber noch der Klärung. (Grafik: Staatliches Bauamt Ansbach)
So soll die neue Trasse der Bundesstraße 25 vorbei an Lehengütingen verlaufen. Einige Details bedürfen aber noch der Klärung. (Grafik: Staatliches Bauamt Ansbach)

Zehn Jahre sind bislang vergangen seit den ersten Schritten zur Ortsumfahrung von Lehengütingen. Seitdem wurde viel diskutiert, und selbst jetzt sind noch nicht alle Bedenken ausgeräumt. Trotzdem stimmten Schopflochs Gemeinderäte der Vorentwurfsplanung des Staatlichen Bauamts zu. Grundsätzlich.

Allzu häufig wird es Bauoberrat Christoph Eichler in seiner beruflichen Karriere auch noch nicht passiert sein, dass er aus einer Sitzung mit Applaus verabschiedet worden ist. Es mag ein Zeichen der Erleichterung gewesen sein – nach vielen Vorbesprechungen, inklusive Bürgerfragestunde, etlichen Besuchen in Schopflochs Gemeinderat und Entwürfen, die glatt abgelehnt wurden, ist das Projekt nun tatsächlich auf den Weg gebracht. Einstimmig votierten die Gremiumsmitglieder für den von Eichler vorgestellten Entwurf der veränderten Trassenführung der Bundesstraße 25 – freilich mit einigen Wünschen und Anregungen.

Das sei in so einem Prozess aber völlig normal und auch durchaus in Ordnung, bemühte sich der Bauoberrat sichtlich, die Wogen nach einer heißen Diskussion im Rat zwei Wochen zuvor wieder zu glätten. „Sie müssen nicht zu allem Ja und Amen sagen.” Trotz vieler Besprechungen im Vorfeld wurde deutlich, dass noch immer Bedenken bezüglich einiger Eckpunkte der 1,6 Kilometer langen und östlich an Lehengütingen vorbei verlaufenden Trasse bestehen.

Wasser muss abfließen können

Weil die geplante Umgehungsstraße im nördlichen Bereich bis zu 1,5 Meter über dem Bodenniveau auf einer Dammlage verlaufen soll, ehe sie nach Süden in einem von Friedrich Grimm (CSU/FW) kritisierten „Zickzack-Kurs” wieder abfällt, gab es Gegenwind aus dem Gremium. Eichler erklärte diesen Teil der Planung mit der Notwendigkeit, das durch die topographische Lage anfallende Wasser in den zwei vorgesehenen Regenrückhaltebecken auffangen zu können.

Bei den größtenteils vorherrschenden West-Winden „wird das die Straße deutlich hörbarer machen”, meinte Gerhard Kirschbaum (CSU/FW) mit Blick auf das nahe Dickersbronn und kritisierte ganz grundsätzlich: „Das ist nur eine Lärmverschiebung.” Der Fachmann vom Staatlichen Bauamt beschönigte nichts und gab dem Einwand recht: „In Dickersbronn wird man die Bundesstraße dann mehr wahrnehmen.” Für einen Lärmschutzwall gibt es laut Eichler aber keine Indikatoren, das wäre letztlich Sache der Gemeinde. Die entsprechenden Grenzwerte würden laut offizieller Gutachten am Rand von Lehengütingen wie in Dickersbronn allesamt eingehalten und befänden sich keineswegs im Grenzbereich.

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An dem grundsätzlichen Ziel, den Durchgangsverkehr der Bundesstraße zum großen Teil zu verlagern, wollte freilich niemand rütteln. Bei einer Verkehrszählung war man auf etwa 8500 Fahrzeuge täglich gekommen. Und weniger werden es nach der amtlichen Prognose auch in Zukunft nicht. Inklusive Lärm und Abgasen. „Wir wollen das große Ganze nicht infrage stellen”, beschwichtigte denn auch Marianne Konold (Wählergruppe Schopfloch-Land).

Ein Knotenpunkt mit fünf Armen

So soll nun im nördlichen Bereich in der Nähe des Schopflocher Sportzentrums die Anbindung der B25 über einen Kreisverkehr erfolgen. Dieser Knotenpunkt wird mit fünf Armen geplant. Im Süden wird es keinen zweiten Knoten geben, die Anbindung nach Dickersbronn soll laut Plan über eine Brücke erfolgen, die das neue Teilstück der B25 überspannen soll. So weit, so gut. Dennoch besteht Nachbesserungsbedarf, bekam Eichler mit auf den Weg.

In Sachen „Querungshilfe für Fußgänger und Radfahrer” im Bereich des Kirchenweges hakte das Ratsgremium intensiv nach. „Aktuell sehen wir das nicht vor”, meinte Eichler, schließlich seien an beiden Enden der neuen Trasse Querungsmöglichkeiten vorgesehen. „Und die Umwege sind aus unserer Sicht vertretbar.” Für motorisierte Fahrzeuge, das stellte der Fachmann fest, werde im Bereich des Kirchenweges „auf gar keinen Fall” eine Möglichkeit der Querung geschaffen.

Für den nächsten Schritt der Entwurfsplanung, die noch im Oktober bei der Regierung von Mittelfranken eingereicht werden soll, nehme er diese Anregungen aber mit, versprach Eichler. Bereits im Januar 2026 könne dann mit der Genehmigung der Maßnahme gerechnet werden. Und der Baubeginn? „Das braucht schon noch ein paar Jahre”, meinte der Bauoberrat.


Florian Pöhlmann
Florian Pöhlmann
Nach der journalistischen Grundausbildung beim Fernsehen rief 1999 die große weite Welt des Sports, die ich in Nürnberg in nahezu allen Facetten kennenlernen und in verantwortlicher Position gestalten durfte. Erst der verlockende Ruf aus Ansbach und die Aussicht, im fortgeschrittenen Alter Neues zu wagen, sorgten ab 2021 für einen Neustart in der Lokalredaktion.
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