Einmal Königin im Leben sein, in Uffenheim ist es möglich. Die 19-jährige Lena Jacob weiß das: Schon im vergangenen Jahr fungierte sie als Maienkönigin und wird heuer in die Verlängerung gehen, in ihre zweite Amtszeit. „Sie war im letzten Jahr schon mit viel Herzblut dabei“, lobt Bürgermeister Wolfgang Lampe.
Lena Jacob war 2023 relativ spontan als Maienkönigin eingesprungen, weil eine andere Kandidatin kurzfristig ausgefallen war. „Deshalb konnte ich leider nicht alle Termine wahrnehmen.“ Ein privater Urlaub war schon gebucht, der Schüleraustausch terminiert. In diesem Jahr hat die Uffenheimerin mehr Planungsmöglichkeit, auch wenn sich an so mancher Rahmenbedingung nicht viel geändert hat.
2023 hatte Jacob rund um das Walpurgi-Fest ihr Fachabitur „erfolgreich bestanden“, wie sie sagt. Heuer folgt die allgemeine Hochschulreife. Weniger stressig wird die Königinnen-Zeit also sicher nicht. Auch am Walpurgi-Wochenende wird die FOS-Schülerin wohl die eine oder andere kleine Lern-Einheit einlegen müssen. Aber im Rhythmus ist die 19-Jährige längst angekommen. Möglichst viel will sie bis zum Uffenheimer Fest der Feste noch in den Kopf bekommen. „Die Abi-Vorbereitung läuft schon auf Hochtouren“, sagt Lena Jacob und gesteht: „Stressig wird es schon.“ Am 26. April hat die Uffenheimerin ihre erste mündliche Prüfung.
Aber die 73. Auflage des Walpurgi-Festes 2023 hat ihr einfach ganz herausragend gefallen, „besonders mein eigenes Fest am 1. Mai, das ist schon etwas ganz Besonderes“. Denn der Umzug am Maifeiertag ist der Königin höchstpersönlich gewidmet. 2024 darf Jacob in der Kutsche neben Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt-Blum sitzen, die Schirmherrin ist. „Ich weiß jetzt, was auf mich zukommt“, sagt Jacob. Das löst in ihr aber keineswegs zusätzlichen Stress aus – im Gegenteil: Sie glaubt, den Umzug heuer sogar noch mehr genießen zu können, die winkenden Menschen am Straßenrand zu sehen: „Da fühlt man sich wirklich wie eine Königin.“ Und der Platz in der Kutsche ist bereits für sie reserviert.
Große Pläne hat sie aber nicht geschmiedet: „Ich lasse es wieder auf mich zukommen, ich bin sehr spontan.“ Um eine weitere Amtszeit hat Lena Jacob selbst gebeten. „Am Anfang wollte ich das Amt eigentlich gar nicht machen“, blickt die Maienkönigin zurück. Aber mittlerweile liebt sie es: „Ich habe gefragt, ob ich verlängern dürfte.“ Bürgermeister Wolfgang Lampe hat gleich zugesagt.
„Ich freue mich, dass sie das Amt noch einmal macht“, erklärt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Mit viel Motivation und Herzblut habe Jacob ihre Aufgabe absolviert, sogar einen eigenen Social-Media-Auftritt erstellt. „Sie hat sich bei den Weinprinzessinnen eingebracht und ist anerkannt“, so Lampe. „Das tut Uffenheim gut.“ Die Maienkönigin trage viel Verantwortung, „sie muss bei manchen Terminen einfach da sein. Da muss die Priorität schon einmal auf das Amt gesetzt werden.“ Genau das hat Jacob getan, mit Bravour.
„Ein Kleid habe ich schon, es ist heuer ein anderes“, sagt die Abiturientin. „Die Farbe bleibt ein Geheimnis – wer mich kennt, weiß es sowieso.“ Unter Umständen könnte es blau sein – am 1. Mai wird das Rätsel gelöst. Jacob freut sich besonders auf die Termine in den Uffenheimer Partnerstädten, denn zeitlich hat es im vergangenen Jahr nicht geklappt, Egletons, Pratovecchio oder Kolbudy zu besuchen. Für Polen steht das Datum im Juni bereits, auch die Freunde in Frankreich und Italien will sie beehren. „Ich hoffe doch, dass alles klappt“, sagt Lena Jacob.
Ob sie wohl noch eine dritte Amtszeit 2025 dranhängt? Die Wahrscheinlichkeit ist doch sehr gering, sagt die 19-Jährige. Nach dem Abitur will sie Zahnmedizin studieren, möglichst in Wien. „Zahnmedizin, das steht fest. Dann wird es heuer wohl leider die letzte Amtszeit sein.“ Die will und wird sie aber noch einmal voll genießen. Die Uffenheimer Königin.