Roland Glowania ist ein Urgestein der Eyber Kirchweih. Doch heuer findet sie nach fast einem halben Jahrhundert zum ersten Mal ohne die Schaustellerfamilie Glowania statt. Trotz intensiver Suche fand sich kein Standplatz mehr für die Fahrgeschäfte des 65-Jährigen.
Rund 35 Jahre lang war Roland Glowania jedes Jahr auf dem Traditions-Fest in dem Stadtteil von Ansbach vertreten, davor bereits sein Vater – die Premiere liegt inzwischen über 50 Jahre zurück.
Schiffschaukel, Kinder-Karussell, Kettenflieger, Schieß- und Losbude baute Glowania jedes Jahr auf der Fläche einer ehemaligen Brauerei in der Windsbacher Straße auf. Dann wurde das Grundstück verkauft. Ab Juli 2020 entstand in der Baulücke ein neues Wohn- und Geschäftshaus mit Tiefgarage. Dort sind inzwischen unter anderem eine Tagespflege von Diakoneo und Wohneinheiten für Intensivpflege-Patienten untergebracht.
Bauherr Robert Meyer von der Firma RMP Medizinische Produkte habe zunächst eingewilligt, dass er auf den Parkplätzen zumindest das Kinder-Karussell aufstellen dürfe, erzählt Glowania.
Die Pläne zerschlugen sich jedoch, weil er seine Fahrgeschäfte mit Verankerungen im Boden sichert. Dazu müssten zwei Löcher gebohrt werden. Laut Glowania ist wegen der Tiefgarage aber ein Vlies verlegt worden. „Wenn ich meine Nägel da hinein haue, ist es vielleicht kaputt“, stellt er fest. Die Suche nach einem alternativen Standort verlief ebenfalls ergebnislos. Mal befürchtete die Feuerwehr, dass sie im Ernstfall nicht mehr durchkommt, mal gab es Bedenken, dass der Boden ungeeignet sein könnte.
Auch aus finanziellen Gründen findet Glowania es schade, dass ihm die Veranstaltung nun wegbricht. „Die Eyber Kirchweih war eigentlich meine beste“, stellt er fest. Zumindest als er dort noch mit mehreren Fahrgeschäften stand. Jetzt hätte er nur noch die Schieß- und die Losbude aufstellen können, müsste aber trotzdem einen zusätzlichen Mitarbeiter bezahlen. Ohne die größeren Fahrgeschäfte sei das unrentabel. „Da hätte ich mehr Unkosten als ich einnehmen würde.“
Roland Glowania entschied sich deshalb schweren Herzens dazu, komplett abzusagen. Auch wegen seiner vielen Bekannten unter den Kirchweihbesuchern bedauert er das.
Zwischenzeitlich hat der veranstaltende Heimatverein Eyb 1992 einen anderen Schausteller gefunden, der mit Karussell, Schieß- und Spickerbude anreist, wie der stellvertretende Vorsitzende Tilman Wörrlein mitteilt. Für das neue Karussell sind keine Verankerungen im Boden notwendig, das vereinfacht den Aufbau.
Mit dem neuen Festwirt Sascha Lagemann startet am Freitag die Kirchweih in Eyb. Bis Montag werden täglich Livemusik und Barbetrieb im Biergarten geboten. Die Familie Lagemann ist für Getränke und Service zuständig, mit Speisen versorgt die Besucher Pierre Schilling. Auf seine Premiere freut sich Sascha Lagemann sehr: „Die Atmosphäre im Distlergarten ist einfach einmalig.“ Dem Burgoberbacher, der das Wirtshaus „Zweite Heimat“ in Langfurth betreibt, ist es wichtig, das Brauchtum am Leben zu erhalten. „Ich hoffe, dass wir alle eine schöne Zeit verbringen.“ Das Kirchweih-Programm: