Tourismus in Feuchtwangen: Wie die Stadt den Fremdenverkehr beleben will | FLZ.de

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Veröffentlicht am 07.08.2025 13:14

Tourismus in Feuchtwangen: Wie die Stadt den Fremdenverkehr beleben will

Werbung für Feuchtwangen und die Region im Eingangsbereich der Tourist Information. Noch ist die Anlaufstelle für Gäste der Stadt im ehemaligen Post-Gebäude untergebracht. Sobald das Alte Rathaus fertig saniert ist, soll das Büro in die dann modernen Räume gegenüber umziehen. (Foto: Peter Zumach)
Werbung für Feuchtwangen und die Region im Eingangsbereich der Tourist Information. Noch ist die Anlaufstelle für Gäste der Stadt im ehemaligen Post-Gebäude untergebracht. Sobald das Alte Rathaus fertig saniert ist, soll das Büro in die dann modernen Räume gegenüber umziehen. (Foto: Peter Zumach)
Werbung für Feuchtwangen und die Region im Eingangsbereich der Tourist Information. Noch ist die Anlaufstelle für Gäste der Stadt im ehemaligen Post-Gebäude untergebracht. Sobald das Alte Rathaus fertig saniert ist, soll das Büro in die dann modernen Räume gegenüber umziehen. (Foto: Peter Zumach)

Der Fremdenverkehr in Feuchtwangen stagniert auf einem Niveau, das deutlich unter dem der Zeit vor der Corona-Pandemie liegt. Um den rückläufigen Übernachtungszahlen zu begegnen, unterbreitete Tourismus-Referentin Ilonka Sindel dem Fachausschuss Vorschläge. Unter anderem gelte es, mit der Lage an den Autobahnen zu punkten.

Hätten vor 2019 noch bis zu 90.000 Gäste in den Feuchtwanger Beherbergungsbetrieben mit mehr als zehn Betten genächtigt, so sei die Zahl in den beiden Jahren nach der Pandemie nicht mehr über 78.000 hinausgegangen. Auch mit Blick auf die Entwicklung während der Monate von Januar bis Mai 2025 erwarte sie keine Steigerung auf das „Vor-Corona-Niveau”, sagte die Grünen-Stadträtin.

Zahl der Übernachtenden eher rückläufig

Bis 2022 hätten in Feuchtwangen knapp 16 Hotels und Gaststätten mit 781 Betten existiert. Inzwischen sei deren Zahl auf 13 Beherbergungsbetriebe mit 657 Betten zurückgegangen, gab die städtische Referentin zu bedenken. Die Gesamtauslastung der Betten bewege sich seit 2015 relativ konstant zwischen 30 und 33,6 Prozent.

Insgesamt sei die Zahl der Übernachtungen eher rückläufig, was sich mit der geringeren Bettenzahl begründen lasse. Aber: „Trotzdem sind die vorhandenen Kapazitäten nach wie vor ausreichend und die Auslastung müsste in vielen Betrieben eher erhöht werden.”

Rund 5000 Gäste kamen aus dem Ausland

Von den Übernachtungsgästen kämen etwa 5000 aus dem Ausland, wobei von diesen wiederum die Besucherinnen und Besucher aus den Niederlanden mit rund 1000 Personen den größten Anteil stellten. Als möglichen Grund dafür nannte Sindel, dass Feuchtwangen für gen Süden reisende Niederländer günstig auf halber Strecke liege und sich deshalb für Zwischenstopps eigne. Aus dem gleichen Grund sollte sich die Stadt an der „Nord-Süd-Achse” auch bei Winterurlaubern aus dem Norden bekannter machen.

Als bereits auf den Weg gebrachte Weichenstellungen für den Tourismus nannte Ilonka Sindel unter anderem die Sanierung des Alten Rathauses. Die künftigen Räumlichkeiten ermöglichten der Tourist Informatio neue Chancen „für eine moderne und serviceorientierte Gästebetreuung”. Auch werde erstmals eine Tourismusstrategie für Feuchtwangen erarbeitet, wobei es digitale Elemente ermöglichten, den Fremdenverkehr neu aufzustellen und Angebote weiterzuentwickeln.

Stammgäste sind Leistungsträger

Zu den Zielgruppen zählten neben Kulturinteressierten auch die Geschäftsreisenden – unter ihnen zahlreiche Stammgäste. Als Leistungsträger machten sie geschätzte 50 Prozent der Gäste in den Häusern aus und trügen vor allem in den Wintermonaten erheblich zur Auslastung bei. Deshalb empfahl die Tourismus-Referentin, speziell diese Zielgruppe auf bestimmte Freizeitangebote wie Jogging- und Radstrecken, die Bäder, den Bewegungsparcours oder die Kneippanlage gezielt hinzuweisen. Zugleich zeigte sich Sindel aber auch besorgt, weil zum Beispiel die Arbeit per Video-Konferenz Geschäftsreisen perspektivisch weniger werden lasse.

Als weitere Zielgruppe nannte die Referentin Familien mit Kindern, die vor allem bei den Ferienhof-Anbietern in Feuchtwangen Urlaub machten. Für sie ebenso wie für Tagesgäste und Einheimische wäre der längst diskutierte Abenteuerspielplatz ein Magnet. Eine ähnliche Funktion schrieb Sindel der geplanten Eislaufbahn als langfristiges und attraktives Angebot zu.

Kapazitäten müssen geschaffen werden

Und nicht zuletzt müssten für einen zukunftsfähigen Tourismus die notwendigen Kapazitäten verlässlich geschaffen werden, meinte die Referentin. Dazu riet sie, für die neue Tourist Information eine weitere Vollzeitstelle einzuplanen.

In der Diskussion bezeichnete WwW-Stadtrat Thomas Ackermann die Kreuzgangspiele als „hoch qualifiziertes Theater, das Leute anzieht”. Allerdings sei für diese Besucher gastronomisch nichts im Sternebereich geboten, weshalb sich die Dinkelsbühler über zusätzliche Gäste freuen dürften. Zugleich schlug er vor, den Inhaber von Wagners Hotel Greifen-Post einzuladen, damit er informiert, wie es mit seinen Plänen weitergeht. Denn: „Die Leute sagen, da passiert nichts.”

Kaum Angebote für Jugendliche

Weiter erzählte Ackermann, dass viele Leute die Kneippanlage nicht mehr besuchten, weil das Wasser zu warm sowie schmutzig wäre und das Areal als Spielplatz missbraucht werde. Ebenso gab er zu bedenken, dass es in der Stadt kaum Angebote für Jugendliche gebe. Das bedauerte auch Stadtmarketingleiter Dr. Reinhard Reck. Aber wenn keine Nachfrage da sei, dann gebe es dafür auch keinen Markt.

Als großes Problem bezeichnete Reck ein „Schlechtreden” in Feuchtwangen. Gerade in örtlichen sozialen Netzwerken werde vieles sehr abfällig kritisiert. Solch negative Behauptungen blieben auch anderenorts nicht unbeachtet und hielten mögliche Gäste mit der Destination Feuchtwangen vermutlich davon ab, Station in der Stadt zu machen.

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