Tourismus in Ansbach: Die Zahl der Übernachtungen sinkt weiter | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.10.2025 07:00

Tourismus in Ansbach: Die Zahl der Übernachtungen sinkt weiter

980 Übernachtungen wurden auf dem Wohnmobilstellplatz in Ansbach im ersten Halbjahr gezählt. Die Verwaltung ist mit diesem Wert durchaus zufrieden. (Archivbild: Florian Schwab)
980 Übernachtungen wurden auf dem Wohnmobilstellplatz in Ansbach im ersten Halbjahr gezählt. Die Verwaltung ist mit diesem Wert durchaus zufrieden. (Archivbild: Florian Schwab)
980 Übernachtungen wurden auf dem Wohnmobilstellplatz in Ansbach im ersten Halbjahr gezählt. Die Verwaltung ist mit diesem Wert durchaus zufrieden. (Archivbild: Florian Schwab)

Weniger Übernachtungen, dafür positive Entwicklungen bei Stadtführungen und beim Wohnmobilstellplatz: Die Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses bekamen den Tourismusbericht für das erste Halbjahr 2025 präsentiert. Er enthält Höhen und Tiefen.

Große Überraschungen barg der Tourismusbericht für das erste Halbjahr nicht, wie Sebastian Buhl von der Verwaltung vorausschickte. „Es waren wenige Ausreißer nach oben oder unten zu erkennen.” Ein Trend erlässt sich dennoch feststellen. Seit 2022 geht die Zahl der Übernachtungen in der Hotellerie im ersten Halbjahr zurück – von 44.422 auf jetzt 40.607.

Weniger Hotelbetten stehen zur Verfügung

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Zahl der angebotenen Betten gesunken ist. Wurden 2022 noch 716 Betten angeboten, waren es in diesem Jahr 689. Allerdings ist Buhl laut eigenen Ausführungen kein Freund dieser Kennziffer. Denn wenn ein Geschäftsreisender beispielsweise ein Doppelzimmer alleine buche, sei zwar das Zimmer zu 100 Prozent ausgelastet, aber nicht die Zahl der Betten.

Gestiegen ist im gleichen Zeitraum dagegen die Anzahl der Ankünfte. Gemäß den Worten von Buhl wurden für das erste Halbjahr 2025 insgesamt 21.041 Ankünfte registriert. Zum Vergleich: 2022 waren es noch 16.028. Über den Anlass, warum die Gäste nach Ansbach kommen, weiß die Verwaltung nichts. „Das gibt die Statistik nicht her”, sagte Buhl. Man gehe aber davon aus, dass viele Übernachtungen geschäftlicher Natur sind.

In der Folge bedeutet das, dass die Stadt auch in diesem Bereich die schwächelnde wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland zu spüren bekommt. „Die Firmen führen nur noch das Nötigste an Reisen durch.” Hinzu kommt, dass sich während der Corona-Pandemie digitale Formate wie Videokonferenzen etabliert haben, was ebenfalls zu einem Rückgang an geschäftlichen Reisen führt.

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147 Stadtführungen in sechs Monaten

Ein weiteres Problem, das Ansbach beim Blick auf Statistiken hat. „Wir sind einfach zu klein von der Gesamtzahl.” Was Buhl meint: Bereits kleinere Veränderungen haben meist große Auswirkungen in der Statistik. Ein Beispiel: Im August, auch wenn dieser nicht zum ersten Halbjahr gehört, verzeichnete die Statistik einen Rückgang von zwölf Prozent bei Amerikanern im Vergleich zum Vorjahr. Nach Gesprächen mit den Hoteliers kam heraus, dass es im August 2024 eine große Familienfeier in Ansbach gegeben hat. Diese Gäste fehlten heuer.

Neu in der Statistik ist dieses Mal der Wohnmobilstellplatz. Laut Sebastian Buhl wurden im ersten Halbjahr 980 Übernachtungen gezählt. Zwar fehlt ein Vergleichswert, aber zufrieden ist die Verwaltung mit diesem Wert durchaus. „Es sind nicht nur die, die nur mal kurz in Ansbach anhalten und dann weiter in Richtung Süden fahren.”

Erfreulich ist ebenfalls der Blick auf die Stadtführungen. 147 solcher Touren wurden im ersten Halbjahr angeboten. „In der Gesamtsumme haben wir die Zahlen der vergangenen drei Jahre übertroffen”, so Buhl weiter. Besonders der Mai sticht ihm zufolge mit 79 Angeboten positiv heraus. Die Zahl der Teilnehmenden schwankte zwischen fünf und 25 Personen.

Ausbau des Kultur- und Fahrradtourismus

Deutlich kritischer als die Verwaltung zeigte sich Professor Dr. Franz Xaver Huber (Freie Wähler/Die Ansbacher). Weil sowohl die Bettenanzahl als auch die Auslastungen gesunken sind, sprach er vom „Worst Case” und einem Offenbarungseid. Ob man da nicht die Marketingstrategie überdenken sollte, meinte er. „Der Geschäftstourismus ist ein sehr schwankender Faktor bei uns”, machte Kulturreferentin Nadja Wilhelm deutlich: „Wir leben nicht vom Freizeittourismus.”

Sprich: Mit der Statistik lässt sich der Rückgang nicht erklären. Gleichwohl regte das Gremium an, ob der Zahlen andere Wege zu gehen. Die Vorschläge reichten von mehr Anstrengungen in den Bereichen Kultur- und Fahrradtourismus bis hin zu einer engeren Zusammenarbeit mit den Tourismus-Städten Rothenburg, Dinkelsbühl und auch mit dem Fränkischen Seenland.


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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