Der Tourismus im Landkreis Ansbach hat sich von der Corona-Delle weitgehend erholt. Während sich die Übernachtungen von deutschen Gästen auf Rekordniveau bewegen, sind die Besuche ausländischer Gäste noch nicht auf dem früheren Level angekommen.
Regina Bremm, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Romantisches Franken, schilderte die aktuelle Situation im Wirtschafts- und Strukturförderungsausschuss des Kreistags. Die meisten Gemeinden im Landkreis gehören dem Tourismusverband Romantisches Franken an. Nur ein schmaler Streifen im Südosten von Unterschwaningen bis Windsbach orientiert sich zum Fränkischen Seeland. Einige Kommunen sind Zweitmitglied in Nachbargebieten, erläuterte Bremm.
Die Zahl der Übernachtungen lag 2023 bei insgesamt knapp 1,8 Millionen nach jeweils rund 1,6 Millionen in den Jahren 2019 und 2022. Die Übernachtungszahl ausländischer Gäste entwickelte sich von 425.850 (2019) über nur noch 316.366 (2022) auf 361.243 (2023).
Bei den deutschen Urlaubern wuchs die Zahl hingegen kontinuierlich von knapp 1,2 Millionen im Jahr 2019 auf etwas weniger als 1,3 Millionen 2022 und über 1,4 Millionen im Jahr 2023. Regina Bremm rechnet nun aber in diesem Bereich eher mit einer Stagnation, da die Deutschen wieder verstärkt ausländische Ziele ansteuern.
Die Zahl der Betten im Romantischen Franken blieb ziemlich konstant zwischen 10.500 bis 11.000. Erfasst werden nur Betriebe mit mehr als zehn Betten. Die 242 Betriebe im im Landkreis Ansbach verfügen über 9028 Betten, verteilt auf die beiden Tourismusgebiete.
Zu den Rahmenbedingungen gehören nach den Worten der Geschäftsführerin Preissteigerungen beim Essen und auch bei Übernachtungen. Außerdem sei das Wetter im Frühsommer schlecht gewesen, was vor allem inländische Gäste von einer Visite abgehalten habe.
Eine wichtige Rolle spielt mittlerweile das Datenmanagement, um verschiedene Medien und Akteure zu vernetzen. So können beispielsweise Wanderwege im Tourenportal Romantisches Franken auf den Seiten der Kommunen übernommen werden. Die Social-Media-Aktivitäten wurden verstärkt. Daneben sind aber auch Print-Infomaterialien weiterhin gefragt.
Vom Tourismus als Querschnittsbranche profitieren viele andere Wirtschaftsbereiche vom Einzelhandel bis zum Handwerk. Deshalb, so die Argumentation in einer Studie, lohnen sich Investitionen von Kommunen und Unternehmen in die tourismusbezogene Infrastruktur, konkrete Produkte und die touristische Vermarktung. Über Steuereinnahmen leiste der Tourismus auch einen Beitrag zur Finanzierung der öffentlichen Haushalte. Darüber hinaus sicher er ortsgebundene Arbeitsplätze.
Die touristischen Umsätze bezifferte Bremm auf 632,8 Millionen Euro im Jahr 2023. Der Löwenanteil davon entfiel mit 365,2 Millionen Euro auf Tagesreisen. Gewerbliche Betriebe mit mehr als zehn Betten zeichnen für 225,3 Millionen Euro verantwortlich. Kleinere Anteile von jeweils 21 Millionen Euro steuern Privatquartiere sowie der Camping- und Wohnmobiltourismus bei.
Ein besonderer Erfolg sei das Kooperationsprojekt Fränkischer Wasserradweg, an dem die Urlaubsgebiete Bayerischer Jura, Fränkisches Seenland, Naturpark Altmühltal und Romantisches Franken beteiligt sind. Die Strecke im Landkreis Ansbach ist 190 Kilometer lang. Im kommenden Jahr feiert der 1995 gegründete Tourismusverband Romantisches Franken sein 30-jähriges Bestehen, meinte Bremm abschließend.